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Grimma Kritische Töne in Einwohnerversammlung – Naunhof wird „als Panoptikum reflektiert“
Region Grimma Kritische Töne in Einwohnerversammlung – Naunhof wird „als Panoptikum reflektiert“
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00:29 26.03.2018
Volles Haus: Die neu formierte Bürgerinitiative „Handlungsfähige Stadt“ hat auf Betreiben von Michael Wurzbach (hinten stehend) eingeladen und lauscht auch den Worten von Bürgermeister Volker Zocher (l.) fsw - Frank Schmidt - MTL - BOG Quelle: Frank Schmidt
Naunhof

„Mit der Bitte, sich aktiv und verantwortungsbewusst bei der Lösung bestehender kommunaler Probleme einzubringen“, hat Michael Wurzbach in einem offenen Brief (LVZ berichtete) Naunhofer Bürger zu einer Einwohnerversammlung in eine Naunhofer Gaststätte eingeladen. „Wir sind kein Verein, sondern bisher acht Leute, die sich als Bürgerinitiative für eine handlungsfähige Stadt engagieren“, sagte Wurzbach den gut 60 Anwesenden.

Gleichwohl diese Einladung an alle Bürger der Stadt gerichtet war, also auch an deren Vertreter im Stadtrat, waren Letztere, mit Ausnahme von Michael Eichhorn (Die Linke) und Dieter Schenk (fraktionslos), nicht anwesend. Allerdings, so war auch dem Tenor in der Diskussion zu entnehmen, habe niemand mit deren Kommen gerechnet. Wohl auch nicht mit der Anmerkung von Harald Hofmann. Der ehemalige Stadtrat mahnte, „dass es schön wäre, wenn manch einer, der jetzt gesprochen hat, sich auch mal in einer Stadtratsitzung sehen lassen würde.“

Die Kritik an der Arbeit des Stadtrates wurde in dem schon erwähnten offenen Brief unverblümt formuliert. Nun schlugen in der Versammlung weitere Bürger in die gleiche Kerbe. So stellte Günter Fischer fest, dass Naunhof in der überregionalen Wahrnehmung „als Panoptikum reflektiert“ werde. Und Kai Ober forderte unverhohlen, dass der Stadtrat „abdanken“ möge, nachdem er „in den letzten Jahren nichts geleistet“ habe. Im gleichen Atemzug brach er für Bürgermeister Volker Zocher eine Lanze, „der eigentlich nur Schadensregulierung betreiben konnte.“

Das parteilose Stadtoberhaupt saß auch in den Besucherreihen und nutzte freilich die Gelegenheit, zu sprechen. Zunächst widersprach er vehement der von Wurzbach eingangs geäußerten pauschalen Einschätzung, dass in der Stadt nicht passiert sei, und nannte konkrete Beispiele. „Wir haben vor allem die Haushaltskonsolidierung erfolgreich beendet“, sagte Zocher und weitete in diesem Kontext den Blick auf die bevorstehende Verabschiedung des „überfälligen Haushaltsplanes“ der Stadt. Aber: „Ich möchte hier keine schmutzige Wäsche waschen, denn über Leute, die nicht anwesend sind, spricht man nicht“, stellte er mit Seitenhieb an die fehlenden Stadträte klar. Und doch kam Zocher nicht umhin, auf den öffentlich gescholtenen Stadtrat einzugehen. „Wir als Verwaltung sind immer an einer guten Zusammenarbeit interessiert. Und jeder Beschlussantrag, den wir im Stadtrat vorlegen, ist ein Angebot zur Zusammenarbeit“, sagte Zocher. Aber diese Zusammenarbeit sei über lange Zeit vernachlässigt worden. „Stattdessen“, so legte Zocher nach, „wurden Probleme aufgebauscht, um wieder ein neues Schlachtfeld zu haben. Das tut aber der Stadt nicht gut. Dabei hat Naunhof viel Potenzial, welches wir noch lange nicht ausgeschöpft haben.“

Dass die Situation mit „peinlicher Außenwirkung“, so Zocher wörtlich, ist, wie sie ist, brandmarkte Eichhorn mit der Feststellung, „weil einige Stadträte nicht verwunden haben, die Bürgermeisterwahl nicht gewonnen zu haben.“

Michael Wurzbach als Veranstalter zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Versammlung, die er mit dem Ziel eine handlungsfähige Stadt einzufordern, initiierte.

Von Frank Schmidt

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