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Künftiger Rewe-Markt in Grimma: Gewerbeverein will Zufahrt von der City

Handel Künftiger Rewe-Markt in Grimma: Gewerbeverein will Zufahrt von der City

„Rewe kommt – und was tun wir?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gewerbeverein Grimma in seiner jetzigen Mitgliederversammlung. Vize-Vereinschef Achim Kuhl unterstrich eingangs, dass der Verein Ja zu Rewe sagt, verbunden mit einem Aber. Eine entscheidende Frage ist die Verkehrsführung zum künftigen Supermarkt.

Wenn einst der Rewe in Grimma steht – wie können die City-Händler davon profitieren?

Quelle: Montage: Mittmann/Röse

Grimma. „Rewe kommt – und was tun wir?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gewerbeverein Grimma in seiner Mitgliederversammlung. Vize-Vereinschef Achim Kuhl unterstrich, dass der Verein Ja zu Rewe sagt, verbunden mit einem Aber. „Wo müssen wir welche Pflöcke einschlagen, damit die Idee der Stadt auch zum Erfolg für uns in der Innenstadt und seine Händler wird“, fragte er und brachte einige Aspekte in die Debatte ein.

Wie berichtet, sollen sich auf dem jetzigen Gelände des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions der Discounter Rewe und ein Drogeriemarkt ansiedeln. Der Stadtrat hat im März den Bebauungsplan beschlossen. Am anderen Ende der Altstadt will sich offenbar Aldi neu aufstellen, die Rede ist von einem Umbau und großen Frischesortiment. So würde die Innenstadt von zwei attraktiven Einkaufsmagneten begrenzt. Das Kalkül der Stadtväter: Damit könnten mehr Menschen in die City und deren Läden gelockt werden. Das würde die Innenstadt stärken.

Die Zu- und Abfahrt zum künftigen Rewe brennt dem Gewerbeverein dabei besonders auf den Nägeln. Die Anfahrt von der neuen Brücke aus müsse vermieden werden, sagte Kuhl. Sie dürfe nur über die Friedrich-Oettler-Straße erfolgen, um die Rewe-Kunden zunächst in Richtung Innenstadt zu führen. „Bei der Verkehrsführung muss Tacheles geredet werden“, bekräftigte Kuhl. Höchstens die Abfahrt vom Supermarkt sei über die S 11 denkbar. Sonst bestehe die Gefahr, dass Rewe eine Insel vor der Innenstadt wird. Auch beim künftigen Aldi-Zentrum will der Verein im Interesse der Händler Einfluss auf den Verkehrsfluss nehmen.

Eine andere Frage war, wie die Innenstadt-Händler besser auf sich aufmerksam machen können. Da stehen zwei Ideen im Raum. Zum einen will sich der Verein dafür stark machen, dass der jetzige Bannerwald an der Straße verschwindet und dafür ordentliche Plakatwände entstehen, auf denen die City-Händler für sich werben. Auch Imagewerbung für die Stadt kann dort stehen. Zum anderen denkt der Verein an einen Lageplan vor dem Rewe, der den Kunden eine Orientierung über die Innenstadt-Geschäfte gibt – ähnlich des Modells großer Einkaufszentren. Man müsse mit dem künftigen Marktbetreiber das Gespräch suchen und Schnittstellen ausloten, betonte Christian Schneider. Kuhl merkte schließlich noch an, dass der Blick zur Brückenstraße derzeit wenig einladend sei – im Gegensatz zur Hohnstädter Straße.

Johannes Heine, auch Fraktionschef der Freien Wähler im Stadtrat, glaubt zwar, dass sich die Fußläufigkeit vom Rewe zur Stadt „in Grenzen halten“ wird („Die Grimmaer machen Zieleinkäufe mit dem Auto.“), brachte aber die mit dem Pep geborene Idee eines Citymanagements ins Spiel. Pep-Markt und Stadt wöllten sich befruchten, etwa um den Leerstand zu verringern. Grimmas Marktmeister Frank Schütz erklärte dazu, dass zu seiner neu geschaffenen Stelle auch die Innenstadtkoordination gehört. Ziel sei die Belebung der Innenstadt. Innerhalb der Verwaltung seien Teile zur OBM-Stabsstelle gekommen. „Das ist ganz oben angesiedelt.“

Der Gewerbeverein sieht sich bei der Rewe-Ansiedlung als Interessenvertretung der City-Händler. Kuhl: „Wir müssen die Dinge zusammen tragen und der Stadt und den Fraktionen klar kommunizieren. Wir sollten streiten, aber konstruktiv.“

Indes gibt es auch im Verein gegenteilige Ansichten, ob der Rewe-Markt zur Belebung der Altstadt führt. Heine brachte es noch einmal auf den Punkt: „Der große Vorteil im Einzelhandel ist die Beratung. Mit dem Service steht und fällt die Innenstadt und nicht mit den Produkten.“ Es entstehe ein Magnet an der Grenze der Innenstadt mit geschätzt wöchentlich 15 000 Kunden. Käme von denen selbst nur ein halbes Prozent in die Innenstadt, sei das eine Größenordnung. „Und da muss sich jeder fragen, wie er sich interessant macht“, sagte Heine mit Blick auf die Geschäftsleute.

Von Frank Prenzel

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