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Künstlerblicke auf die Jahrhundertflut

Künstlerblicke auf die Jahrhundertflut

Unter den Augen von rund 100 Besuchern wurde in der Klosterkirche die Ausstellung „WasserZeichen" eröffnet. Die Schau zeigt Arbeiten von einheimischen Fotografen und bildenden Künstlern, die das Jahrhunderthochwasser in und um Grimma dokumentiert und künstlerisch verarbeitet haben.

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WasserZeichen: Die neue Ausstellung in der Grimmaer Klosterkirche zeigt Arbeiten zum Jahrhunderthochwasser.

Quelle: André Neumann

Grimma. „Es splittert, rauscht, kracht und dröhnt". So beschreibt der Maler Manfred Löffler, Jahrgang 1938, in der Rückschau seinen Eindruck von der Flut vom August 2002. Der in Markkleeberg lebende Künstler und seine Frau hatten damals ein Wochenendhaus an der Mulde in Bahren. Sie verließen es „in Angst", kehrten später zurück: „Wir trafen nicht mehr unseren Ort: Wasser, Wasser, Wasser", sagt er den Gästen während der Eröffnung der Ausstellung. Auf Löffflers Zeichnungen ähneln sich die Motive: durcheinandergewirbelte abgeknickte Bäume, zerborstene Holzhäuschen. Nur noch in den Fluten treibende Dächer zeigt ein Bild der Grimmaer Malerin Maria Köhler, das neben ihrem Namen mit dem Hochwasserdatum 13. 8. 2002 signiert ist. Sie war damals 68 und schaute von ihrem Haus am Rappenberg auf das überflutete Grimma. „Helfen konnten wir nicht, so stellte ich mich mit der Staffelei an den Gartenzaun", erinnert sie sich. Von da schaute sie auf die unter Wasser stehende Gartenanlage an der Wiesenstraße und auf das Stadion der Freundschaft: Das Dach des Kassenhäuschens ist auf dem Bild noch zu erkennen. Die Grimmaer Künstlerin Barbara Dietel, Jahrgang 1963, spricht von wichtigen Erinnerungen, die das Gepäck des Lebens sind und bescheinigt ihren Mitbürgern einen „unglaublichen Aufbauwillen". Wie in den vergangenen Jahrhunderten nach Hochwassern und Bränden so auch nach 2002: „Die Menschen blieben in ihrer Stadt." Ihre Bilder in der Ausstellung, große, teils computergrafisch veränderte Fotos, stellen die Pöppelmannbrücke in den Mittelpunkt. Iris Schönbrodt vom Verein Bildung im Obstland erläutert Besuchern anerkennend die keramischen Kunstwerke, die in den Köpfen und durch die Hände vieler Schüler in einem Projekt mit dem Bildhauer Frank Brinkmann vom Künstlergut Schaddelmühle entstanden sind. Sie strahlen Kreativität und Optimismus aus: 60 runde Tonplatten mit Fischen darauf erzählen, wie die Wassertiere zwischen den von den Fluten herumgewirbelten Steinen überlebten. Ein sechsteiliges Relief will zeigen, wie die Stadt aus der Katastrophe wieder aufersteht. Den Hauptteil der Ausstellung machen die rund 60 großformatigen zumeist schwarz-weißen Fotos von Gerhard Weber aus. Die Bilder dokumentieren nicht nur das damalige Geschehen, sie erlauben auch tiefe Blicke in die Gefühlswelt damals Betroffener, die den Künstler nah an sich heran ließen. Solche Bilder zu machen, sagt Weber den Anwesenden, „setzt unbedingtes Vertrauen voraus". Ergänzt werden Webers Fotos durch mehrere Arbeiten von Thomas Kube. Seine Bilder aus dem Herzen der zerstörten Stadt verstärken noch den dokumentarischen Gehalt der Ausstellung, über die Eröffnungsredner Klaus-Dieter Tschiche, stellvertretender Bürgermeister, sagt: „Die Ausstellung soll uns mahnen zu Demut gegenüber der Natur. Sie soll uns vor Augen führen, wie stark wir sind, wenn wir zusammenstehen."iWasserZeichen, Klosterkirche Grimma: geöffnet bis 12. September, Die bis Fr 10 bis 18 Uhr, Sa und So 10 bis 16 Uhr; Künstlergespräche am 19. August und 2. September 11 Uhr.

André Neumann

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

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