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Grimma Künstlergut Prösitz startet am 25. April Aktion gegen Lärm
Region Grimma Künstlergut Prösitz startet am 25. April Aktion gegen Lärm
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07:01 10.04.2018
Die A 14 beim Künstlergut Prösitz. Zum Tag gegen Lärm am 25. April organisieren die Mitglieder eine Aktion. Quelle: Foto:
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Grimma/Prösitz

Es mutet wie ein Kampf gegen Windmühlen an, wenn Ute Hartwig-Schulz mit anderen Künstlern und Interessenten gegen die akustische Umweltverschmutzung durch die Autobahn 14 ankämpft. Zum zehnten Mal ruft die Leiterin des Künstlergutes Prösitz zum Kampf gegen den Lärm auf. Auf der nahe gelegenen Autobahnbrücke der Staatsstraße 38 treffen sich die Aktivisten am Mittwoch, dem 25. April, um 14 Uhr, um dann gemeinsam zum Künstlergut zu gehen. Dort wird es um 15 Uhr eine Gesprächsrunde zum Lärmschutz geben. Der Termin ist bewusst gewählt. Der 25. April ist der 21. Tag gegen Lärm. In Deutschland ist er eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Das diesjährige Motto lautet „Laut war gestern!“.

Wer sich im Künstlergut Prösitz zum Kaffeetrinken an den großen Granittisch im Schatten der 200-jährigen Linde setzen möchte, sollte bereit sein, Ohropax zu verwenden. Man muss sich an manchen Tagen, wenn der Wind ungünstig steht, fast anschreien, um mit seinem Gegenüber durch den Lärm des Autobahnverkehrs sprechen zu können. Es ist eine Crux. Dem Bund fehlt es offensichtlich am nötigen Geld, um einen geeigneten Lärmschutz für Prösitz und andere Orte entlang der A 14 zu finden.

Seit Jahren fordern die Anrainer der A 14 einen wirkungsvollen Lärmschutz oder eine deutliche Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 bis 60 km/h. Das dieser Wunsch, zumindest die Geschwindigkeitsbegrenzung, illusorisch ist, ist den Betroffenen klar. „Die Wirtschaft muss rollen, da interessieren ein paar tausend Anwohner doch nicht,“ so Hartwig-Schulz. Dennoch will sich die Künstlerin nicht unterbuttern lassen, sie werde weiter den Finger in die Wunde legen. Dazu haben sie und andere Bewohner von Prösitz auch allen Grund. Im Sommer mit offenem Fenster zu schlafen und morgens vom Singen der Vögel geweckt zu werden, das kennen die lärmgeplagten Anwohner nur aus dem Film oder wenn die A 14 mal wegen eines Unfalls voll gesperrt ist.

Eine Hoffnung hat Hartwig-Schulz jedoch: „Wenn die A 14 zu einer sechsspurigen Autobahn umgebaut wird, ist es möglich, einen Schallschutz einzufordern!“ In der Tat ist es für die Anwohner der Dörfer entlang der Autobahn eine hohe Lärmbelastung. Tagsüber schwanken die Messwerte zwischen 60 und 85 Dezibel als Dauersound. Je nach Windrichtung steigen sie bis auf über 90 Dezibel – und das 24 Stunden ohne Unterbrechung.

Am 25. April will die Künstlerin anlässlich des internationalen Tages gegen den Lärm wieder eine Aktion auf der Autobahnbrücke Mutzschen starten. Sie hofft mit möglichst vielen Bürgern ein lebendes Mahnmal gegen den krankmachenden Lärm schaffen zu können.

Interessenten können sich auch unter der Ruf 0170/8953903 anmelden.

Von Detlef Rohde

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