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Künstlerin Heidemann findet ideale Bedingungen für den eigenen Stil

Mutzschen Künstlerin Heidemann findet ideale Bedingungen für den eigenen Stil

Christiana Heidemann ist eine Ausnahmekünstlerin. Ohne Studium aber mit Hilfe von privatem Unterricht entwickelte die jetzt in Mutzschen lebende Künstlerin einen eigenen Stil. Am Sonnabend lädt sie zu einer Lyriklesung „unterm Dach“ ein.

Die Mutzschener Künstlerin Christiana Heidemann schafft Plastiken mit ungewöhnlichen menschlichen Motiven.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Mutzschen. Ein Traum ging für die Künstlerin Christiana Heidemann in Erfüllung, als sie ihren Lebensmittelpunkt von Haubitz nach Mutzschen verlegen konnte. „In Haubitz hatte ich keinen Platz, um mich zu entfalten, hier in Mutzschen habe ich ideale Arbeitsbedingungen“, so die im unterfränkischen Gerolzhofen 1950 geborene Künstlerin. Sie ist eigentlich Leipzigerin, da sie bereits 1951 mit ihren Eltern dorthin zog. 1974 begann sie zu malen und zeichnen und erhielt privaten Unterricht in der Farbenlehre, Komposition und im malerischen Grundhandwerk durch Hans Schulze, Dozent am Institut für Kunsterziehung der Universität Leipzig. Ihre grafische Ausbildung bekam sie durch ihren Künstlerkollegen Gunter Böttger, bevor sie sich im Selbststudium der Ikonenmalerei widmete.

In ihrem neuen Domizil will sie jedoch nicht nur künstlerisch durchstarten, sondern auch kulturell-gesellschaftlich. So gibt es am heutigen Sonnabend eine Lyriklesung „unterm Dach“ mit Renate Mosel und Peter Schlapa sowie den Musikern Gerlinde Becker, Roselore Jurjanz und Hildegard Stellmacher.

Christiana Heidemanns ästhetische Skulpturen und die sinnlich-ausdrucksstarken Bildwerke stehen in engen und doch unterschiedlichen Beziehungen zueinander. Sie laden den Betrachter buchstäblich ein, sie zu ergründen. Dadurch haben manche Bilder auch etwas Mystisches. „Ich habe eine Fülle von Ideen, die von Lesungen über Ausstellungen bis zu Kunst reichen“, sagt die 67-Jährige. Dabei hat sie eine enge Verbündete in Ute Hartwig-Schulz vom Künstlergut Prösitz gefunden. „Gegenwärtig planen wir eine Ausstellung im Rübenkeller in der Scheune am 3. Juni“, sagt sie. Titel: Der Ruf des Muschelhorns.

Christiana Heidemann ist seit 1990 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Leipzig und gehört seit 1992 der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer Leipzig (Gedok) an. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt neben der Bildhauerei (Skulpturen, Plastiken, Kleinplastik, Keramik) und der Malerei (Öl, Mischtechnik, Aquarell, Ikonen) in der Illustration, wobei sie sowohl Kunst- als auch Kinderbücher gestaltet.

In ihrem Ausstellungsraum hängen vor allem große Gemälde, auf denen geflügelte Gestalten zu erkennen sind. Keine Engel, wie die Künstlerin erklärt. „Das sind die vier Elemente, die ich mit Flügeln versehen habe, um sie dem menschlichen Zugriff zu entziehen. Ich denke, wir Menschen sind nicht das Maß aller Dinge, obwohl wir es glauben.“ Auch ihre Landschaftsbilder sind keine bloße Abbildung eines Eindrucks. „Ich arbeite nicht mehr vor Ort. Das sind alles fiktive Landschaften“, erzählt Heidemann. Oft sind ihre Werke Ergebnisse von Wahrnehmungen. „Erst arbeitet alles eine gewisse Zeit in mir“, so Heidemann. „Dann setze ich mich hin und beginne zu zeichnen“. Kunst war schon immer ihr Metier. Doch ihr Weg dahin war steinig. „Als ich jung war, haben meine Eltern noch intensiv Einfluss genommen“, erinnert sich die Künstlerin. Kunst zu studieren, wäre damals nicht infrage gekommen, da es eine brotlose Kunst in den Augen ihrer Eltern war. Aber was im Menschen steckt, bricht sich irgendwann Bahn“, weiß Christiana Heidemann. Und eine breite gepflasterte Straße zu gehen, sei nicht ihr Ding.

Heute hat Christiana Heidemann ihre stilistische Heimat im sogenannten Symbolismus gefunden, der vor etwa 150 Jahren seine Hochform hatte. Darin findet sie den Wirkungsraum, um die von ihr offenbarten imaginären Beziehungen auf der Leinwand und als Plastik für jedermann sichtbar zu übertragen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Sinn und den Seinfragen des Lebens.

Von Cornelia Braun

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