Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Künstlerin Heidemann findet ideale Bedingungen für den eigenen Stil
Region Grimma Künstlerin Heidemann findet ideale Bedingungen für den eigenen Stil
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:21 19.05.2017
Atelier: Die Künstlerin Christiana Heidemann porträtiert die Herrscherin der Unterwelt, Hel. Quelle: Foto: Thomas Kube
Anzeige
Grimma/Mutzschen

Ein Traum ging für die Künstlerin Christiana Heidemann in Erfüllung, als sie ihren Lebensmittelpunkt von Haubitz nach Mutzschen verlegen konnte. „In Haubitz hatte ich keinen Platz, um mich zu entfalten, hier in Mutzschen habe ich ideale Arbeitsbedingungen“, so die im unterfränkischen Gerolzhofen 1950 geborene Künstlerin. Sie ist eigentlich Leipzigerin, da sie bereits 1951 mit ihren Eltern dorthin zog. 1974 begann sie zu malen und zeichnen und erhielt privaten Unterricht in der Farbenlehre, Komposition und im malerischen Grundhandwerk durch Hans Schulze, Dozent am Institut für Kunsterziehung der Universität Leipzig. Ihre grafische Ausbildung bekam sie durch ihren Künstlerkollegen Gunter Böttger, bevor sie sich im Selbststudium der Ikonenmalerei widmete.

In ihrem neuen Domizil will sie jedoch nicht nur künstlerisch durchstarten, sondern auch kulturell-gesellschaftlich. So gibt es am heutigen Sonnabend eine Lyriklesung „unterm Dach“ mit Renate Mosel und Peter Schlapa sowie den Musikern Gerlinde Becker, Roselore Jurjanz und Hildegard Stellmacher.

Christiana Heidemanns ästhetische Skulpturen und die sinnlich-ausdrucksstarken Bildwerke stehen in engen und doch unterschiedlichen Beziehungen zueinander. Sie laden den Betrachter buchstäblich ein, sie zu ergründen. Dadurch haben manche Bilder auch etwas Mystisches. „Ich habe eine Fülle von Ideen, die von Lesungen über Ausstellungen bis zu Kunst reichen“, sagt die 67-Jährige. Dabei hat sie eine enge Verbündete in Ute Hartwig-Schulz vom Künstlergut Prösitz gefunden. „Gegenwärtig planen wir eine Ausstellung im Rübenkeller in der Scheune am 3. Juni“, sagt sie. Titel: Der Ruf des Muschelhorns.

Christiana Heidemann ist seit 1990 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Leipzig und gehört seit 1992 der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer Leipzig (Gedok) an. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt neben der Bildhauerei (Skulpturen, Plastiken, Kleinplastik, Keramik) und der Malerei (Öl, Mischtechnik, Aquarell, Ikonen) in der Illustration, wobei sie sowohl Kunst- als auch Kinderbücher gestaltet.

In ihrem Ausstellungsraum hängen vor allem große Gemälde, auf denen geflügelte Gestalten zu erkennen sind. Keine Engel, wie die Künstlerin erklärt. „Das sind die vier Elemente, die ich mit Flügeln versehen habe, um sie dem menschlichen Zugriff zu entziehen. Ich denke, wir Menschen sind nicht das Maß aller Dinge, obwohl wir es glauben.“ Auch ihre Landschaftsbilder sind keine bloße Abbildung eines Eindrucks. „Ich arbeite nicht mehr vor Ort. Das sind alles fiktive Landschaften“, erzählt Heidemann. Oft sind ihre Werke Ergebnisse von Wahrnehmungen. „Erst arbeitet alles eine gewisse Zeit in mir“, so Heidemann. „Dann setze ich mich hin und beginne zu zeichnen“. Kunst war schon immer ihr Metier. Doch ihr Weg dahin war steinig. „Als ich jung war, haben meine Eltern noch intensiv Einfluss genommen“, erinnert sich die Künstlerin. Kunst zu studieren, wäre damals nicht infrage gekommen, da es eine brotlose Kunst in den Augen ihrer Eltern war. Aber was im Menschen steckt, bricht sich irgendwann Bahn“, weiß Christiana Heidemann. Und eine breite gepflasterte Straße zu gehen, sei nicht ihr Ding.

Heute hat Christiana Heidemann ihre stilistische Heimat im sogenannten Symbolismus gefunden, der vor etwa 150 Jahren seine Hochform hatte. Darin findet sie den Wirkungsraum, um die von ihr offenbarten imaginären Beziehungen auf der Leinwand und als Plastik für jedermann sichtbar zu übertragen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Sinn und den Seinfragen des Lebens.

Von Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

300 Kehrmaschinen verlassen jährlich die Produktionshallen der Faun Viatec GmbH in der Grimmaer Bahnhofstraße. Weltweit halten die Fahrzeuge die Straßen sauber. Am Sonnabend nun wird die Erfolgsgeschichte des Unternehmens im Blickpunkt stehen, wenn es mit seinen Mitarbeitern ein Jubiläum feiert. Denn die Geburtsstunde reicht ins Jahr 1992.

22.05.2017

Immerhin ein Aufschub der Vollsperrung um vier Wochen ist erreicht: Der Bad Lausicker Bürgermeister Michael Hultsch reklamiert das als Erfolg der Stadt. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr will für den Bau eines Kreisverkehrs die Staatsstraße 11 nun erst vom 19. Juni an bis zu Frühjahr 2018 dicht machen.

22.05.2017

Nicht im Sinne der Initiatoren verlief die Krisensitzung des Stadtrats, in der die Ortsfeuerwehr Fuchshain gerettet werden sollte. Wunsch der Abgeordneten war es, mit allen beteiligten Seiten hinter verschlossenen Türen reden zu können, um zu vermitteln. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) hatte jedoch kurz vorher mehrere Kameraden aus den Reihen der aktiven Wehr verabschiedet.

22.05.2017
Anzeige