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Grimma Kunst aus Haiti in Grimma
Region Grimma Kunst aus Haiti in Grimma
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05:00 09.03.2010
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Grimma-Kaditzsch

So formulierte die Galeristin Kristina Bahr und sprach von dem »Wissen, dass die Überlebenden jetzt bereits wieder singend und malend die Ereignisse verarbeiten.« Das kommt aus erster Hand von dem haitianischen Maler Frantz Zéphirin. Er wird in den nächsten Wochen nach Kaditzsch reisen und frische Bilder mitbringen. Die jetzt in Kaditzsch gezeigten Bilder entfalten jedes für sich eine so starke Bildkraft, dass es fast ein Wagnis zu sein scheint, sie nebeneinander zu präsentieren. Wie das pralle Leben in Haiti, einem Land der Gegensätze, so Uwe Andrich. Die Kunst zeigt, so wie das Land selbst, indianische, französische, afrikanische und amerikanische Einflüsse. Auch Voodoo hat seine Berechtigung. In ihrer Laudatio würdigte die Frankfurter Kulturanthropologin Ina-Maria Greverus diese Zusammenhänge aus persönlicher Anschauung. »Wenn ich male, bin ich glücklich!« Dieses Credo eines der Künstler ist allen Gemälden anzusehen. Sie unterscheiden sich in der Farbigkeit von kräftig bis zart, im Stil von verschmitzt bis kindlich und in den Themen von Alltag bis Religion. Rebert Damour lässt beispielsweise grazile Menschen schwere Bananenstauden und Früchte tragen, dass es wie ein Tanz aussieht. Jacques Richard Chéry lässt Kinder auf einem Tiger reiten. Die drei »Prozessionen« von O. Bertrand bewegen sich durch ein filigranes Paradies. Jean-Baptiste Jean lässt Amerikaner und Haitianer sich am Himmel als »Engel« bekriegen. Die »Tierschule« von Philton LaTortue erinnert besonders an Kinderbuchillustrationen. Diesem Genre gilt auch Kristina Bahrs besondere Liebe. So war es ein glücklicher Zufall, dass im Ergebnis der anschließenden Versteigerung einer Zeichnung von Frantz Zéphirin die Leipziger Illustratorin Uta Bettzieche den Zuschlag erhielt, die der Galerie durch ihre Kunst eng verbunden ist. Kristina Bahr und Uwe Andrich wurde jetzt deutlich bewusst, wie stark die Haiti- Bilder das Profil der Galerie geprägt haben, obwohl sie bisher noch nie zu sehen waren. Mitgebracht haben sie beide von ihren ersten Reisen in die Karibik in den neunziger Jahren. In dieser Zeit des Aufbruchs fanden die ersten Ausstellungen in der Studiogalerie statt, das Jugendatelier Katzenhaus wurde aufgebaut und die ersten Künstler bezogen die Ateliers im Vierseitenhof. So gestaltete sich die Vernissage auch zu einem Rückblick auf die geleistete Arbeit, und Kristina Bahr dankte nicht nur allen, die die Ausstellung ermöglichten, anhand einer langen internationalen Namensliste, sondern ausdrücklich auch dem Team der Denkmalschmiede Höfgen.

Beate Bahnert

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