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Grimma Kuriose Wahl: Kinderland-Verein übernimmt neue Kita in Naunhof
Region Grimma Kuriose Wahl: Kinderland-Verein übernimmt neue Kita in Naunhof
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00:31 05.03.2018
Gut voran kommt der Neubau der Kindertagesstätte an der Melanchthonstraße in Naunhof. Im September soll sie fertig sein, bieten wird sie 72 Plätze. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Ungewöhnliche Amtshilfe leistete der Belgershainer Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend im Naunhofer Rathaus. In seinen Händen lag es, den Träger für die in Bau befindliche Kindertagesstätte an der Melanchthonstraße zu wählen, weil sich die Abgeordneten für keinen der vier Bewerber entscheiden konnten. „Man tut, was man kann“, kommentierte er hinterher scherzhaft.

Enge Abstimmung zwischen zwei Trägern

Das Votum zur Vergabe der Trägerschaft ging mit einem Patt aus. Jeweils sechs Stimmen entfielen auf den Naunhofer Verein Kinderland, der unweit der Melanchthonstraße die Kita „Seepferdchen“ betreibt, und auf die Kindervereinigung Leipzig, die für das Jugendhaus Oase und die Sozialarbeit an Naunhofs Oberschule verantwortlich ist. Die Volkssolidarität und das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesundheit, die ebenfalls im Rennen waren, wollte niemand.

Los entscheidet

Laut Gemeindeordnung blieb nur der Weg der Losentscheidung. „Traurig angesichts einer Investition von 2,1 Millionen Euro“, kommentierte Bürgermeister Volker Zocher (parteilos), der seinen zufällig in den Besucherreihen sitzenden Amtskollegen Hagenow bat, Fortuna zu spielen. Gewinner war der Verein Kinderland.

Dessen Vorsitzender, Christian Kamprad, begrüßte das Ergebnis. „Wir setzen uns unverzüglich zusammen und planen alles durch“, sagte er der LVZ und startete zugleich einen Aufruf: „Die Eltern können gern Ideen für die Gestaltung der Räume und Freiflächen einbringen. Anmeldungen für ihre Kinder werden schon in unserer Kita Seepferdchen entgegengenommen.“ Im September soll die neue Tagesstätte in Betrieb gehen.

Synergien zwischen Einrichtungen

Die Kita Seepferdchen nimmt am Teddy-Cup in der Naunhofer Parthelandhalle teil. Quelle: Andreas Döring

Die möglichen Synergien beider Einrichtungen waren ein Grund für Abgeordnete, die diesen Träger favorisierten. „Durch die räumliche Nähe lassen sich technische und personelle Ressourcen gemeinsam nutzen“, sagte Gerold Meyer (CDU). Und Uwe Kulisch (Unabhängige Wählervereinigung) erklärte: „Die neue Kita soll laut Kinderland-Verein ein offenes Konzept mit der Durchmischung von jüngeren und älteren Kindern verfolgen. Das Seepferdchen arbeitet mit einem teiloffenen Konzept. So haben Eltern die Wahl, was ihnen lieber ist.“

Dass er eine städtische Trägerschaft vorgezogen hätte, erwähnte Michael Eichhorn (Linke), der das bisherige Verfahren als „zweifelhaft und eventuell anfechtbar“ bezeichnete. Seine Worte bezogen sich auf die monatelangen Debatten, ob Doris Meinel (FDP) bei einem Stadtratsbeschluss im August befangen war, weil sie noch dem Vorstand des Kinderland-Vereins angehörte. Sie warf jetzt Hermann Kinne (CDU), der Zocher über lange Zeit vertreten hatte, ein „unverständliches Fehlverhalten“ vor, weil er alle Ratsbeschlüsse aufgehoben hatte, an der sie mitwirkte. Kinne erwiderte, er habe lediglich die Position der Kommunalaufsicht umgesetzt. Die Behörde hatte sich erst im Januar, als Zocher zurück im Amt war, revidiert und den Befangenheitsvorwurf fallen gelassen. An der jetzigen Beschlussfassung über die Trägerschaft hatte sich Meinel nicht beteiligt, um erneuten Streit auszuschließen.

Von Frank Pfeifer

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