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LTV: Hochwasserschutzmauer ist in zwei Jahren fertig

Besichtigung auf der Baustelle in Grimma LTV: Hochwasserschutzmauer ist in zwei Jahren fertig

Der Bau der Hochwasserschutzmauer in Grimma zieht sich nach Auffassung vieler Bürger viel zu lange hin. Etliche Grimmaer nutzten jetzt die Einladung der Landestalsperrenverwaltung, um sich auf der Baustelle über den aktuellen Baufortschritt zu überzeugen.

Der Einladung der Landestalsperrenverwaltung auf die Baustelle in Grimma waren viele Bürger gefolgt.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Nichts in Grimma erregt die Gemüter mehr als der Baufortschritt an der Hochwasserschutzmauer. Das wurde einmal mehr zur öffentlichen Baustellenbegehung deutlich, zu der die Landestalsperrenverwaltung (LTV) eingeladen hatte.

Ungewöhnlich war, dass die Stadtverwaltung außen vor blieb. „Wir haben keine Einladung dazu bekommen, obwohl wir solche Termine in den vergangenen Jahren immer gemeinsam wahrgenommen haben“, erklärte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) auf Nachfrage. „Natürlich begrüße ich diese Initiative, dass wir aber ausgegrenzt wurden, finde ich befremdlich.“ Stattdessen folgten etwa 70 bis 80 Bürger der Einladung und waren gespannt auf die Aussagen von Projektleiter Thomas Zechendorf und LTV-Betriebsteilleiter Heinz Kaiser zum Zweck der Veranstaltung. „Es gibt momentan eine ganze Menge mediale Aufmerksamkeit zu diesem Projekt sowie viel Kritik, was den Baufortschritt angeht. Und um diese Vorwürfe zu entkräften, möchten wir informieren und uns den Fragen der interessierten Öffentlichkeit stellen“, sagte Kaiser. Grundsätzlich sei man gut unterwegs. „Ob wir schnell genug bauen, darüber kann man geteilter Meinung sein.“ Er könne die Sorgen der Bürger sehr gut verstehen, es könnte wie 2013 erneut ein Hochwasser kommen, bevor das Bollwerk fertig ist. „Diese latente Angst“, sagt Kaiser unmissverständlich, „kann ich niemanden nehmen, weil es tatsächlich wieder passieren kann. Doch müssen wir uns nicht vorwerfen lassen, zu langsam zu sein.“

Heinz Segner ist da anderer Meinung und manifestierte das plakativ mit einem handgemalten Schild, auf dem er die bisherige Bauzeit von neun Jahren anprangerte. „Es hängt meiner Meinung nach an der Arbeitsorganisation, hier wird nicht in einem Fluss gearbeitet.“ Andere Bürger aus der Runde stärkten Segner den Rücken und monierten die geringe Anzahl an Bauarbeitern auf der Baustelle. „Mal sind drei, mal fünf Leute zu sehen, manche Tage keiner und freitags ab Mittag sind schon alle fort“, wollen die Leute beobachtet haben. „Dabei hieß es Fertigstellung 2016, dann 2017 und nun erst 2018“, drangen Einwände aus der Runde ans Ohr von Kaiser.

Gegenfrage: „Wer hat denn diese Termine bekannt gegeben – wir, die LTV, nicht. Das sind Wunschtermine von anderen gewesen“, erklärte Kaiser, legte sich dann aber doch fest, in zwei Jahren fertig zu sein. Die Tatsache, dass alle unterirdischen Arbeiten abgeschlossen seien und nur noch oberirdisch gebaut werde, mache die übrige Bauzeit absehbar. „Ich möchte Ihnen aber auch keinen Sand in die Augen streuen, denn wir lösen hier eine tierische ingenieurtechnische Aufgabe, das braucht seine Zeit. Zumal so etwas noch nicht so kompakt gebaut wurde. Hier einsteht ein Prototyp.“

Obgleich Kaiser in dieser Sache nicht alle Besucher überzeugen konnte, punktete er mit seiner Souveränität, um die Wogen der deutlich spürbaren Bürgerempörung flach zu halten. So gelang es ihm, sich mit hoher Kompetenz auf technisch relevante Aussagen zum Bauwerk zu konzentrieren, die nicht minder spannend für die Besucher waren und wissbegierig aufgesogen wurden.

Von Frank Schmidt

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