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Landkreis Leipzig: Flut richtet 230 Millionen Euro Schaden an

Landkreis Leipzig: Flut richtet 230 Millionen Euro Schaden an

Nur elf Jahre nach der Jahrhundertflut 2002 setzte die Mulde die Region erneut unter Wasser. Wieder ist von einem Jahrhunderthochwasser die Rede. Und nochmals geht die Schadenssumme in eine dreistellige Millionenhöhe - soviel steht nach der ersten Bilanz fest, die jetzt vom Wiederaufbaustab des Landkreises gezogen wurde.

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Eine Stadt unter Wasser: Grimma meldete bisher Flutschäden in Höhe von 133 Millionen Euro.

Quelle: WWW.LEIPZIG-LUFTBILDER.NET

Landkreis Leipzig. Den bisher vorliegenden Meldungen aus den Städten und Gemeinden zufolge ist mit einer Schadenssumme von knapp über 230 Millionen Euro zu rechnen. "Unter Vorbehalt", ergänzte Landrat Gerhard Gey (CDU) zu den aktuellen Zahlen mit Stand von gestern Abend. Um die Planung des Wiederaufbaus in Gang zu bringen, sei eine schnelle Schadensermittlung wichtig gewesen. Als letzter Termin für Meldungen sei aber Ende Juli festgesetzt worden. Der Schwerpunkt des Hochwassers lag wie schon 2002 in der Stadt Grimma. Von dort, so teilte die Pressestelle des Landratsamtes mit, sei eine Schadenssumme von 134 Millionen Euro gemeldet worden. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hatte in ersten Schätzungen von 200 Millionen Euro gesprochen. Aus den übrigen Städten und Gemeinden des Landkreises wurden bislang 88 Millionen Euro an Hochwasserschäden gemeldet, darunter allein 27,9 Millionen Euro aus Colditz. Trebsen (14 Millionen Euro) und Wurzen (11,6 Millionen Euro) meldeten die nächsthöheren Schadenssummen. Die Schäden des Landkreises selbst gab die Pressestelle mit über acht Millionen Euro an. Insgesamt liegen die bisherigen Schadenssummen damit ungefähr bei der Hälfte des Jahres 2002, die seinerzeit mit knapp 500 Millionen Euro angeben wurden. Betroffen waren nach Angaben des Landkreises 26 Städte und Gemeinden mit knapp 100 Ortsteilen, keineswegs nur im Bereich der Mulde. Darin sind auch die Ortsteile erfasst, die an der Schnauder, Parthe, Lossa, Gössel und anderen Bächen liegen sowie Geithain und Umgebung, obwohl es dort keinen Katastrophenalarm gab. Insgesamt wurden etwa 42 Quadratkilometer Fläche durch Fließgewässer überflutet. Während des Katastrophenalarms seien rund 1000 Kräfte im Einsatz gewesen, so teilte der Landkreis mit, die durch die technische Einsatzleitung geführt wurden. Dazu gehörten unter anderen Katastrophenschutzzüge des Landkreises, THW, Polizei, Bundeswehr, DRK und Kriseninterventionsteam sowie bis zu 50 Mitarbeiter des Landratsamtes. Weitere Kräfte, vor allem Feuerwehren, waren in den Gemeinden im Einsatz, die außerhalb des Katastrophenalarmes vor Ort gegen die Flut gekämpft haben. Hinzu kommen ungezählte freiwillige Helferinnen und Helfer, die die Einsatzkräfte unterstützt haben. Zur Sicherung von Leib und Leben waren ungefähr 6000 Evakuierungen geplant. Verletzte seien nicht gemeldet worden, so die Pressestelle, und auch der Verlust bei den Tieren habe sich in Grenzen gehalten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2013

Heinrich Lillie

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