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Grimma Landkreis Leipzig besetzt Feuerwachturm
Region Grimma Landkreis Leipzig besetzt Feuerwachturm
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11:19 26.07.2018
Dank schneller Wahrnehmung und des beherzten Eingreifens der Feuerwehr konnte der Brand nahe des Jägersteins schnell gelöscht werden. Quelle: Sachsenforst
Borna/Grimma

Eine Zigarettenkippe, achtlos aus dem Fenster eines Autos geschnippt, muss die Ursache gewesen sein – darin stimmen Polizei und Forstverwaltung überein: Als am Rand der Bundesstraße 176 mitten im Colditzer Forst am Abend des 18. Julis Flammen züngelten, griffen Kraftfahrer beherzt ein. Sie alarmierten nicht nur die Feuerwehr. Mit einer Fußmatte und dem PKW-Feuerlöscher dämmten sie den im Straßengraben wachsenden Brandherd ein und verhinderten Schlimmeres.

Dank schneller Wahrnehmung und des beherzten Eingreifens der Feuerwehr konnte der Brand nahe des Jägersteins schnell gelöscht werden. Quelle: Sachsenforst

Rauchen im Wald grundsätzlich verboten

„Für dieses beherzte Handeln sind wir dankbar“, sagt Bernd Becker von der Forstbehörde des Landkreises. Angesichts der enorm hohen Brandgefahr in Wald und Feld fordern der Staatsbetrieb Sachsenforst wie die Kreisbehörde größte Umsicht und Vorsicht. Rauchen im Wald sei grundsätzlich verboten. Doch auch anderes könne ein Feuer auslösen: das Abstellen eines Autos auf Gras oder Waldboden etwa.

„Trotz der großen Trockenheit ist bisher im Wald relativ wenig passiert. Wir hatten im Landkreis Leipzig zwar Feldbrände weit über das Maß der vergangenen Jahre hinaus, doch nur in wenigen Fällen griffen die auf Wald über“, sagt Becker. Nahe Kössern etwa hätten Anfang des Monats Flammen von einem Getreideschlag auf ein Stück Wald übergegriffen. Doch auch hier habe der Schaden in Grenzen gehalten werden können.

Nach Sturm Friederike noch viel Bruchholz im Wald

Würde sich ein Feuer im Wald ausbreiten, wäre das höchst gefährlich, warnt Förster Falkhard Dau, der das Revier Waldmühle im Colditzer Forst betreut: „Nach den Verwüstungen, die Sturm Friederike verursachte, liegen vielerorts noch Stämme und Kronen übereinander, Massen von Holz. Hier könnte die Feuerwehr unter Umständen nur schwer etwas ausrichten.“ Zwar habe man in den vergangenen Monaten schon viel Bruchholz aufarbeiten und die Hauptwege passierbar machen können, doch bleibe das Gefährdungspotenzial sehr groß.

Umso bedauerlicher sei, wenn manche der Waldbesucher leichtfertig und verantwortungslos handelten. Ein Entstehungsbrand nahe des Jägersteins im Mai sei ebenfalls von Tabaksglut ausgelöst worden, habe aber – zeitig entdeckt – gelöscht werden können, ehe es Dickicht erfasste. Mit den Feuerwehren spiele man Waldbrand-Szenarien regelmäßig durch, so Dau: „Die Kameraden kennen sich aus, wissen, wo sie Löschwasser entnehmen können. Das wird immer wieder geübt.“

Fahrlässigkeit ist häufigste Brandursache

„Die Situation ist angespannt, und sie wird es noch einige Zeit bleiben“, urteilt Forstdirektor Andreas Padberg, der den Sachsenforst-Bezirk Leipzig leitet. Wer im Wald unterwegs sei – und sei es als Autofahrer auf einer der Straßen – müsse dem unbedingt Rechnung tragen. „Alle Brände in diesem Jahr hatten die selbe Ursache: Fahrlässigkeit.“ Betretungsverbote, wie sie zurzeit etwa in Nordsachsen in den höchst brandgefährdeten Heidewäldern in Kraft seien, werde es im Landkreis Leipzig nicht geben. Anders als etwa in der Dübener Heide, klassifiziert als Gefahrenklasse A, seien die Kippenwälder des Südraumes in B, der Glastener und Colditzer Forst aufgrund größeren Laubbaum-Bestandes in C eingeordnet.

In der aktuellen Situation besetzt der Landkreis Leipzig den Feuerwachturm auf dem nordsächsischen Schildberg bei Schildau mit einem geschulten Mitarbeiter, um unmittelbar an der nördlichen Kreisgrenze einen Blick auf den Wald zu haben – präziser als ihn Kamerasysteme haben könnten. Padberg empfiehlt, sich im Internet über die aktuelle Waldbrand-Situation zu informieren und die „Eichhörnchen“-App zu nutzen: Die liefere nicht nur Verhaltensmaßgaben, sondern verfüge via GPS auch über eine präzise Feuermelde-Funktion.

www.forsten.sachsen.de/wald/184.htm

Mehr zum Thema

Sommer 2018: Feld- und Waldbrände in der Region Leipzig

Von Ekkehard Schulreich

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