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Landkreis auf ein neues Jahrhunderthochwasser besser vorbereitet

Schutz bei Wurzen und an Elster und Pleiße Landkreis auf ein neues Jahrhunderthochwasser besser vorbereitet

Wenn es in diesem Jahr zu einem Hochwasser wie im Juni 2013 kommen würde, wären die Schäden entlang von Mulde, Elster und Pleiße geringer. Das ist die Folge erheblicher Investitionen in den Hochwasserschutz seither, sagt Axel Bobbe, der Leiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Rötha

Hochwasser bei Wurzen 2013.

Quelle: LVZ

Rötha.

Dabei sind die Konsequenzen, die nach dem ersten großen Hochwasser im Jahr 2002 gezogen wurden, unübersehbar. Etwa im Südraum Leipzig. Dort war es im Juni 2013 gelungen, riesige Wassermengen der Pleiße, die bei Windischleuba über die Landesgrenze nach Sachsen bei Thräna drängten, aufzufangen – in der Bornaer Adria und im Rückhaltebecken Regis sowie in der Talsperre Schömbach und im Witznitzer Stausee. Dadurch sei es gelungen, die Wassermassen derart zu verringern, dass statt der 350 Kubikmeter Durchfluss pro Sekunde bei Thräna in Leipzig nur noch 30 Kubikmeter pro Sekunde ankamen. Allerdings hatten die Wassermassen erhebliche Schäden an den Speicherbecken und der Talsperre zur Folge, die für etwa eine Million Euro beseitigt werden mussten, sagt LTV-Chef Bobbe. In den Jahren 2014 und 2015 setzte die LTV Hochwasserschutz-Investitionen von jeweils 90 Millionen Euro um. In diesem Jahr sind Investitionen für 70 Millionen Euro vorgesehen.

Das Hochwasser vor reichlich anderthalb Jahren blieb hinter dem ersten großen Hochwasser seit Jahrzehnten im August 2002 zurück. Das wird besonders in Grimma deutlich. Zwar lief die Mulde auch 2013 wieder in die Innenstadt und verursachte erhebliche Schäden bei Privatleuten wie Firmen, „die Straßen wurden aber diesmal nicht aufgerissen“. Hatte die Mulde beim Hochwasser 2002 in der Spitze einen Abfluss von 2600 Kubikmetern pro Sekunde, so waren es elf Jahre später „nur“ 2000 Kubikmeter pro Sekunde. Gegen ein Hochwasser dieser Größenordnung soll Grimma geschützt sein, wenn sämtliche Deichbauten beendet sind. Das soll im Wesentlichen bis Ende 2018 geschehen sein. Bobbe weiter: „Gegen das, was wir 2002 hatten, ist die Stadt aber nicht zu schützen.“ Dafür müssten die Schutzmauern noch einen Meter höher gezogen werden, wogegen schon stadtplanerische Gründe sprechen.

Bobbe weiß auch, dass beim Hochwasserschutz längst nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Das gilt etwa für Pegau, wo es zwar eine Reihe von Projekten zum Hochwasserschutz gibt, etwa den geplanten Staudammausbau an der Bundesstraße 2 oder die vorgesehene Errichtung eines großen Wehrs an der Tankstelle. Die Stadt Pegau indes vollständig gegen ein Jahrhunderthochwasser zu sichern, „dazu wären 120 Millionen Euro nötig“, sagt Bobbe. Eine Summe, die nach Berechnungen von Fachleuten in keinem vertretbaren Verhältnis von Kosten und Nutzen stünde. Heißt: Die Beseitigung potenzieller Hochwasserschäden ist im Zweifelsfall günstiger als die komplette Sicherung der Stadt. Bobbe weiß, dass das schwer bis gar nicht zu vermitteln ist, weshalb in Pegau auch Bürgerinitiativen gegen diesen Umstand mobil machen. Die Entscheidung über die Bewilligung von Geldern zum Hochwasserschutz liege aber nicht bei der LTV, macht Bobbe klar.

Der erfahrene Hochwasser-Experte räumt ein, dass es nach dem ersten großen Hochwasser 2002 Kommunikationsprobleme gab. Es sei jedenfalls in vielen Fällen nicht gelungen, den Begriff eines Jahrhunderthochwasser zu erklären. Deshalb seien viele Anwohner, gerade an Flüssen, davon ausgegangen, dass sie mit einer derartigen Katastrophe zu Lebzeiten kaum noch einmal rechnen müssen. „Es handelt sich aber nur um einen statistischen Wert“, sagt Bobbe. Theoretisch könne ein Jahrhunderthochwasser schon in diesem Jahr wieder anstehen.

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Von Nikos Natsidis

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