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Landrat besucht Papierfabrik Trebsen – Maschinen arbeiten rund um die Uhr

Unternehmenstour Landrat besucht Papierfabrik Trebsen – Maschinen arbeiten rund um die Uhr

Rund um die Uhr arbeiten die Maschinen in der Papierfabrik Trebsen. Landrat Henry Graichen (CDU) stattete dem traditionsreichen Unternehmen einen Besuch ab. Es investiert in Lärm- und Sichtschutz, um die Belastungen der Anwohner zu minimieren.

Am laufenden Band: Betriebsleiter Maik Nürnberger, Landrat Henry Graichen und ehrenamtlicher Bürgermeister Stefan Müller in der Produktion.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Die neu gebaute Fischtreppe am Muldewehr Neichen als Sinnbild für den industriellen Aufschwung in Trebsen war nur ein Gesprächsthema beim Unternehmensbesuch von Landrat Henry Graichen (CDU) in der Papierfabrik Julius Schulte. Mit dem Gesellschafter Eberhard Pothmann und dem geschäftsführenden Gesellschafter Jörg Kober sowie dem Betriebsleiter Maik Nürnberger und Sebastian Patzer vom Rechnungswesen informierte ein Quartett den Kommunalpolitiker über das Unternehmen, dessen Werksentwicklung und Standortsicherung. Während der Stammsitz in Düsseldorf ist, geht die Tradition der Aufbereitung von Altpapier in Trebsen bis ins Jahr 1893 zurück. In dem einst von Anton Wiede gegründeten Betrieb sind heute 126 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 13 Auszubildende. Auf etwa 200.000 Quadratmeter Betriebsfläche wird an 365 Tagen im 5-Schichtbetrieb gearbeitet. So konnten bei einem Exportanteil von 70 Prozent im Vorjahr etwa 71 Millionen Euro Umsatz gemacht werden. Das Transportaufkommen habe sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt, erklärte Patzer. Etwa 40 bis 50 Zwanzigtonner rollen täglich mit Altpapier in den Betrieb. Ebenso viele Fahrzeuge verlassen Trebsen mit recyceltem Papier für die weiterverarbeitende Industrie.

Letztere Tatsache hat in der Vergangenheit wegen massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität zu Klagen durch Anwohner in der benachbarten Pauschwitzer Straße geführt. Vor allem, weil die Brummis nachts vor deren Wohnhäusern parkten, bevor sie das Werksgelände befahren durften. Inzwischen, so versichert die Unternehmensspitze, sei die Situation entschärft worden. Die Lkws müssen bis zu ihrer Einfahrgenehmigung in der Industriegebietsstraße parken. In diesem Kontext wurde auf die „betriebsinterne Lösung“ verwiesen, zu der ein Park- und Leitsystem auf dem Betriebsgelände parallel zur Pauschwitzer Straße ebenso gehören wie ein Lärm- und Sichtschutzwall. Hierfür nehme das Unternehmen etwa 1,4 Millionen Euro in die Hand. Bis Ende Mai soll das umfangreiche Bauprojekt abgeschlossen sein, kündigte Nürnberger an.

Zu den mit Stolz präsentierten Vorzeigeprojekten der Papierfabrik gehören „die zukunftsorientierten Investitionen“ für die in mehreren Schritten modernisierte Abwasserbehandlung sowie das eigene Kraftwerk zur Stromgewinnung. Nicht zuletzt diese teils optisch überragenden technischen Anlagen haben die Silhouette des Betriebsgeländes nachhaltig verändert. Außerdem stehen im Investitionsplan bis 2017 der Bau einer Biomethananlage, für die derzeit das Genehmigungsverfahren laufe. Auf Schattenseiten angesprochen, kommt Kober sofort auf die Ausbildung zum Papiertechnologen zu sprechen. „Obwohl wir viel Energie in die Nachwuchswerbung stecken, sind Auszubildende nur schwer zu finden. Die Voraussetzungen dafür sind Realschulabschluss mit guten Leistungen in Mathematik, Physik und Chemie. Wir wollen ausbilden, um zu übernehmen. Und dafür sind wir auf Unterstützung des Landkreises und der Stadt angewiesen“, redete Kober Klartext über diese schwierige Situation.

Von Frank Schmidt

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