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Grimma Landrat und LVZ ehren Heimatpreisträger
Region Grimma Landrat und LVZ ehren Heimatpreisträger
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17:05 19.05.2015
Das Harfenduo der Musikschule Ottmar Gerster unterhielt die Gäste der Heimatpreisverleihung. Quelle: Jens Paul Taubert

Mit einer Geschichte über das Mädchen Sarah stieg Matthias Weismann, Superintendent des den Landkreis umfassenden evangelisch-lutherischen Kirchenbezirkes Leipziger Land, in seine Festrede ein. Zum zehnten Geburtstag habe das Mädchen ein Smartphone geschenkt bekommen und danach festgestellt, dass es "mit Facebook noch besser sei als in Wirklichkeit". Sarah, so stellte Weismann fest, "bewegt sich in einer Welt, die es für mich bis zur Mitte meines bisherigen Lebens gar nicht gab". Das habe ihn zu der Frage veranlasst, ob das Internet wohl Sarahs Heimat sei. Die allerdings, so der Superintendent, habe er mit "ach nee" beantwortet. Er zähle zu jenen, bei denen Erinnerungen an Orte und Erlebnisse, an den Fußballplatz und skurrile Nachbarn, an den ersten "außerfamiliären Kuss" und selbst an Gerüche noch Glanz in den Augen erzeugen würden. Auch Sarah komme noch raus, erzählte Weismann, und erfreue sich noch an der einen oder anderen "face to face erzählten Story". Doch die Geschichte mit der Heimat sei kein Selbstläufer mehr. Es sei eine Herausforderung, ihr die richtige Rolle zuzuweisen. "Heimat ist in Bewegung geraten." Welten würden sich überschneiden, Mobilität und Flexibilität seien die Schlagworte der Gegenwart. Für ihn aber sei Heimat das Synonym für Geborgenheit - und damit schlug der Festredner den Bogen zur Festveranstaltung. Heimweh sei das Gefühl des Verlassenseins. Wer sich für die Heimat engagiere, vermittele Werte, Halt und Orientierung. Dass dieser Einsatz eine Würdigung erfahre, sei eine gute Sache.

Vor Weismanns Ansprache hatte Bad Lausicks Bürgermeister Josef Eisenmann all jene, die auf Grund ihres Engagements für die Heimat zur Ehrung vorgeschlagen waren, begrüßt und dabei den Werdegang der Schule aufgezeigt. Gegründet im Jahre 1886, sei sie von 1958 bis 1968 auch seine - schulische - Heimat gewesen. Seit zwei Jahren laufe eine grundhafte Sanierung, deshalb sei er erfreut, "voller Stolz" die Gäste zur Heimatpreisverleihung in der rekonstruierten Aula begrüßen zu können.

Landrat und LVZ belohnten in dem geschichtsträchtigen Umfeld mit dem Heimatpreis Menschen, die nicht zuschauen, sondern anpacken und etwas für ihre Heimat tun, mehr als nur die Pflicht - ein Engagement, das auf alle Nominierten zutraf. Der Preis für eine Einzelperson ist mit 500 Euro dotiert und ging an das Ehepaar Holler. Die Auszeichnung eines Vereins, verbunden mit einer 1000-Euro-Prämie, erhielt diesmal der Kulturverein Böhlen. Impulse wird jener Preis genannt, der das besondere Engagement von jungen Menschen belohnt und der zusammen mit 500 Euro nicht zum ersten Mal an ein besonders aktives Schülerteam der Mittelschule im Lossatal ging. Alle Prämien sind dazu gedacht, die herausragende Arbeit der Preisträger auch weiterhin zu ermöglichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2013

Heinrich Lillie

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