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Grimma Landrat widerspricht Grimmas Stadtchef: Roter Ochse wird nun doch Asyl-Unterkunft
Region Grimma Landrat widerspricht Grimmas Stadtchef: Roter Ochse wird nun doch Asyl-Unterkunft
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18:59 27.11.2015
Der Rote Ochse im Gewerbepark von Grimma Süd wird nun doch zur Flüchtlingskunterkunft umgestaltet. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Große Verwunderung gab es Freitagbend bei der Informationsveranstaltung des Landkreises zur Unterbringung weiterer Asylbewerber in Grimma. Nachdem Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) noch am Donnerstagabend erklärt hatte, dass die Pläne, den Roten Ochsen im Gewerbepark Süd als Asylunterkunft zu nutzen, vom Tisch seien, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU) einen Tag später das Gegenteil: „Aufgrund erhöhter Zuweisungen von Flüchtlingen sind wir gezwungen, jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, um die vielen Asylbewerber unterzubringen.“ 200 Grimmaer erfuhren im Rathaussaal zudem, dass auch die Sporthalle der Berufsschule zur Asylunterkunft umfunktioniert wird. Im Roten Ochsen sollen nach Angaben von Graichen noch vor Weihnachten die ersten Asylsuchenden einziehen. Am 22. Dezember wird das Haus belegt, eine Woche später folgen weitere Flüchtlinge und ziehen in die zu Teilen gewerblich genutzte Immobilie ein.

An der Informationsveranstaltung in Grimma nahm auch Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz teil. Ein größeres Aufgebot Polizei sicherte die Veranstaltung ab, bei der es zwischendurch zu heftigen Wortgefechten einzelner Teilnehmer kam. Uwe Wurlitzer, Generalsekretär der AfD Sachsen sorgte mit seinen Kommentaren für eine hitzige Debatte und musste von Berger zur Ordnung gerufen werden.

Für den Roten Ochsen hatte eine Betreiberfirma aus Niedersachsen einen Bauantrag zur Umnutzung eingereicht und vor wenigen Tagen das Projekt aufgegeben, „da eine Baugenehmigung nicht zu erwarten sei“, hatte Matthias Berger erklärt. Das ist seit Freitagabend nun offenbar wieder anders. 

thl

 

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