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Grimma Lebensretter mit Herzblut: Grimmaer Feuerwehr öffnet Tür und Tor im Gerätehaus
Region Grimma Lebensretter mit Herzblut: Grimmaer Feuerwehr öffnet Tür und Tor im Gerätehaus
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00:18 14.06.2017
Gaffer erwünscht: Hier demonstrieren die Kameraden das Retten von Personen aus einem Unfallauto. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

„Für die meisten Menschen ist die Feuerwehr nur dann interessant, wenn sie gebraucht wird“, sagte Siegfried Schanze und fügte an, „wie gut und wichtig es ist, dass sich die Kameraden mal mit ihrer ganzen Technik vorstellen.“ Und genau das konnten er und zahlreiche Besucher beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Grimma erleben.

„Wir machen diesen Präsentationstag nur alle zwei oder drei Jahre, weil es auch ein immenser organisatorischer und logistischer Aufwand ist“, erklärte Thomas Knoblich, Pressesprecher der Grimmaer Floriansjünger. Mitnichten habe das etwas mit Bequemlichkeit zu tun, vielmehr mit der Konzentration auf das Wesentliche. Immerhin haben die 68 Feuerwehrleute, darunter 12 Frauen in diesem Jahr schon 72 Einsätze absolviert, also durchschnittlich drei pro Woche. Ganz zu schweigen von den regelmäßigen wöchentlichen Diensten und anderen Aktivitäten wie Hochwasserschutzübung oder Absicherungen von Sport- und Kulturveranstaltungen.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grimma begeisterten mit einer eindrucksvollen Schau im und vor dem Gerätehaus zu ihrem Präsentationstag. Für die Besucher gab es allerlei zu sehen – neueste Technik und Demonstrationen des Könnens der 68 Brandbekämpfer.

Da drängt sich schon die Frage auf, wann haben diese Kameraden mal Ruhe oder Zeit für eigene Hobbys? „Das ist ihr Hobby, dem sie mit Leib und Seele nachgehen“, weiß Ulrike Lengwenus nur zu gut. Schließlich gehören Tochter Anke und Schwiegersohn Daniel Klemm zur Stammmannschaft der Feuerwehr. Und die Mutter weiß auch, dass ihre Kinder einen nicht immer einfachen und gefahrlosen Einsatz haben. „Angst? Nein, so würde ich das nicht nennen, eher habe ich ein mulmiges Gefühl. Aber das kann ich verdrängen, weil ich weiß, sie und ihre Kameraden helfen Menschen, die in Not geraten sind. Und wenn das nachts ist, haben wir als Großeltern oft das Kind der beiden bei uns. Aber das ist für uns genau so selbstverständlich, wie sich die Freiwillige Feuerwehr für andere aufopfert.“

Und das färbt ab. „Die technischen Innovationen und der Teamgeist bei der Feuerwehr reizen mich, dabei zu sein“, sagte Richard Ambrosius. Der 13-Jährige gehört seit zwei Jahren der 34-köpfigen Jugendfeuerwehr an und habe diesen Schritt „nie bereut“. Zwei Jahre länger dabei ist Ralf Duda. Der Teenager bringt seine Motivation mit einem Satz auf dem Punkt. „Für mich ist das Herzblut.“ Kein Wunder, dass die Grimmaer Feuerwehr ein echtes Luxusproblem hat. „Es gibt in der Tat viele Bewerber, aber wir wollen keine Massenabfertigung. Außerdem bedarf es Personal, um die Jugendfeuerwehr sinnvoll und qualitativ gut zu betreuen“, sagte Knoblich. Ein etwas anderes Lied konnte da Melanie Koch von der Wasserwacht singen. „Im Kinder- und Jugendalter haben wir extrem hohen Zuspruch. Später, wenn Studium und Berufsausbildung rufen, springen die meisten wieder ab.“ Aber was hat die Wasserwacht mit der Feuerwehr am Hut? „Zum Beispiel Hochwassereinsätze oder das Hand in Hand beim Muldental-Triathlon. Und da können wir noch Verstärkung gebrauchen“, nutzte Melanie Koch die Gelegenheit zur Werbung in eigener Sache.

Wie ihre Technik gehörten zum Rahmenprogramm auch Vorführungen, wie man in einer Gefahrensituation das eine oder andere besser nicht tun sollte, wenn in der Küche der Tiegel brennt, oder wie moderne Technik eingesetzt wird, wenn dann der eigene Löschangriff misslingt. Hoch professionelles Gerät zeigte Volker Krause von der Berufsfeuer Leipzig. Ein auf Ketten fahrendes Lösch- und Belüftungsgerät, welches in Tunnelanlagen zum Einsatz kommt. Und die Grimmaer Kameraden selbst demonstrierten mit Schere und Spreizer, wie ein Unfallauto zerschnitten wird, um den Insassen medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Werden bei solchen Einsätzen Neugierige geblockt, „sind heute mal Gaffer ausdrücklich erwünscht“, sagte Knoblich etwas verschmitzt und augenzwinkernd.

Von Frank Schmidt

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