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Grimma Leerstand in Grimmas Auenpassage macht den Händlern zu schaffen
Region Grimma Leerstand in Grimmas Auenpassage macht den Händlern zu schaffen
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05:00 26.09.2017
Christian Donner gehört zu den Gewerbetreibenden die der Auen-Passage die Treue halten. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Immer mehr Leerstand in der Auen-Passage am Platz der Einheit in Grimma erfreut weder die Passanten noch die Händler und Gewerbetreibenden selbst. Es gibt derzeit mit Nahkauf einen Discounter, außerdem eine Apotheke, einen Lotto-Laden, Reisebüro und Friseur. Über der Ladenpassage befinden sich eine Gemeinschaftspraxis, ein Zahnarzt und eine Physiotherapie.

Nachdem die Sparkasse aus dem Gebäude auszog, ist nun auch der Bäcker und Fleischer nicht mehr vorhanden. Während die Sparkasse am Pulverturm einen Selbstbedienungs-Service ganz in der Nähe installierte, hat Nahkauf Fleisch- und Backwaren im Angebot. Was jedoch geblieben ist, ist der Leerstand der Geschäfte.

Christian Donner (40), Inhaber der Linden-Apotheke, sieht Handlungsbedarf. Vor 22 Jahren gehörte seine Mutter, Elisa Donner, zu den ersten Mietern in der Passage. „Das Neubaugebiet bot sich als Standort an, um die Leute dort zu versorgen “, sagt Donner, der 2006 das Geschäft seiner Mutter übernahm. Zu dem Zeitpunkt gab es noch ein Schlecker-Drogeriemarkt, der auch viele Kunden anzog. Donner sitzt im Stadtrat (Bürger für Grimma). Auch dort mahnte er bereits eine bessere Auslastung der Auen-Passage an und setzte sich dafür ein, dass diese im Handelskonzept für die Stadt Grimma enthalten ist. Denn rund 2600 Einwohner leben in Grimma-Süd. Der 40-jährige selbst hat schon mehrfach das Gespräch mit dem Management vom PEP gesucht, zu dem die Passage bis vor kurzem gehörte. Mittlerweile gibt es einen neuen Eigentümer, die Marathon Real State Management GmbH in Braunschweig. „Ich hoffe, dass der neue Investor in den Standort investiert“, so Donner. Der Apotheker hat konkrete Vorstellung. „Anstatt das 20. Handygeschäft in Grimma zu eröffnen, könnte der Discounter sich vergrößern“, schlägt er vor.

Christian Donner ist mit einer Apotheke in der Auenpassage angesiedelt. Quelle: Thomas Kube

Unzufrieden ist auch Anja Geißler (41) mit dem Leerstand der Auenpassage. „Ich habe das Reisebüro 2000 von meinen Eltern übernommen“, erzählt sie. Damals sei die Welt noch in Ordnung gewesen. „Der Bäcker fehlt sehr, da viele ältere Leute hier gern einen Kaffee getrunken haben“, erzählt sie. Doch auch der Blumenladen und der Fleischer werden vermisst, die hier einmal ihren Sitz hatten. Kerstin Rädler (48) vom Friseursalon ist seit Anfang an in der Passage. „Erst war ich Angestellte und jetzt bin ich selbstständig. Ich würde gern meinen Salon modernisieren. Doch ich weiß nicht, ob ich in den Räumlichkeiten bleiben kann, wenn eventuell der Discounter sich erweitert“, sagt sie. Sie könnte sich vorstellen, dass eine Drogerie oder ein An- und Verkauf in die Auenpassage Einzug hält. Gerhard Heinz (65) gehört zu den Stammkunden von Kerstin Rädler. „Ich komme gern hierher. Ich würde mir jedoch noch einen Fleischer und eine Drogerie hier wünschen“, meint er.

Geld in die Auen-Passage zu stecken würde sich nicht nur in den Augen von Kerstin Räder lohnen. Denn das Umfeld sei in den letzten Jahren attraktiver geworden. Dazu gehöre die sanierte Grundschule, der schöne Spielplatz und die Wohnblöcke an der Königsnase, die modernisiert wurden. Ob es jedoch der neue Eigentümer vorhat, war ihm nicht zu entlocken. Jochen Sahr von der Marathon Real Estate Management GmbH ließ ausrichten, dass er sich dazu nicht in der Öffentlichkeit äußern wolle. Zur Zukunft der Auenpassage würde er mit den Gewerbetreibenden und Händlern selbst reden. Bleibt zu wünschen, dass er initiativreich den Leerstand ein Ende bereitet.

Von Cornelia Braun

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