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Grimma Lehrerstreik: Ausfälle in den meisten Schulen des Landkreises Leipzig
Region Grimma Lehrerstreik: Ausfälle in den meisten Schulen des Landkreises Leipzig
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17:24 06.02.2017
Am Mittwoch streiken die Lehrer. Auch im Landkreis Leipzig wird vielerorts der Unterricht ausfallen.  Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

In den meisten Schulen des Landkreises Leipzig wird am Mittwoch nur eingeschränkt Unterricht stattfinden – die Bildungs-Gewerkschaft GEW Sachsen (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) hat, nachdem die zweite Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Ende Januar ohne Ergebnis blieb – zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Wie alle Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auch. Viele Lehrer aus den Einrichtungen im Kreis Leipzig folgen dem Aufruf, an einer Kundgebung in Dresden teilzunehmen.

Die Betreuung der Schüler wird ausnahmslos gewährleistet sein. Vielerorts wird der planmäßige Unterricht aber ausgesetzt. Der Sächsische Lehrerverband signalisierte am Montag: „Die Eltern werden darüber informiert, welche Auswirkungen der Arbeitskampf konkret an der Schule ihres Kindes haben wird. An den Schulen wird vor Ort entschieden, inwieweit Notdienste eingerichtet werden, falls Eltern die Schüler am Streiktag nicht zu Hause lassen können.“

Signale zur (teilweisen) Streik-Teilnahme ihrer Kollgen sendeten die meisten Schulen schon am Montag. In anderen wird erst am heutigen Dienstag entschieden. Vom Gymnasium Brandis werden definitiv Lehrer an den Streik-Veranstaltungen teilnehmen, heißt es von der Schulleitung. In jedem Fall findet der Unterricht für die Fünft- und Sechstklässler statt. Auch für die 11. Und 12. Klassen wird eventueller Unterrichtsausfall ausgeglichen, da vor allem die Abiturjahrgänge kurz vor den Prüfungen stehen. Auch der Leiter des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin, Dr. Wolf-Dieter Goecke, geht davon aus, dass sich einige seiner 89 Lehrer am Streik beteiligen. Jeder Gymnasiast erhielt am Montag einen Brief für seine Eltern, in dem über die Situation informiert wird. „Bei den Streiks in der Vergangenheit seien an diesen Tagen nicht alle Schüler gekommen“, so Goecke – eine diesbezügliche Rückmeldung der Eltern wird am Dienstag erwartet. Auch diesmal wird es „eine Notbetreuung geben“, normaler Unterricht sei durch die streikenden Kollegen nicht möglich. Die Vorprüfungsklausur für die Zwölftklässler finde aber auf jeden Fall statt. Die Schulleiterin des Gymnasiums Am Breiten Teich in Borna, Margitta Schade, erklärte: „Bei uns findet zumeist normal Unterricht statt. Die Klassen, deren Lehrer streiken, werden anderweitig beschäftigt.“

Ein Großteil der Lehrer des Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums Wurzen wird sich morgen am Streik beteiligen, sagte Schulleiter Frank Fingas. „Der Unterricht von der fünften bis zur zehnten Klasse fällt an diesem Tag komplett aus. Lediglich in den oberen Klassenstufen gibt es vereinzelte Angebote. Darüber hinaus ist eine Notbetreuung organisiert.“ Genauere Informationen seien der Internetseite der Schule zu entnehmen, so Fingas. Ausfälle wird es auch an der Wurzener Pestalozzi-Oberschule geben, informierte Schulleiter Steffen Rößler: „Einzelne Kollegen haben angekündigt, den Streik aktiv zu unterstützen. Daraufhin habe ich Elternbriefe rausgeschickt. Für alle Kinder bis zur siebten Klasse wird es bei Unterrichtsausfall entsprechende Betreuungsangebote geben.“

Auch in den Grundschulen Kohren-Sahlis, Brandis, Panitzsch und Bennewitz wird gestreikt. In den Grundschulen Neukirchen und Borna-West sei der Unterricht abgesichert – es würden nicht alle Kollegen nach Dresden fahren, hieß es. Zu 100 Prozent werden sich die Pädagogen der Grundschule in Trebsen am Ausstand beteiligen, ließ Schulleiterin Annett Rackwitz auf Nachfrage wissen. Die Kollegen in Beucha, Bad Lausick und Frankenhain haben sich gegen den Warnstreik entschieden – hier findet regulärer Unterricht statt. Die Situation sei, wie etwa in der Bornaer Grundschule Clemens-Thieme ohnehin schwierig, weil viele Lehrer krankheitsbedingt ausgefallen sind.

Bei den Oberschulen ist die Streikbeteiligung flächendeckender. In Brandis fahre die Hälfte des Kollegiums nach Dresden. „Dadurch fällt auch etwas über die Hälfte aller Stunden aus“, sagt Schulleiter Uwe Storek. Die Oberschule in Grimma „wird nicht komplett bestreikt, es gibt einen Vertretungsplan“, informierte Schulleiter Steffen Kretschmar. Die Schüler seien versorgt. Kretschmar kündigte an, dass alle nötigen Informationen für die Schüler und deren Eltern ab Montag auf der Internetseite der Schule hinterlegt werden, dort müssten sich die Schüler auch über den Vertretungsplan informieren. In Trebsen treten etwa 80 Prozent der Oberschullehrer in den Arbeitskampf, bestätigte Schulleiter Detlef Hörig. Für Schüler, die nicht zu Hause bleiben könnten, sei eine Notbetreuung sichergestellt.

Unterrichtsausfälle wird es zudem in den Oberschulen Bad Lausick, Kitzscher und Frohburg geben. Jene Kinder, die dennoch in die Schule kämen, würden betreut, versicherte die Schulleitung. Frohburgs Direktor Ingo Pfretzschner: „Die Vorprüfung der Zehnten findet wie geplant statt. Und die Achtklässler besuchen die LVZ-Druckerei in Stahmeln.“

Von thl, JT, sp, fpr, mhs, es

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