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Lehrreiche Streifzüge bei der Neuauflage des Naunhofer Heimatwandertages

Herbstwanderung Lehrreiche Streifzüge bei der Neuauflage des Naunhofer Heimatwandertages

Der Naunhofer Heimatwandertag ist nicht nur etwas für Wanderfreunde, die gern an der frischen Luft unterwegs sind. An verschiedenen Stationen der Tour erfahren die Teilnehmer unterschiedliche Dinge aus der Heimatgeschichte.

Diese Naunhofer Runde machte am Grethener Naturfreundehaus Station.

Quelle: Bert Endruszeit

Naunhof. Ob zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad, beim Heimatwandertag nutzen am Dienstag etliche Ausflügler die Gunst der Stunde, Naunhof und Umgebung wieder einmal aus neuer Perspektive kennenzulernen. Denn das Sammeln von Stempeln war kein Selbstzweck, vielmehr gab es an jeder vorbereiteten „Stempel-Station“ viel Neues zu erfahren.

Diese Gelegenheit ließen sich auch acht Naunhofer nicht entgehen, die sich aus der örtlichen Theatergruppe kennen. „Wir sind immer mit dabei, nur im vergangenen Jahr mussten wir unsere Tour abbrechen, weil es wie aus Kannen geschüttet hat“, sagte Heike Freitag. Bei der diesjährigen Auflage war von allem etwas dabei – leichte Regenschauer, Sonnenschein, Platzregen. „Gemeinsam unterwegs sein und dabei viel Interessantes sehen und hören“, sind für Jürgen Wagner die Markenzeichen des Heimatwandertages. Manchmal muss man bei so einer Tour auch um die Ecke denken. „Vor Jahren hat mal jemand die Schilder umgestellt, da sind wir dann in Klinga in der Sandgrube gelandet. Aber wir sind trotzdem wieder auf den richtigen Weg gekommen.“

Ausgerüstet mit Wasserflasche, ein paar Äpfeln und etwas Kleingeld als Spende für die einzelnen Stationen konnte auch in diesem Jahr nichts schiefgehen. „Für mich besonders interessant war die Eisenbahnausstellung im Vereinshaus“, so Wagner. „Dort erfährt man viel Wissenswertes über den alten Bahnhof oder die früheren Gleisanschlüsse zum Betonwerk. Schon in 20 Jahren wird sich an solche Dinge ja kaum noch jemand erinnern.“ Auch wenn er das Vereinshaus schon von einigen Besuchen kennt, lasse sich dort immer etwas Neues entdecken.

Das bestätigten Andreas Klöthe und Eckhard Schilde von der Naunhofer Heimatstube. „Wir präsentieren zwei Setzkästen mit Bleibuchstaben aus der Werkstatt des Naunhofer Stempelmachers Günter Klostermann.“ Der heute schon über 90 Jahre alte Handwerker habe seit den Fünfzigerjahren zahlreiche Firmen und Privatleute mit Stempeln versorgt. Die Werkstatt ist mittlerweile geschlossen, die Heimatstube konnte sich einiges davon sichern. „Das Geschäft hat zu DDR-Zeit richtig gebrummt, man musste teilweise bis zu neun Monate auf einen Stempel warten“, weiß Klöthe.

Genutzt wurden diese nicht nur zur Adressangabe, sondern beispielsweise auch von Privatleuten, die damit Eier für den Verkauf markieren mussten. Die große Zeit der Gummistempel sei längst vorbei, heute könne ja jeder im Handumdrehen Briefköpfe und dergleichen am Computer gestalten. „Doch wir wollen die Erinnerung an dieses Handwerk bewahren“, betont Schilde.

In der Heimatstube befinden sich bereits Schaustücke von Schlossern, Tischlern, Schuhmachern, Schneidern, Bäckern und Pelznähern. Die Einrichtung besteht mittlerweile seit 15 Jahren, und immer wieder werden von Einwohnern interessante historische Relikte vorbeigebracht. „Sobald wir hier die Türen öffnen, bringen uns die Leute begehrenswerte Dinge. Heute zum Beispiel eine Hängematte der Marine aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Schulbuch von 1947.“ Es habe sich längst herumgesprochen, dass solche Sachen dort gut aufgehoben sind. Wer einen Blick in die umfangreichen Bestände zur Stadtgeschichte werfen möchte, hat dazu wieder am kommenden Sonnabend von 14 bis 18 Uhr Gelegenheit. Das Haus im Vereinsweg 1 ist an jedem ersten Sonnabend geöffnet.

Von Bert Endruszeit

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