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Leisenauer Vereinschef warnt vor dem Verkauf des alten Ritterguts

Privatisierter Ortskern? Leisenauer Vereinschef warnt vor dem Verkauf des alten Ritterguts

Um Zukunftsprojekte in seinem Ortsteil sorgt sich Harry Kluge, Vorsitzender des Vereins "Leisenauer Dorfleben". Er spart nicht mit Kritik an der Rathausspitze in Colditz. Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) mahnt dagegen zu Geduld.

Harry Kluge sucht nach einem neuen Domizil für den "Dorfleben"-Verein.

Quelle: Andreas Döring

Colditz. 2011 kam das Dörfchen, zuvor Bestandteil von Großbothen, nach Colditz. "Damals gründete sich unser Verein, um die vielen Veranstaltungen, die bis dahin Ortschaftsrat, Feuerwehr und Interessengemeinschaften in die Wege geleitet hatten, auf rechtssichere Füße zu stellen", erinnert Kluge. Heute zählt seine Truppe 38 Mitstreiter, bei knapp 200 Einwohnern eine stattliche Größe.

Trotzdem hat der Verein noch kein eigenes Domizil. Er wäre gern ins ehemalige Rittergut eingezogen. "Doch die Stadt hat die Absicht, den Komplex mit dem angrenzenden Park zu verkaufen, so dass in die Immobilie nicht mehr investiert werden soll", sagt Kluge.

Das Herrenhaus beherbergt auch den Kulturraum als einzigen großen Saal von Leisenau. Bei einem Verkauf, fürchtet Kluge, könnte er dem Ort verloren gehen. "Der Bürgermeister will zwar, dass der neue Eigentümer der gesellschaftlichen Nutzung des Kulturraums zustimmt", sagt er. "Aber im August brach ein Teil der Decke im Wintergarten des Raums ein. Für den neuen Eigentümer wäre es leicht, über eine baupolizeiliche Verordnung die Schließung zu veranlassen." Dann gebe es keinen Saal mehr für größere öffentliche Veranstaltungen.

Der Bürgermeister bestätigt: "Eine Sanierung des Ritterguts kriegen wir finanziell nicht hin, deshalb wollen wir es verkaufen, auch wenn die letzte Entscheidung noch nicht gefallen ist." Der Wintergarten sei aber bautechnisch gesichert worden, so dass keine Schließung drohe. "Wir werden darauf achten, dass der Kulturraum bei einer Veräußerung des Gebäudes Bestand hat, bis wir einen geeigneten Ersatz gefunden haben", verspricht Schmiedel.

Kluge hofft auf eine Alternative in Form eines Dorfgemeinschaftshauses. "Dazu müsste die Kommune ein Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen", sagt er. "Es fehlt aber an der Gesprächsbereitschaft der Stadt, wir treten auf der Stelle." Die Lösung müsse gefunden werden, bevor das Rittergut verkauft ist, um alle Risiken auszuschließen. In Frage kommt aus Kluges und Schmiedels Sicht das Gebäude neben der Feuerwehr, dessen Hochparterre der Jugendclub in Beschlag nimmt. Darüber wohnt aber jemand. "Ihm muss ich eine neue Wohnung anbieten, doch in Leisenau haben wir als Stadt nur wenig Räume", erklärt der Bürgermeister. Deshalb ließe sich die Sache nicht auf die Schnelle klären.

"Wird das Rittergut verkauft, haben wir einen privatisierten Ortskern", verdeutlicht Kluge. Was das heißt, zeigt sich beim ehemaligen Gemeindeamt. Der angrenzende Spielplatz macht einen trostlosen Eindruck. Nach einer Begutachtung Anfang dieses Jahres wurden die meisten Geräte abgebaut, weil sie defekt waren. Der Eigentümer hatte zwar zugestimmt, dass der Platz weiter genutzt werden darf. "Doch jetzt will die Kommune nicht mehr in neue Geräte investieren, weil es sich um Privatland handelt", kritisiert der Vereinschef. "Wir haben nach Alternativflächen gesucht und zum Beispiel welche am Dorfteich gefunden. Der Bürgermeister weiß das, aber es bewegt sich nichts."

Dorfgemeinschaftshaus und Spielplatz sind nur zwei Vorhaben, die Kluge gern über das europäische Förderprogramm Leader umsetzen würde. "Unser Verein schlug auch vor, den Fußweg entlang der Bundesstraße 107 zum Teil mit einem neuen Verlauf instand zu setzen. Wir möchten auf 600 Meter Länge den Lutherweg am Ortsausgang in Richtung Kötteritzsch herrichten und im dortigen Trafohaus die Geschichte Leisenaus auf Bildertafeln darstellen, dazu Bänke für Wanderer und Radfahrer aufstellen", zählt er auf.

Wegen der Verzögerungen im Fördergebiet Leipziger Muldenland, verursacht durch die finanzielle Schieflage des Landschaftspflegeverbands Grimma, konnte von Lossatal bis Bad Lausick noch nichts angeschoben werden. Das weiß auch Harry Kluge. "Aber die Stadt könnte doch schon diskutieren, was machbar ist, damit wir fertige Projekte aus der Schublade ziehen können, wenn Geld fließt", meint er.

Schmiedel mahnt hingegen: "Für die Förderung bedarf es der Eigenmittel." Der Stadtrat müsse Prioritäten setzen, wo sie eingesetzt werden, und zwar für alle Ortsteile. "Ich kann die Ungeduld verstehen, aber man muss sich anstellen können", sagt der Bürgermeister.

Von Frank Pfeifer

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