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Grimma Leiser als befürchtet: Susa belädt Zug probeweise
Region Grimma Leiser als befürchtet: Susa belädt Zug probeweise
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00:38 20.06.2015
Probedurchlauf: Ein Zug mit 40 Waggons wird von einem Radlader mit Splitt beladen. Quelle: Frank Böhme
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Trebsen/Altenhain

Probeweise wurde kürzlich ein Zug befüllt und die dabei entstehende Umweltbelastung gemessen. Sollten die Ergebnisse im gesetzlichen Rahmen liegen, stünde dem Abtransport der Susa-Produkte auf der Schiene nichts mehr im Wege, sobald die Bahnlinie wieder geöffnet ist.

Am 8. Mai war ein Zug mit 40 Waggons eingefahren, rechtzeitig noch, bevor die Strecke wegen Umbauarbeiten am Bahnhof Beucha geschlossen wurde. "Wir wollten das Zeitfenster unbedingt nutzen, sonst hätte sich das ganze Verfahren um Monate verzögert", sagt der stellvertretende Susa-Geschäftsführer Manfred Maucher. Tage vorher sei das zu verladende Material mit Muldenkippern zum Schienenstrang gefahren worden, wo es befeuchtet wurde, um die Staubentwicklung zu vermeiden. Dann wurden mit dem Radlader jeweils zwei Waggons befüllt.

"Das lief besser, als wir dachten", sagt Andreas May, Beauftragter für die Bahnbeladung bei der Susa. "Waren zwei Waggons voll, rückte der Zug weiter, so kam es für den Radlader nur zu geringen Stillstandszeiten." Ursprünglich sei geplant gewesen, in sechs Stunden 1200 Tonnen Splitt in die Wagen zu kippen. Am Ende waren es aber 2500 Tonnen in acht Stunden. "Wir haben die vorgesehene Beladezeit also weit unterschritten. Damit sind wir voll zufrieden", erklärt May.

Zahlreiche Einwohner hätten das Geschehen verfolgt, so Maucher, aber von niemandem hätte er Kritik erfahren. Es sei kein Staub zu sehen gewesen. Weil die Korngröße auf maximal 32 Millimeter begrenzt ist, um die Lärmemission zu begrenzen, wäre nach allgemeiner Überzeugung das Verladen auch nicht zu laut vonstatten gegangen. Vor allem die Diesellok, die sogar beim Halt auf Standgas lief, sei zu hören gewesen. "Aber sie war leiser als vorbeifahrende Lastwagen", urteilt Manfred Maucher.

Das deckt sich zum Teil mit dem, was Stadtrat Volker Killisch von der Freien Wählervereinigung Altenhain im Dorf gehört hat. Er konnte zwar beim Probebetrieb arbeitsbedingt nicht zugegen sein, doch andere Einwohner haben ihm davon berichtet. "Demnach war das Verladen nicht so laut wie befürchtet", sagt er. "Das Lauteste war wohl die Lok, die bei jedem Anfahren und Anhalten pfiff." Außerdem ließe sich nach einem Tag noch nicht sagen, ob das Beladen immer staubfrei abläuft. "Ich will das Unternehmen aber nicht vorverurteilen. Das Beste wäre vielleicht eine Sprinkleranlage, wie sie andere Betriebe einsetzen, damit das Material an heißen Sommertagen bis zuletzt feucht bleibt", so der Abgeordnete.

Kritische Meinungen treffen auf Hoffnungen. Ob die Rampe, die in den Jahren 2013 und '14 errichtet wurde, so genutzt werden kann, wie sie jetzt steht, wird wesentlich davon abhängen, welche Ergebnisse das Oberbergamt Freiberg vom Test vor einem Monat liefert. "Wir haben schon dort nachgefragt, aber sie liegen noch nicht vor", sagt Steffen Lämmel vom Trebsener Bauamt. Maucher erwartet die Daten bis spätestens Ende Juni.

Wenn die Bahnlinie Ende August wieder offen ist, denkt er, wird das Werk auf Dauer Züge befüllen können. "Das heißt aber nicht, dass das im festen Rhythmus geschieht. Vielmehr hängt es davon ab, ob wir Material haben und ob Kunden welches bestellen", erläutert er. "Es kann also in einer Woche mehrere Beladungen geben und dann sechs Wochen gar keine." Auf alle Fälle bleibe es nachts und an Wochenenden ruhig. "Wir können doch hier nicht Wildwest spielen. Die Auflagen werden wir erfüllen, denn die Behörden kontrollieren uns genau. Die Bürger müssen sich also nicht beunruhigen", sagt Maucher.

Nicht zuletzt verweist er auf die Geschichte: "Hier befand sich schon immer ein Rangierbahnhof. Holz, Kohle und Munition wurden umgeladen, später Produkte vom Fahrzeugkabinenbau Ammelshain." Nun seien es Splitt und Schotter, die weiterhin auch mit Lastwagen abgefahren werden. Die Susa schätzt, den Steinbruch Klengelsberg noch 20 Jahre ausbeuten zu können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2015
Frank Pfeifer

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