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Grimma Leuchten Manufactur: Erfolge in Paris, Druck in Wurzen
Region Grimma Leuchten Manufactur: Erfolge in Paris, Druck in Wurzen
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05:00 29.09.2012
Pariser Erfolgsmodelle: Conny Krauspe, Leiterin der Konstruktion, und Frank Hoffmann, Meister der Fertigung, präsentieren Exponate der Manufactur-Kollektion, die auf der Luxusmesse in Frankreich für Furore sorgten. Quelle: Klaus Peschel
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Wurzen

Die Folge: Um die Nachfrage befriedigen zu können, müssen die Produktionsvoraussetzungen stimmen. Die aber sieht die Unternehmensleitung am traditionsreichen Standort im Wurzener Badergraben nicht gegeben. Die Suche nach einer Alternative hat begonnen.

Wurzen und Leuchten-Produktion, das gehörte seit 1862 zusammen. Aus der Sächsischen Broncewarenfabrik (SBF) entwickelten sich ein Hersteller von Hightech-Spezialleuchten vor allem für den Eisenbahnsektor und eine Manufactur für Edelleuchten, zu sehen beispielsweise in der Dresdener Semperoper. Eine wirtschaftliche Schieflage führte dazu, dass im vergangenen Jahr die Corona Equity Partner AG beide Gesellschaften übernahm und eine Neuausrichtung startete. In Sachen Spezialleuchten mit Folgen für den Standort: Nach erheblichen Differenzen mit der Stadtspitze verlagerte die Corona den SBF-Standort in eine neue Fabrikationsstätte nach Leipzig-Baalsdorf, legte dort mittlerweile eine ausgesprochen positive Entwicklung hin und zog neue Großaufträge an Land, unter anderem für den englischen Markt. Laut Karl-Friedrich Kalmund, auch nach seinem Rückzug aus dem Vorstand graue Eminenz der Corona, wird bereits intensiv über die Erweiterung der Fabrik nachgedacht.

„Die Entwicklung der SBF wäre am vorherigen Standort in Wurzen nicht möglich gewesen", sagt Calmund. Und vor einem ähnlichen Problem stehe jetzt auch die „Leuchten Manufactur seit 1862 i.SA.", wie die Gesellschaft seit August heißt. Der vorherige Name Leuchten Manufactur Wurzen (LMW) wurde im Zuge der Streitigkeiten mit der Stadtspitze zu den Akten gelegt. Mit dem Auftritt in Paris habe das Unternehmen versucht, sich eine Zukunft auf dem Markt der Luxusgüter zu erarbeiten. „Tief rote Zahlen", so Kalmund, hätten zum Handeln gezwungen. „Ich will, dass es mit der Manufactur weitergeht, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Perspektive bekommen. Deshalb mussten wir etwas tun." Es wurden renommierte Gestalter verpflichtet, die für die „Edition 2012" eine „exklusive und edle Manufactur Kollektion" entwarfen, ergänzte Geschäftsführer Alexander Kögel. Laut Kalmund trafen sie damit den Geschmack des Pariser Publikums.

Er erwartet eine erhebliche Nachfrage, will zusätzlich die Vertriebsaktivitäten erheblich verstärken. Deshalb brauche er eine geeignete Produktionsstätte – und zwar schnell, in den nächsten vier bis sechs Wochen. „Am Badergraben geht es definitiv nicht", so Kalmund. Er habe die Immobilie von drei unabhängigen Gutachtern unter die Lupe nehmen lassen, alle seien zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Deshalb werde er jetzt ganz schnell das Gespräch mit Oberbürgermeister Jörg Röglin suchen. „Die Differenzen im Zusammenhang mit der SBF sind abgehakt, wir sind nicht nachtragend. Wenn uns die Stadt jetzt bei der Suche nach einem geeigneten Standort in Wurzen intensiv hilft, bleiben wir. Ansonsten müssen wir über einen Umzug nachdenken." In Leipzig seien ausreichend geeignete Objekt auf dem Markt.

Heinrich Lillie

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