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Lichteraktion für Ausbau des Naunhofer Gymnasiums

Lichteraktion für Ausbau des Naunhofer Gymnasiums

Mit einer Lichteraktion soll am Donnerstag auf dem Markt ein Zeichen für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Freien Gymnasiums gesetzt werden. Kurz danach wird der Stadtrat über das Thema reden, allerdings hinter verschlossenen Türen.

Naunhof. Unterdessen kamen am Montag Bürgermeister Volker Zocher (parteilos), Vertreter der Partheland-Campus-Stiftung und der Leiter der Kommunalaufsicht im Landratsamt, Klaus-Thomas Kirstenpfad, zu einem Gespräch zusammen.

Betroffene Eltern treibt die Sorge um die Zukunft des Gymnasiums auf die Straße. Sie rufen dazu auf, eine halbe Stunde vor Beginn der Stadtratssitzung, also 18.30 Uhr, mit Kerzen auf dem Naunhofer Markplatz zu erscheinen. In einem Flyer bringen sie ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass Zocher und das Parlament die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Bildungsstätte stellen. Sowohl die Stiftung als auch der Förderverein des Gymnasiums unterstützen diese Aktion, die es so bislang noch nicht für die Einrichtung in freier Trägerschaft gegeben hat.

Auch Stadträtin Heike Barthel von der Bürgerinitiative Naunhof (BiN) steht dahinter. Sie hat außerdem, wie sie sagt, einen Antrag initiiert, durch den das Thema überhaupt erst auf die Tagesordnung des Stadtrats gesetzt worden ist - wenn auch im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Aus ihren Beweggründen macht sie keinen Hehl. "Als ich im November eine interne Beratung des Stadtrats vorgeschlagen hatte, hat der Bürgermeister diese nicht für nötig gehalten. Überhaupt bedaure ich, dass er die Gesprächsangebote in den vergangenen Wochen nicht angenommen hat. Jetzt sehe ich keinen anderen Weg mehr, als in die Öffentlichkeit zu gehen, weshalb ich die Aktion auf dem Marktplatz befürworte. Darin liegt meine Verantwortung als Stadträtin." In Mario Schaller (BiN) sowie Jörg-Dietmar Funke und Silvio Mahla von der Unabhängigen Wählervereinigung fand sie die erforderlichen Mitstreiter - die Stimmen von vier Abgeordneten sind nötig, um ein Problem auf die Tagesordnung des Stadtrats hieven zu können.

Barthel setzt sich dafür ein, dass umgehend eine Übergangslösung für das Gymnasium gefunden wird. Das Haus an der Parthe, das 2012 mit einer fünften und sechsten Klassenstufe eingeweiht worden ist, hat seine Kapazität erreicht. Wenn im kommenden Schuljahr eine weitere Klassenstufe eingeschult werden soll - die Gespräche dazu müssten im Januar laufen - wäre mehr Platz erforderlich. Ein Provisorium müsste also her, in dem die Kinder unterrichtet werden könnten. Weiter geht es Barthel aber auch um die zügige Errichtung eines zweiten Hauses, das im Spätsommer 2016 übergeben werden müsste, da dann die Schülerzahl weiter steigt.

All das stand am Montagmorgen im Rathaus zur Debatte. Alle Seiten vereinbarten Stillschweigen über das Gespräch - von der Stadtverwaltung war nichts in Erfahrung zu bringen, bestätigt wurde nur, dass sich nun der Stadtrat mit der Materie befasst. Auch Hans-Dieter Ulm, Sprecher der Partheland-Campus-Stiftung, hielt sich zu konkreten Inhalten bedeckt. Wie er erfahren habe, soll es sich aber um eine von Kirstenpfad moderierte sehr sachliche und konstruktive Diskussion gehandelt haben. "Es konnten einige Differenzen und Missverständnisse ausgeräumt werden. Die Stiftung hat das Rathaus mit einem leichten Optimismus verlassen, dass sich eine vernünftige Lösung ergibt", sagte er.

Barthel mahnte indessen nochmals, Naunhof brauche die komplette Bildungslandschaft aus Grund- und Oberschule sowie Gymnasium. Manche seien deshalb extra in die Stadt gezogen. "Wenn jetzt nicht Nägel mit Köpfen gemacht werden, wird das Freie Gymnasium Naunhof verlassen", erklärte sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.12.2014
Pfeifer, Frank

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