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Grimma Lindengasthof Leipnitz feiert 200-jähriges Bestehen
Region Grimma Lindengasthof Leipnitz feiert 200-jähriges Bestehen
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05:00 14.04.2010
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. Die eigentliche Geschichte des Gebäudes dürfte aber wohl noch älter sein, vermutet Gastwirt Ralf Kötz.

 

„Vermutlich war es früher ein Bauernhof, aus dem eine Gastwirtschaft hervorgegangen ist", sagt Ralf Kötz. Eher einem Zufall ist es zu verdanken, dass der Gaststättenbetreiber auf das Jubiläum seines Hauses aufmerksam wurde. „Da ich die Geschichte auf meiner Homepage platzieren wollte, habe ich mich eingehender mit ihr befasst und dabei festgestellt, dass sich das Bestehen des Hauses in diesem Jahr zum 200. Mal jährt." Für Familie Kötz Grund genug, das Ereignis in das Festgeschehen des Ortes mit einzubinden, das der Lindenverein alljährlich organisiert. Am 20. Juni findet aus diesem Anlass eine Kneipentour auf Schusters Rappen statt, für die Maria Kern die Fäden in der Hand hält. Wer aber denkt, dass von Kneipe zu Kneipe gelaufen wird, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. „Bei der Tour laufen die Teilnehmer lediglich ehemalige Gasthöfe in den einzelnen, damals zu Leipnitz gehörenden fünf Ortsteilen an", verrät Ralf Kötz. Für kleine Überraschungen wird am jeweiligen Ort gesorgt sein.

In der Festwoche vom 23. bis 27. Juni hält das Gastwirtsehepaar zudem weitere Überraschungen bereit: Jeden Tag wird im Gasthof „Zur Linde" ein Gericht angeboten, wie es damals üblich war. Der Überlieferung nach war zum Beispiel die Sülze von Milda Kippenhahn recht bekannt. „Ich habe in alten Kochrezepten gestöbert, die mir genau Aufschluss über die Zutaten geben", erzählt Ralf Kötz. Auch alte Speisekarten als Kopie sind vorhanden, aus denen hervorgeht, was seinerzeit den Gästen in einem Landgasthof geschmeckt hat.

In den Annalen blätternd hat Kötz festgestellt, dass das Objekt über 30 Besitzer aufwies. Einst waren dort ein Kolonialwarenhandel, eine Schlachterei und besagte Schank- und Gastwirtschaft untergebracht. Selbst einen großen Brand hatte es 1930 gegeben, bei dem der Ballsaal in der oberen Etage mit vernichtet wurde, geblieben ist nur noch ein historisches Foto. „In nur acht Wochen haben die Leute das Haus wieder aufgebaut, aber ohne Ballsaal", berichtet der jetzige Gastwirt. Der nämlich wurde später als so genannte Musikhalle an den Gasthof angebaut. Das Kuriose daran ist, dass der Anbau zwar 1885 beantragt wurde, aber wegen bürokratischer Hürden erst 40 Jahre später realisiert werden konnte. Dort traf sich regelmäßig der Männergesangsverein, außerdem war der Saal Austragungsort für Sängerwettstreite. Selbst von Sportvereinen und Theatergruppen, wie sie damals auf etlichen Dörfern üblich waren, wurde der Saal für Aufführungen genutzt. Die Dorfbevölkerung konnte sich an den Wochenenden bei Tanzabenden vergnügen. An das bunte Treiben soll in der Festwoche mit Aufführungen erinnert werden. 1990 erwarb der jetzige Besitzer Ralf Kötz das Grundstück und verhalf ihm zu neuem Glanz. Mittlerweile hat die „Linde" weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen guten Ruf, und so mancher Rad-Tourist hält auf seiner Tour dort Einkehr.

René Beuckert

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