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Lindhardt: Gedenk-Stein des Anstoßes

Lindhardt: Gedenk-Stein des Anstoßes

„Dieser Gedenkstein wurde vor fast 90 Jahren aufgestellt und hat die Kommunisten-Zeit überdauert. Er muss Bestandsschutz haben!" Ein erboster Einwohner machte mit diesen Worten seinem Ärger zu Beginn der jüngsten Lindhardter Ortschaftsratssitzung Luft.

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Peter Altmann vom Naunhofer Bauhof pflegt die Ecke, auf dem der Gedenkstein steht. Es handelt sich um ein Privatgrundstück. Nun will der Eigentümer das Areal entweder der Stadt verkaufen oder durchsetzen, dass das Mahnmal versetzt wird.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof/Lindhardt. Wieder einmal ging es um die eventuelle Versetzung des Mahnmals für die Opfer des Ersten Weltkriegs.

Der Stein trägt die Namen von fünf gefallenen Lindhardtern und steht, solange sich heutige Bewohner erinnern können, an der Forststraße. Zu DDR-Zeiten wurde das Areal nicht gepflegt. „Nach der Wende brachte die Stadt das Gelände in Ordnung", weiß Bauhofmitarbeiter Peter Altmann, der sich um die Pflege kümmert. „Die Schrift war nicht mehr lesbar. Sie wurde vor wenigen Jahren mit der Sanierung des Steins wieder sichtbar gemacht."

Anfang der 1990er Jahre kaufte ein Naunhofer Geschäftsmann ein größeres Grundstück in Lindhardt, zu dem die Gedenkstätte gehört. Allerdings war sie im Gegensatz zum Rest des Geländes nicht eingezäunt. Das umfriedete Grundstück sieht heute äußerst ungepflegt aus. Bebaut wurde es in all den Jahren nie.

Im Ort sprach sich nun herum, der Eigentümer wolle, dass der Gedenkstein von seinem Grundstück verschwinden solle. Doch das stimmt so nicht ganz, erläuterte Ortsvorsteher Uwe Kendscheck (Wählervereinigung Lindhardt/WVL). Die Versetzung sei lediglich eine Option für den Naunhofer. Er könne sich auch vorstellen, dass ihm die Stadt die Fläche der Gedenkstätte abkauft. Allerdings zu dem Quadratmeterpreis, für den er seinerzeit das Grundstück erstanden hatte. „Außerdem", so der stellvertretende Bauamtsleiter Thomas Hertel, „sollen wir die Vermessung bezahlen. Da käme eine stolze Summe zusammen."

Deshalb sträubte sich die Stadt, sofort Geld für den Kauf der Fläche hinzublättern. Stattdessen suchte sie nach Wegen einer Versetzung. Zunächst ließ sie prüfen, ob der Bauhof in der Lage wäre, das massive Gebilde an einen anderen Ort zu verfrachten. Doch der sei, so Kendscheck, mit dieser Aufgabe überfordert. Das Granitfundament des Steins, das ergaben Untersuchungen, reicht 25 Zentimeter tief unter die Erde. Darunter liegt Kies. Der Stein könnte mit einem Bagger angehoben werden. Doch dafür müsste ein Unternehmen beauftragt werden. Und das wiederum würde auch Bares aus dem Stadtsäckel verlangen.

Deshalb sollen nun die Kosten für einen eventuellen Erwerb der Fläche jenen gegenübergestellt werden, die eine Firma für die Umsetzung des Steins verlangen würde. Laut Hertel könnte der Vergleich zur Dezembersitzung des Ortschaftsrats vorliegen. Dann ließe sich entscheiden, wie mit der Gedenkstätte verfahren wird.

Sollte es zu einer Versetzung kommen, müsste ein geeigneter neuer Standort gefunden werden. „Ich wäre dafür, dass wir den Stein nicht an einem Platz aufstellen, wo schon eine Struktur gewachsen ist", sagte Steffen Amberger (WVL). Ihm erscheine die Ecke als ideal, wo die Rosa-Luxemburg-Straße auf den Knick der Karl-Liebknecht-Straße trifft. Dort gibt es zwei kleine Flächen, die ungenutzt sind. „Für welche der beiden wir uns entscheiden, darüber muss noch nachgedacht werden", sagte Amberger.

Auch Uwe Kendscheck hält diesen Flecken Erde für geeignet. Er müsse im Zuge der Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße, die ab Frühjahr kommenden Jahres erfolgen soll, sowieso mit umgestaltet werden.

Frank Pfeifer

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