Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Linke kritisiert Vorgänge zum Stadion Grimma
Region Grimma Linke kritisiert Vorgänge zum Stadion Grimma
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 23.10.2018
Blick auf das neu entstehende Stadion. Quelle: Thomas Kube
Grimma

„Jetzt weicht die Lust dem Frust“, schreibt der Ortsverband Grimma/Colditz der Linken als Reaktion auf die LVZ-Beiträge zum neuen Grimmaer Stadion an der Lausicker Straße. Wie berichtet, speckt die Stadt den Bau wegen gestiegener Baupreise ab. Beim FC Grimma sorgt das für Unmut. So sinkt die Kapazität von angedachten 3000 auf nur noch 800 Zuschauer. Mit ihrer Petition, die Vorgänge rund um den Neubau und den Umbau des Stadions der Freundschaft untersuchen zu lassen, ist die Linke indes gescheitert.

Seltsames Demokratieverständnis

Zur aktuellen Debatte in der Stadt fährt die Partei schwere Geschütze auf. Es spreche für ein seltsames Demokratieverständnis auf beiden Seiten, wenn der frühere Vereinspräsident Egon PapeAbsprachen mit dem Bürgermeister für verbindlich hält, die unter vier Augen getroffen worden sind“, kritisiert Linken-Stadträtin Kerstin Köditz mit Bezug auf den LVZ-Bericht. „Entscheidend sind die Beschlüsse des Stadtrates und nicht private Zusagen des Oberbürgermeisters.“

Die Reduzierung des Fassungsvermögens werde gravierende finanzielle und sportliche Nachteile nach sich ziehen. „Aber auch bezüglich dieses Punktes gibt es keine entsprechende Beschlusslage des Stadtrates“, so Köditz weiter. „In der Demokratie gelten ebenso Spielregeln wie im Sport. Der sinnvolle Ansprechpartner für den Verein wären die Fraktionen gewesen und nicht lediglich der Oberbürgermeister.“

Das neue Stadion an der Lausicker Straße in Grimma nimmt bereits klare Konturen an. Die Baustelle liegt voll im Plan, der Rasen steht in sattem Grün. Allerdings musste die Stadt einige Abstriche an den Plänen machen. Das sorgt für Unmut.

Es sei eine Schande, dass die Eltern der Fußballkinder nun zusätzlich belastet werden, so Köditz’ Fraktionskollegin Sabine Krahnert. Dabei habe die Stadt schon im vergangenen Jahr die Vereinsförderung für Jugendarbeit um 50 Prozent gekürzt. „Wir hatten von jeher Bedenken bezüglich der Ausgestaltung des Projektes und deshalb eine Petition an den Sächsischen Landtag initiiert. Dadurch ist es immerhin gelungen, im Stadion der Freundschaft die Überdachung der Sitzplatztribüne zu erhalten, die laut Fördermittelbescheid zurückgebaut werden sollte“, so Krahnert. Offenbar habe die Stadt unter dem öffentlichen Druck in diesem Punkt mit dem Freistaat nachverhandelt.

Petition wurde abgelehnt

Die von mehreren hundert Bürgern unterstützte Petition wurde inzwischen vom Petitionsausschuss des Landtages abschließend beraten. Die Mehrheit von CDU, SPD, Grünen und AfD habe die Forderungen abgelehnt, heißt es in der Mitteilung der Linken.

Die Freien Wähler im Grimmaer Stadtrat treten der Linken entgegen. „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“, fragt Fraktionschef Johannes Heine und gibt die Antwort: Grimma bekomme die einmalige Chance, ein neues, Hochwasser sicheres Stadion zu bauen, was die Stadt aus eigenen Mitteln hätte niemals stemmen können. Es werde „erstklassige Bedingungen für alle sportbegeisterten Bürger“ bieten.

Heine stellt sich auf die Seite der Stadt, dass der Neubau keinen Cent mehr kosten soll, als durch die Hochwasserförderung und den Verkauf des jetzigen Rewe-Geländes eingenommen wurde.

Freie Wähler: Abstriche bei steigenden Baupreisen nötig

„Wenn nun aber die Baupreise turbulent steigen, bedingt durch höhere Materialkosten, höhere Löhne und die sehr gute Auftragslage der Baubetriebe, dann müssen Abstriche gemacht werden“, so der Fraktionschef. Gespart werde an Bereichen, die später, wenn es die finanzielle Lage erlaubt, ergänzt werden können.

Dass die Eltern durch die derzeitigen Trainingsbedingungen höhere Aufwendungen haben „ist kein Grund zum Jubeln, aber eine Schande ist es nicht“, so Heine weiter. Die Grimmaer hätten schon mehrfach bewiesen, dass sie in besonderen Situationen durch Zusammenrücken und gegenseitige Hilfe viel schaffen können. Der Stadion-Neubau werde eines Tages zur positiven Bilanz beitragen, „auch wenn der Weg dort hin steinig ist“. Und bei der Unterstützung des Sports brauche die Stadt Grimma den Vergleich mit anderen Kommunen nicht scheuen.

„Ich finde es traurig“, so Heine abschließend, „dass eine Fraktion nur darauf wartet, dass etwas nicht problemlos über die Bühne geht, um sich entsprechend zu profilieren.“

Von lvz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach zwei Verhandlungstagen mit vielen Zeugen steht fest: Der 24-jährige Pakistani, der im April Kirchen in Bad Lausick und Chemnitz beschädigt hat, muss in die Psychiatrie.

23.10.2018

Der Leiter des Grimmaer Gymnasiums glaubt nicht, dass seine Schüler hinter der Plakat-Aktion der Identitären Bewegung stecken. Am Montag hing ein Banner am Baugerüst der Schule.

23.10.2018

Nach erfolgter Sanierung wird der dritte Bauabschnitt von Trebsens Seilergasse bald für den Verkehr freigegeben. Die Straße im Zentrum galt als total marode, trotzdem waren viele gegen das Vorhaben.

23.10.2018