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Linken-Kreisverband gedenkt in Lindhardt ermordeter Sozialisten-Führer

Ehrung Linken-Kreisverband gedenkt in Lindhardt ermordeter Sozialisten-Führer

Am 15. Januar 1919 verschleppten Freikorps-Soldaten die beiden Sozialistenführer Luxemburg und Liebknecht, misshandelten und ermordeten sie. „Krieg, Gewalt und Vertreibung gibt es nach wie vor“, sagt Michael Eichhorn von der Linkspartei, die am Sonnabend 11 Uhr zur traditionellen Ehrung an den Lindhardter Gedenkstein einlädt.

Am Gedenkstein in Lindhardt werden die Linken am Sonnabend wieder an die ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern.

Quelle: Haig Latchinian

Naunhof/Lindhardt. Eingeladen seien alle, „die sich weigern, ihren Traum vom Frieden aufzugeben“. Michael Eichhorn bittet am Sonnabend, 11 Uhr, an den Lindhardter Gedenkstein für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Der Vorsitzende des Linken-Ortsverbandes Naunhof, Belgershain und Parthenstein stellt den Aufruf in alles andere als friedlichen Zeiten ganz bewusst unter ein Luxemburg-Zitat: „Die Missachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.“

Am 15. Januar 1919 verschleppten Freikorps-Soldaten die beiden Sozialistenführer Luxemburg und Liebknecht, misshandelten und ermordeten sie. „Krieg, Gewalt und Vertreibung gibt es heute genau noch so wie vor 99 Jahren“, sagt Eichhorn: „Die Eindrücke des Ersten Weltkrieges, die Industrialisierung des Tötens, prägten die letzten Jahre Luxemburgs und Liebknechts. Im 21. Jahrhundert verfügt die Menschheit über Waffensysteme, die noch weitaus größeres Elend anrichten können.“ Vor diesem Hintergrund ließen wir es zu, dass deutsche Rüstungsunternehmen Waffen in alle Welt lieferten, kritisiert der Veranstalter des Gedenkens.

Der 91-jährige ehemalige Direktor des Kinderheims, Werner Kendschek, versäumte bisher kaum eine Ehrung. Er erinnert an die Einweihung des Gedenksteins im Oktober 1970. Am 15. Januar 1971 seien an dem stumpfen Obelisken erste Kränze niedergelegt worden: „Bürger kamen mit Blumen, Heimkinder sangen Lieder, es wurden Reden gehalten.“ Nach der Wende sei es insbesondere dem inzwischen verstorbenen Stadtrat Günter Etzold zu verdanken gewesen, dass sowohl Rosa-Luxemburg- als auch Karl-Liebknecht-Straße nicht umbenannt wurden. „2008 wurde die Gedenkplatte gestohlen. Jürgen Rückert malte provisorisch die Namen der Arbeiterführer auf den Stein, fügte auch noch eine Nelke hinzu. Wenig später sorgten wir für eine neue Platte, die die Stadt Naunhof finanzierte“, sagt Harry Eichhorn. Zusammen mit Hans-Jürgen Voß, Manfred Gatzsch, Uwe Seifert, Diethard Rudert und anderen kümmerte er sich in den Folgejahren um die Pflege des Gedenksteins. So auch im Oktober, als der Sturm zahlreiche Bäume im Umfeld des Steines zerlegte.

Am Sonnabend bietet der Linken-Kreisverband Westsachsen als Redner zwei Landtagsabgeordnete auf: Franz Sodann und – Kerstin Köditz. Die Grimmaerin ist Mitglied des Innenausschusses und Sprecherin ihrer Partei für Antifaschistische Politik. „Wenn man so will, waren Luxemburg und Liebknecht frühe Opfer einer nationalistisch-faschistischen Gesinnung. Ihr Schicksal ist uns Mahnung: Wehret den Anfängen“, sagt sie mit Blick auch auf Wurzen. Im Zeitraum von 2015 bis 2017 habe es dort weit mehr als 20 Vorkommnisse mit rassistischem Hintergrund gegeben. Für den heutigen Donnerstag hat sie beantragt, die aktuelle Lage in der Stadt auf die Tagesordnung der Dresdener Ausschusssitzung zu setzen. Ein weiterer Antrag ihrer Fraktion zu Wurzen sei in Arbeit. „Es geht uns um Aufklärung nicht zuletzt auch der jüngsten Gewaltexzesse. Wurzen ist bei der Integration von Flüchtlingen beispielgebend für andere Kommunen. Deshalb darf es keinen Rückfall in Zustände der 1990er-Jahre geben.“

Von Haig Latchinian

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