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Linken-Stadtrat: Solidarität mit dem SV Sermuth

Kunstrasenplatz Linken-Stadtrat: Solidarität mit dem SV Sermuth

Er sehe keinen Sinn darin, den Kunstrasenplatz am alten Standort zu verhindern und die Gelder stattdessen dafür zu nutzen, diesen in der Kernstadt zu bauen. Michael Völkl, der für die Linken in der Fraktion Pro Colditz im Stadtrat sitzt, spricht dem von der Flut stark betroffenen Sermuther Sportverein seine Solidarität aus.

Der Sportplatz Sermuth am Nachmittag des 3. Juni 2013.

Quelle: Ronny Schäfer

Colditz/Sermuth. Er sehe keinen Sinn darin, den Kunstrasenplatz am alten Standort zu verhindern und die Gelder stattdessen dafür zu nutzen, diesen in der Kernstadt zu bauen. Michael Völkl, der für die Linken in der Fraktion Pro Colditz im Stadtrat sitzt, spricht dem von der Flut stark betroffenen Sermuther Sportverein seine Solidarität aus. Zugleich kritisiert er das Anliegen einer Petition, die von Colditzer Bürgern eingereicht wurde.

Als der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Anfang 2014 in Sermuth war, um einen Scheck in Höhe von 100 000 Euro an Vertreter des von der Flut geschädigten SV Eintracht zu überreichen, schienen die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie die LVZ mehrfach berichtete, sollte das Geld genutzt werden, um Planungsleistungen für einen Umzug des Sportplatzes an einen hochwassersicheren Standort zu finanzieren. Dieser wurde gefunden und der Kostenrahmen für die Umsiedlung später auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Da die Sächsische Aufbaubank (SAB) der Kommune allerdings nur Fördergelder über 1,45 Millionen Euro zusagte, stellte sich der geplante Umzug in Sermuth als nicht finanzierbar heraus. „Aufgrund dieser Tatsache ist vom SV Eintracht vorgesehen, die Fördermittel für die Sanierung der drei Spielfelder zusammen zu fassen. Dabei soll ein Kunstrasenplatz als Großspielfeld entstehen und der kleine Platz zurück gebaut werden. Die Sportgruppen, die bislang den kleinen Platz nutzen, können dann auch auf dem Großfeld spielen“, erläutert Völkl.

Sollten sich die Unterstützer der Petition durchsetzen, könne dies, so Völkl, zur Teilnutzungsuntersagung am Altstandort führen. „Von den Folgen wären etwa 100 Kinder und Jugendliche des Vereins betroffen, der mit rund 400 Mitgliedern der aktuell mitgliederstärkste der Stadt ist. Ich werde mich im Stadtrat dafür stark machen, dass sie auch weiterhin Sport in Sermuth treiben können.“

Auf Unverständnis stößt die Petition auch überörtlich beim Linken-Kreisverband: „Natürlich ist es ärgerlich, dass der Umsiedlung, die einvernehmlich zwischen Verein und Stadt vorgesehen war, auf höherer Ebene Steine in den Weg gelegt werden. Wenn nun allerdings Pläne geschmiedet werden, die so offensichtlich zum Schaden des 120-jährigen Vereins wären, muss man die Intention hinterfragen. Gibt es Interessen anderer an so einem Vorgehen? Wir fordern Solidarität mit den Betroffenen“, so Michael Eichhorn, Sprecher der Kreis-Linken.

Noch einmal Völkl: „Die Stadt selbst hat nichts von einem Kunstrasen auf dem Gebiet des jetzigen Muldentalstadions. Der Rasen ist in Ordnung, war noch nie vom Hochwasser betroffen.“ Auch wenn am Platz in Colditz einiges getan werden müsse, wie eine neue Umzäunung, solle geprüft werden, ob nicht Mittel aus anderen Fördertöpfen, etwa dem Europäischen Regionalfonds, nutzbar wären.

Es sei die persönliche Meinung des Stadtrates Völkl, so Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos). Die Verwaltung prüft derzeit die fachliche Stellungnahme der SAB (die LVZ berichtete) und erwartet in Kürze die Beurteilung durch die Landesdirektion Leipzig in Bezug auf Fördermittelbindung und -verwendung. „Sobald uns dies vorliegt, wird es einen beratenden Stadtrat zu diesem Thema geben. Dort müssen dann die Weichen gestellt werden“, so Schmiedel, der alle beteiligten Seiten um Geduld bittet. Bisher wurde im Stadtrat lediglich darüber informiert, dass es eine Petition gibt, eine Debatte dazu gab es noch nicht.

Von Haig Latchinian

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