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Grimma Loreley: Stadt will Bebauungsplan angehen
Region Grimma Loreley: Stadt will Bebauungsplan angehen
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20:12 13.09.2018
Blick über die Mulde zur hinter Bäumen versteckten Loreley. Quelle: Andreas Döring
Grimma/Bahren

Es war ein riesen Aufreger vor drei Jahren im Mai, als in der Bahrener Loreley insgesamt 14 Grundstückseigentümer unerwartet Post vom Landratsamt erhielten und ihnen wie aus heiterem Himmel illegales Wohnen vorgeworfen wurde. Denn die Betroffenen nutzen ihr Bahrener Haus seit Jahren als ständigen Wohnort und sind sich keiner Schuld bewusst. Die Kreisbehörde drohte sogar mit der Untersagung der dauerhaften Wohnnutzung, sollte keine Baugenehmigung vorgelegt werden können. Denn es handele sich um einen Außenbereich.

Bewohner müssen nicht ausziehen

Ausziehen musste allerdings keiner. Der Landkreis setzte in Erwartung einer planungsrechtlichen Lösung die Anhörung der Hausbesitzer aus. Seitdem, so schien es, ruhte still der See. In den Behörden offenbar nicht. Der Grimmaer Stadtrat soll in seiner Sitzung am 20. September die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Loreley in Bahren beschließen und damit die dortige Nutzung auf rechtlich sichere Füße stellen.

Bebauungsplan soll Sicherheit schaffen

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) und Landrat Henry Graichen (CDU) hatten vereinbart, dass das Bauordnungsamt des Kreises die Verfahren gegen die Grundstücksbesitzer – mit Ausnahme derjenigen, deren Gebäude im Überschwemmungsgebiet der Mulde liegen – aussetzt und die Stadt Grimma im Gegenzug den B-Plan angeht. Das Plangebiet umfasst mehr als 130 Flurstücke. Die Besitzer sollen frühzeitig und umfassend in den Prozess einbezogen werden. Zudem will die Kommune mit jedem Grundstückseigentümer einen städtebaulichen Vertrag abschließen, denn die Inhaber sollen die Planungskosten für ihre Scholle selber tragen. All diese Regelungen sind Bestandteil des Beschlussantrages, der dem Stadtrat vorliegt.

Landratsamt will Taten sehen

„Illegale Wohnnutzung in Wochenendsiedlungen ist ein Dauerthema im Landkreis“, hatte Landratsamt-Sprecherin Brigitte Laux seinerzeit erläutert. Die Siedlung befinde sich im Außenbereich, liege sowohl im Landschaftsschutzgebiet, als auch im Überschwemmungsgebiet. Die Kreis-Behörde wollte auch in Bahren nicht länger tatenlos zusehen.

In der Loreley-Siedlung werde seit fast 100 Jahren eine beträchtliche Anzahl von Grundstücken baulich genutzt, heißt es im Beschlussantrag. Jedes vierte Haus sei dauerhaft bewohnt, der Rest diene den Besitzern zur Erholung am Wochenende. Im Bebauungsplan solle die Art der baulichen Nutzung für die jeweiligen Flurstücke als Wohn- oder Sonderbaufläche Wochenendhaus festgesetzt werden. So lasse sich zur Nutzung der einzelnen Grundstücke Rechtssicherheit herstellen.

Von Frank Prenzel

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