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Luther entdecken: Neues Buch über Orte der Reformation zwischen Pleiße und Mulde

Luther-Ehrung Luther entdecken: Neues Buch über Orte der Reformation zwischen Pleiße und Mulde

„Orte der Reformation - Zwischen Pleiße und Mulde“ heißt ein soeben erschienen Buch. Es beschreibt das Kernland der Reformation, die Kirchen und Schlösser, eine Region voll geschichtsträchtiger Spuren, des Umbruchs, der Selbstbesinnung. Und lädt ein, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.

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Luther vor der Stadtkirche in Borna

Quelle: Jens Paul Taubert

Grimma/Borna. Ein Titelbild als ein Gleichnis: Auf granitenem Stein erhebt sich die Beuchaer Kirche über dem Steinbruch-See, der erst Jahrhunderte nach ihrer Erbauung angelegt wurde. Diese Fotografie trägt der Umschlag der soeben erschienenen Publikation „Orte der Reformation - Zwischen Pleiße und Mulde“. Es wurde am Sonntag auf dem Kirchenbezirkstag des Leipziger Landes in der Klosterkirche Grimma vorgestellt. Eine zweite Vorstellung folgt am 31. Oktober im Rahmen des Lutherfestes in Leisnig, 10.30 Uhr, im Festgottesdienst in St. Matthäi.

In ihrem Vorwort greifen die Herausgeber Matthias Weismann und Arnold Liebers, Superintendenten der Kirchenbezirke Leipziger Land und Leisnig-Oschatz, diese Metapher auf und zitieren das Matthäus-Evangelium: „Ein Kluger, der sein Haus auf Fels gebaut.“ Martin Luther, der Reformator, um den es ein halbes Jahrtausend nach seinem Thesen-Anschlag geht, nannte Gott eine feste Burg. Ein Satz, längst zu Volksweisheit geronnen. Das 80 Seiten umfassende Heft, mit zahlreichen großformatigen Fotografien illustriert, ist Teil einer groß angelegten Lutherort-Reihe. Sie beschreibt das Kernland der Reformation, die Kirchen und Schlösser, eine Region voll geschichtsträchtiger Spuren, des Umbruchs, der Selbstbesinnung.

„Ein Christenmensch ist ein freier Mensch gegenüber allen Dingen und niemandem untertan außer Gott“, zitiert Arnold Liebers eine für ihn grundsätzlich Aussage Luthers,wenn es um den Glauben, um die Weltanschauung und das Gewissen betreffende Dinge geht. Untertan im Sinne von dienstbar indes sei der Mensch ebenso - in den Dingen der Nächstenliebe. Für Liebers, vor seinem Wechsel nach Leisnig Pfarrer in Bad Lausick und vorher noch in Geringswalde,sei Luther nach wie vor höchst aktuell: „Mit diesen beiden Sätzen aus seiner Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen 1520 beschreibt Luther in dialektischer Weise das alltägliche Leben.“ Der Reformator habe Verantwortungsbewusstsein und Gewissen geschärft, das spannungsvolle Bild des Menschen als Gerechter und Sünder zugleich geformt; er habe sich für Sprachkultur, Schulbildung, eine gerechtere Sozialordnung eingesetzt. All das mache seine Bedeutung bis in die Gegenwart aus.

Die Entfaltung des Menschen sei eine der zentralen Fragen Luthers gewesen, sagt Matthias Weismann: „Ich verwirkliche mich nur, indem ich meine Gaben und Fähigkeiten für die Nächsten einsetze – in der Nähe und in der Ferne. Und dafür bekomme ich sogar etwas zurück.“ Luther reiche damit weit in den gesellschaftlichen Diskurs hinein; das mache ihn aktuell und seine Lehre unverzichtbar. Schon lange vor dem nun ins Haus stehenden Reformations-Jubiläum kümmere man sich gerade im Leipziger Land um eine Würdigung der Verdienste Luthers und eine Verzahnung mit Örtlichkeiten. „Wir haben in unserer Region eine Menge Bezugspunkte, nur ist vieles im Laufe der Zeit aus dem Bewusstsein verschwunden.“ Hier setze das Buch an, mache neugierig auf Martin Luther und die Luther-Stätten, lade ein, den Landstrich zu bereisen und sich mit dem Reformator auseinanderzusetzen.

Angesprochen von der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig, gewannen die beiden Herausgeber die Reformations-Fachleute ihrer Kirchenbezirke für eine Mitarbeit. Weitere Autoren holte der Redakteur der Heftreihe Dr. Steffen Rassloff ins Boot. Das Heft „Orte der Reformation - Zwischen Pleiße und Mulde“ kostet 9,90 Uhr. Es ist in den Pfarrämtern der Region im Buchhandel erhältlich.

Von Ekkehard Schulreich

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