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MS Gattersburg pendelt bei Grimma über die Mulde

MS Gattersburg pendelt bei Grimma über die Mulde

Damit werde für die Grimmaer und Touristen ein alternativer Weg zur Hängebrücke angeboten, die bis auf Weiteres gesperrt bleibt.

Kaltofen will die Gattersburg, das kleinere der beiden Passagierschiffe des Unternehmens, in den Brückenersatzverkehr schicken. Sie hätte die technischen Voraussetzung und die Genehmigungen für den Pendelverkehr. "Außerdem sind wir in der Planung für einen Bootsanleger am Seesportverein", sagte der 65-Jährige. Die Anlegestelle auf der Stadtwaldseite soll noch im März gebaut werden.

Wenn Anfang April die Saison eröffnet wird, dann wird das Schiff vom angestammten Liegeplatz unterhalb der Gattersburg ablegen und die Passagiere ans gegenüberliegende Ufer bringen. "Wir entspannen so den Engpass, der durch die Sperrung der Hängebrücke entstanden ist", sagte Matthias Berger, Oberbürgermeister (parteilos) der Muldestadt. Die Verbindung zwischen der südlichen Altstadt und dem Stadtwald sei eine wichtige touristische Ader. Tausende Besucher der Stadt, aber auch zahlreiche Bewohner würden die 90 Jahre alte Hängebrücke jedes Jahr zu Fuß oder mit dem Fahrrad überqueren. Während des Junihochwasser im vorigen Jahr war die touristische Infrastuktur der Muldestadt schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Wege am Flussufer waren ausgespült, Befestigungen an der Anlegestelle der Schiffe von den Fluten mitgerissen worden. Die Anlage der Gierseilfähre zwischen Grimma und Höfgen tauchte nach dem Hochwasser nicht wieder auf. "Dort hatten wir einen Totalschaden", sagte Kaltofen.

Den größten Schaden jedoch nahm die Hängebrücke. Neben der Verformung der Konstruktion wogen diesmal die Zerstörungen im Bereich der Fundamente und Auflager schwer. Die Stadt bezifferte den Schaden auf rund 800 000 Euro. In den Ausschüssen des Stadtparlamentes und im Ältestenrat liefen die die Diskussion um den Wiederaufbau der Brücke heiß. Eine der zentralen Forderungen war eine erhöhte Aufhängung des Brückenkörpers. Ingenieure warnten unterdessen vor Materialermüdungen, die die Belastung der Brücke künftig einschränken könnten.

Nachdem Bund und Freistaat rund 1,6 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Hängebrücke zur Verfügung gestellt hatten, wurde ein Brückenneubau ins Auge gefasst. "Die neue Brücke soll in der traditionellen Optik der alten gebaut werden, künftig aber mehr als einen Meter höher hängen", sagte Matthias Berger. Für das neue Brückenprojekt werden rund drei Jahre Planungs- und Bauzeit veranschlagt. In dieser Zeit wird die Gattersburg von Ufer zu Ufer pendeln. Vergleichbar mit der Gierseilfähre, die neu aufgebaut worden ist. "Immer rüber und nüber", scherzte Kaltofen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.03.2014
Schöppenthau, Birgit

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