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Männertag lockt Familien bei Kaiserwetter in die schönsten Ecken des Kreises

Himmelfahrt Männertag lockt Familien bei Kaiserwetter in die schönsten Ecken des Kreises

Die „Himmelsfahrer“ im Landkreis Leipzig machen Station im Garden Eden. Ob im Muldental oder im Kohrener Land – überall lockte Kaiserwetter zu Touren in die schönsten Ecken des Landkreises. Die Denkmalschmiede lädt zum beschaulichen Wandelkonzert ein, an der Schiffsmühle steigt eine große Party und am Lindenvorwerk kann man die Seele baumeln lassen.

Begehrtes Fotomotiv: Die Zwenkauer Zylinderträger Mario Cramer, Hartmut Fischer, Andreas Karte und Uwe Weihmann (v. l.) verlassen am Männertag das Haus nur in stilechter Kostümierung.

Quelle: Roger Dietze

Grimma/Kaditzsch/Höfgen. Um sich über die religiösen und historischen Hintergründe von Christi Himmelfahrt kundig zu machen, ist es ausreichend, das Neue Testament zur Hand zu nehmen. Für das Wandelkonzert, zu dem die Denkmalschmiede Höfgen am Feiertagsvormittag zum wiederholten Mal Freunde einer eher ruhigen Himmelfahrtsgestaltung eingeladen hatte, bedurfte es hingegen zusätzlich des Griffs zum Alten Testament.

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Die Herren der Schöpfung kennen die schönsten Ausflugsziele im Landkreis Leipzig. Seit Jahren sind Höfgener Schiffsmühle bei Grimma oder das Lindenvorwerk in Kohren-Sahlis Pilgerstätten am Himmelfahrtstag.

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Denn das vom Leipziger Querflötenensemble „Quintessenz“ und dem Schauspieler Günter Schoßböck präsentierte Stück trug den Titel „Von Adam und Eva“, bei dem es sich um einen musikalischen Exkurs über die Liebe zu Texten aus Mark Twains Buch „Das Tagebuch von Adam und Eva“ handelte. Während des etwa anderthalbstündigen entspannten Wandelns durch die Höfgener Flur trafen dabei die Klangvielfalt und der Charme der gesamten Flötenfamilie auf witzige und geistreiche Poesie.

Derweil zeigte sich der Betreiber der Denkmalschmiede, Kurt Uwe Andrich, erleichtert darüber, dass die mit Abstrichen an der Choreografie verbundene Schlechtwettervariante nicht zum Einsatz kommen musste. „Wir haben sie im Vorfeld intensiv diskutiert, weil noch bis vor Kurzem von Temperaturen von unter zehn Grad und stürmischen Böen am Himmelfahrtstag die Rede war“, so Andrich, der nach besseren Wetterprognosen dann allerdings sogar einen Live-Mitschnitt des Traditionskonzertes in Erwägung gezogen hatte.

Eines Konzertes, in dessen Rahmen die Künstler an mehreren Stationen in den Räumen der Studiogalerie, am Zickzackweg, auf der von Vogelgezwitscher erfüllten Lämmermarkt-Streuobstwiese sowie im Innenhof des Kaditzscher Hotels und Künstlerhauses die nicht immer spannungslose Geschichte der laut Bibel beiden ersten Menschen unterhaltsam und mit vielen Augenzwinkern gespickt Revue passieren ließen. Nach den Stationen Paradies, Rendezvous, Verführung & Zwietracht, Jenseits von Eden sowie Paradies.2 lässt Mark Twain seinen Adam zu dem Schluss kommen, dass er sein Leben lieber außerhalb des Gartens Eden mit seiner Eva verbracht hat, anstatt dass er in ihm ohne sie gelebt hätte.

Einem Garten Eden glichen am Donnerstag auch die Wiesen vor der Höfgener Schiffsmühle. Vor allem mögen jene Herren der Schöpfung so empfunden haben, für die ein oder noch besser mehrere Bierchen untrennbar zum Himmelfahrtstag gehören wie Adam zu Eva. Denn die Betreiber des Hotels und Restaurants Schiffsmühle hatten zur zweiten Himmelfahrtsparty vor das auf der Mulde verankerte gleichnamige Technische Denkmal geladen. Und damit auch Vertreter des vermeintlich starken Geschlechts aus weiter entfernten Regionen angelockt. Wie etwa 45 Zwenkauer, die mit dem Bus aus der Tagebau-Kommune nach Grimma gefahren waren, wo sie sich von der Muldeschifffahrt nach Höfgen übersetzen ließen. „In Grimma gefällt es uns so gut, dass wir hier in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal hintereinander am Himmelfahrtstag sind, während wir in den vergangenen Jahren immer wieder neue Ziele angesteuert haben“, berichtet „Reisegruppenleiter“ Werner Weihmann, der von der Mulderegion regelrecht schwärmte. „Hier könnte ich mir vorstellen, meinen Lebensabend zu verbringen“, so der Mittsechziger, der zu einer Gruppe ehemaliger Zwenkauer Fußballer gehörte.

Von Roger Dietze

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