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Märchenhochzeit – auf Schloss Belgershain ist das jetzt möglich

Für immer und ewig Märchenhochzeit – auf Schloss Belgershain ist das jetzt möglich

Für all jene, die sich eine Märchenhochzeit in traumhafter Kulisse wünschen, gibt es gute Nachrichten: Auf dem Schloss Belgershain kann seit dem Wochenende erst geheiratet und dann gefeiert werden. Das Brautpaar Janine und Alexander Jurke trauten sich als erstes.

Janine und Alexander Jurke sagten als erstes Paar „ja“ auf dem Schloss Belgershain.

Quelle: Bert Endruszeit

Belgershain. Eine gute Nachricht für angehende Brautpaare: Im Belgershainer Schloss fand am Sonnabend die erste Trauung statt, bereits jetzt haben sich etliche Paare einen Termin gesichert. Selbst für den 8. August 2018 wurden schon Zeiten vergeben. Den Anfang machten Janine Jurke und Alexander Schiebe, die nun als Eheleute Jurke gemeinsam durchs Leben gehen. Kennengelernt haben sich die beiden ganz modern über das Internet, im realen Leben fanden sie dann schnell den richtigen Draht zueinander und leben mittlerweile in Köhra. Die frischgebackene Braut bringt ihre beiden Söhne Pepe und Toni mit in die Ehe. Toni hatte zur Trauzeremonie gleich einen großen Auftritt: Der 9-Jährige brachte die Eheringe auf einem kleinen Kissen mit. Als die Ringe schließlich an den Fingern des Paares steckten, wartete vor dem Schlossportal schon Herbert Baum. Der 88-jährige Belgershainer hatte einige weiße Tauben mitgebracht, die das Brautpaar in die Lüfte entließ. „Taubenzüchter bin ich schon seit 1947. Ich war einer der Ersten, die nach dem Krieg wieder damit angefangen“, sagte Baum am Rande der Trauung. Eine der Tauben wollte offenbar das Innere des Schlosses einmal ganz genau kennenlernen und flog kurzerhand ins Treppenhaus.

Auch für die Naunhofer Standesbeamtin Birgit Bönitz war dieser Tag etwas ganz Besonderes: „Ich habe mir hier selbst einen Traum erfüllt, denn schon lange war ich auf der Suche nach einem schöneren Trauzimmer.“ Die zuständigen Standesbeamten haben sich übrigens die passenden Möbel für das Trauzimmer selbst ausgesucht. „Der Bürgermeister hat uns da freie Hand gelassen“, freute sich Bönitz. Seit 1995 ist sie Standesbeamtin, nächstes Jahr geht sie in den Ruhestand. „Nun genieße ich es, meine letzte Saison in so einem tollen Ambiente zu sein.“ Denn das kann sich wirklich sehen lassen. Wo einst der längst aufgelöste Threnaer Karnevalsverein seinen Sitz hatte, wurde nach sorgfältiger Restaurierung ein wahres Kleinod geschaffen. Schmiedeeiserne Türbeschläge, Türeinfassungen aus Porphyr, vergoldete Zierstreifen - alles macht einen äußerst gediegenen Eindruck. Die Kosten von rund 25000 Euro trugen Naunhof und Belgershain. „Ganz sicher hat Belgershain nun neben Trebsen einen der schönsten Orte zum Heiraten im gesamten Muldental“, findet Bönitz.

Wer möchte, kann sich auf dem Schloss nicht nur trauen lassen, sondern in dem nebenan liegenden Saal auch gleich feiern. Dort ist Platz für eine große Tafel und rund 60 Gäste. Was künftige Brautpaare zusätzlich magisch anziehen wird, ist die Umgebung. Park, Brücke und Vorplatz sind die idealen Kulissen für viele originelle Hochzeitsfotos.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich der Belgershainer Bürgermeister Thomas Hagenow, dessen Gemeinde der Schlossbesitzer ist. „Ein großes Lob an die Restauratorin. Vieles war hier unter dem Putz verborgen, durch neue Farbgebungen wirkt jetzt alles wie aus einem Guss.“ Das Schloss sei ein ganz besonderer Ort für Hochzeiten, auch wenn man leider keine Übernachtungsmöglichkeiten direkt vor Ort zur Verfügung habe.

Die Premiere am Sonnabend wollte sich auch Bernd Weisbrich nicht entgehen lassen. Als Gemeinderat und Chef des Heimatvereins hat er schließlich eine ganz besondere Beziehung zu dem historischen Kleinod. Er erinnerte daran, dass die letzte Trauung vor fast genau 50 Jahren im benachbarten Gemeindeamt stattfand. Die lange Pause ist vorbei. Ab sofort kann wieder der Name Belgershain die Eheurkunden zieren.

Von Bert Endruszeit

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