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Mäzenin bringt Puppen ins Grimmaer Göschenhaus zurück

Mäzenin bringt Puppen ins Grimmaer Göschenhaus zurück

Sie haben Köpfe aus Porzellan, tragen echtes Haar und schauen aus wachen, kugelrunden Augen. "Wie entzückend", entfährt es dem Betrachter dieser Puppengesichter.

Ähnlich geht es Lya Hille, als sie in den 60-er Jahren beginnt, Puppen zu sammeln. "Das war damals Trend", sagt die in Westfalen lebende Seniorin, die mit 20 der Liebe wegen die Muldestadt verlässt. Sie beliest sich über historisches Spielzeug, knüpft Kontakte zu Händlern und baut eine beachtliche Sammlung auf. Als sie ihre in Grimma lebende Schwester vom Diebstahl der Sturm-Francke Puppen spricht, fasst sie spontan einen Entschluss. "Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man sich von Dingen trennt", erklärt die 83-Jährige. Sie wolle einfach nur helfen, aber nicht weiter darüber reden, sagt die muntere Frau bescheiden. Deshalb stiftet sie 16 Puppen, drei Teddybären, Holz- und Papierspielzeug sowie historische Schulutensilien für das hiesige Museum.

Mit ihrer Spende erwirbt sich Hille großen Respekt in der Muldestadt, unter anderem bei den Mitarbeitern im Göschenhaus. "Es ist selten geworden, dass Menschen so selbstlos helfen - in einer Zeit, in der man eigentlich alles zu Geld machen kann", sagt Göschenhaus-Mitarbeiter Thorsten Bolte. Das Spielzeug von einst spiegele Geschichte wider. "Wer sich in der Puppenwelt auskennt, weiß um den Wert dieser Schenkung", so Bolte weiter. Als Mäzenin sei Hille aber keine Unbekannte in Grimma. Ihre außergewöhnlichen Puppenstuben-Sammlung, 24 Objekte aus den vergangenen zwei Jahrhunderten sind heute im Stadtgut zu sehen. Weil die leidenschaftliche Sammlerin bereits nach der Flut 2002 ihren Besitz als Leihgabe und später als Schenkung dem Geschichts- und Altertumsverein überlassen hat.

Zu bewundern sind die neuen Puppen im Moment aber noch nicht. Seit dem nächtlichen Raub im Göschenhaus, bei dem nicht nur die Puppensammlung der letzten Eigentümerin, sondern auch eine historische Sammlung von Zinnfiguren aus dem Kaminzimmer verschwanden, werden alle Wertgegenstände des einzigen deutschen Verleger-Museums in Sicherheit verwahrt. "Wir wollen Einbrecher erst gar nicht in Versuchung führen", erklärt Bolte. Pläne zum Umbau und zur Modernisierung von Göschens Sommersitz in Hohnstädt, die eigentlich in diesem Jahr realisiert werden sollten, sind durch das Hochwasser ausgebremst worden. Denn die Mulde, die 1,50 Meter im Seume-Haus stand, hinterlässt Spuren im 500 Jahre alten Gebäude. Die Sanierung dieses historischen Objektes hat Priorität.

Geplante Veranstaltungen finden in den kommenden Monaten im Göschenhaus statt. Hier soll in einer Weihnachtsausstellung auch wieder altes Spielzeug zu sehen sein. Auf die Hille-Puppen müssen Neugierige aber bis nächstes Jahr warten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.08.2013

Schöppenthau, Birgit

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