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Grimma Maler Holger Vogt stellt in Grimma aus
Region Grimma Maler Holger Vogt stellt in Grimma aus
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00:26 25.11.2015
Holger Vogt stellt in der Rathausgalerie Grimma aus. Quelle: Andreas Döring
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Grimma

Seit 1992 ist der Maler, Jahrgang 1943, mit seiner Familie in Serka zwischen Mutzschen und Nerchau zu Hause. In Verbundenheit mit der Natur empfängt er seine künstlerischen Impulse - im Alleingang und ohne erklärtes Programm, so wie dörflicher Rückzug in Malerkolonien wie Barbizon und Worpswede funktionierte und in der Kunstgeschichte Spuren hinterließ. Vor allem das Licht ist es, dem Holger Vogt seine Inspirationen und Bildideen verdankt, das wechselnde Licht, in dem sich Landschaften und Objekte verändern und neuen Ausdruck gewinnen. Ausgangspunkt seiner Arbeit sind Zeichnungen vor der Natur, doch die Malereien spiegeln innere Welten.

Sein Gemälde "Ein Frühlingstag bei Denkwitz" ist dabei wohl exemplarisch: In Blau-Nuancen, zwischen Grün und Kobaltviolett schlägt Vogt den Grundton heiterer Lebensbejahung an, den er expressiv in der Weite flacher Landschaft aufnimmt. Seine kraftvollen Kaltnadelradierungen - sie zeigen den Weg zur Wüstriche, Bäume bei Trebsen oder einen Weinberg - sind dynamische Blätter, bei denen kontrastreich gesetzte Schraffuren Spannung, bisweilen Dramatik erzeugen. Vogts Stillleben, ein Teller Pflaumen, Quitten, eine Ausbeute von Pilzen, sind keine Beschwörungen der Vergänglichkeit, sondern Huldigungen von Wachsen und Werden. Kürbisse, Rettiche und Rüben sind mit ihren Dellen und Schrunden Symbole der Lebendigkeit, der drallen Kraft der Natur. Im nuancenreichen Kolorit, das ihnen das Licht entlockt, macht Vogt die Feldfrüchte zu etwas Besonderem.

Im Schweinestall seines Nachbarn entdeckte der Maler das frappierende Sozialverhalten der Borstentiere, das ihn ebenso in seinen Bann zog wie der Mops Elvis. Ihm näherte sich der Maler mit Humor und Einfühlungsvermögen, um ihn in seiner Präsenz einzufangen als Draufgänger, glücklichen Besitzer eines fulminanten Knochens. Vogt, der in Leipzig unter anderem bei Werner Tübke studierte, zeichnet zuerst vor der Natur. Dabei konzentriert er sich auf das Wesentliche, so dass er später beim Malen keine Entscheidungen mehr über das Weglassen von Details treffen muss. Er kann sich - und das kommt ihm gerade bei quicklebendigen Vierbeinern entgegen - auf einen sicheren Strich und die geschulte Fähigkeit verlassen, sich markante Regungen einzuprägen und aus dem Bildgedächtnis zu skizzieren.

Vierbeinern vorbehalten ist auch die im Kellergewölbe parallel laufende Schau "Binäre Gesellschaften", die mobile Kunst und plastische Arbeiten von Stefan Seidel zeigt. Tierdarstellungen sind der Schnittpunkt im Schaffen beider Künstler. Doch während der Maler im Tier still vergnügt menschliche Verhaltensweisen ausmacht, hat der Bildhauer einen anderen Ansatz. Der Leipziger stilisiert seinen Hasen zur Metapher eines vergesellschafteten Wesens, das sich in Umkehrung der Realität am Menschen rächt, ihn häutet, tötet und frisst.

Information: Bilder von hier und da, Holger Vogt / Binäre Gesellschaften, Stefan Seidel, Rathausgalerie Grimma, Markt 27, bis 3. Januar 2016, Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag bis Sonntag 15 Uhr bis 17 Uhr

Ingrid Leps

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