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Grimma Manfred Heinz organisiert Wahlforum und bekommt fast durchweg Körbe
Region Grimma Manfred Heinz organisiert Wahlforum und bekommt fast durchweg Körbe
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00:33 23.03.2018
In der Stadt Colditz (hier ein Blick zum Markt) wird am 8. April ein neuer Bürgermeister gewählt. Foto: Frank Schmidt
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Colditz

Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl am 8. April sorgt in Colditz eine Mail von Stadtrat Manfred Heinz (FDP) für Wirbel: In dem der LVZ vorliegenden Schreiben teilt Heinz allen fünf Bürgermeister-Kandidaten mit, er habe sich auf vielfachen Wunsch der Colditzer entschlossen, ein öffentliches Forum zu organisieren. An der Veranstaltung am 28. März, 19 Uhr, könnten und sollten möglichst alle Bewerber teilnehmen, so Heinz. Es sei ihm gelungen, Politik-Journalistin Beate Dietze als neutrale Moderatorin zu gewinnen.

Sascha Schmiedel, Kandidat der Freien Wählervereinigung „Für unsere Heimat“ wird an der – wie er es sagt – Politposse nicht teilnehmen. „Herr Heinz als Organisator der Veranstaltung ist Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes.“ Seine Partei unterstütze im aktuellen Wahlkampf einen konkreten Mitbewerber, was für ihn Grund genug sei, dem Einlader einen Korb zu geben, so Schmiedel. Er sei nicht so naiv zu glauben, dass unter solchen Vorzeichen ein faires Prozedere möglich ist. „Ob sich die anderen Kandidaten in diese abgekartete Politshow einspannen lassen, kann ich nicht beurteilen“, so Schmiedel, der die seiner Meinung nach gute Entwicklung der Stadt der eigenen Fraktion zuschreibt. Er stehe für stabile Verhältnisse, die notwendig seien, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Wie berichtet, wird die Kandidatur von Einzelbewerber Uwe Quedenbaum sowohl von der FDP als auch der Bürgerinitiative Colditz (BIC) unterstützt. Quedenbaum hat bereits fest zugesagt, am Forum teilzunehmen. Er erwarte einen harten, aber dennoch fairen Wahlkampf, sagt er der LVZ. Für ihn sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, auch inhaltlich in die Offensive zu gehen. „Allen Haushalten ist mein Wahlprogramm zugegangen. Es beinhaltet die Vorhaben für die nächsten sieben Jahre.“ Die Wähler sollten alle Programme gründlich vergleichen. Dann würden sie erkennen, wer es wirklich ernst mit einer neuen Politik meine.

Er hat sich das Thema „demografischer Wandel“ auf die Fahne geschrieben und geht für die CDU ins Rennen: Matthias Muschter. Grundsätzlich begrüße er die Idee, ein Wahlforum mit allen fünf Kandidaten zu veranstalten. Allerdings nicht in der Form, wie es jetzt angedacht sei: „Sicher wird es der Organisator so planen, dass Herr Quedenbaum am besten rüberkommt. Als erfahrener Lokalpolitiker würde ich persönlich damit umgehen können, verstehe aber, wenn das Mitbewerber nicht so entspannt sehen.“ Im übrigen hatte er mit Uwe Quedenbaum schon gemeinsame Auftritte. „Ja, ich wäre gern gekommen, habe aber an besagtem Abend einen eigenen Wahlkampftermin.“

Ebenfalls aus terminlichen Gründen muss Einzelkandidat Dirk Jaworski absagen: „Ich werde zeitgleich in der Wahlkampfveranstaltung von Matthias Muschter zu erleben sein. Es ist nicht das erste Mal, dass wir unsere Termine zusammen legen.“ Ansonsten gehe er auch weiter von Haus zu Haus, um mit den Wählern direkt in Kontakt zu treten. „Mitsprache ist den Bürgern wichtig. Nicht umsonst lautet mein Slogan: Hin zum Wir!“ Seiner Meinung nach habe die Einladung des FDP-Ortsvorsitzenden ein Geschmäckle: „Neutral kann das nicht sein.“

Ähnlich sieht das Einzelbewerber Robert Zillmann. Auch er hat zur gleichen Zeit in Sermuth einen eigenen Wahlkampftermin und müsse Herrn Heinz daher absagen: „In den Ortschaften sowie der Stadt selbst finden aktuell Einwohnerdialoge statt, zu denen ich einlade. Ich erlebe positive und intensive Gespräche zu meinem Wahlprogramm, das ich bereits im Februar mit Start meiner Kandidatur veröffentlicht habe. Es geht um meine Konzepte zu Bürgerbeteiligung, Mobilität im Alter, Wirtschaftsförderung und Sicherheit.“

Die Veranstaltung gehe auf jeden Fall über die Bühne, die Moderatorin sei gebucht, der Saal in der Fema gemietet, bestätigt Einlader Manfred Heinz auf LVZ-Nachfrage. Er trete ausdrücklich nicht als FDP-Politiker, sondern lediglich als Privatperson und auch nur zur Begrüßung in Erscheinung: „Ich habe der Moderatorin die Links zu den Wahlprogrammen aller fünf Kandidaten geschickt. Jetzt ist es an ihr, die Fragenkomplexe auszuarbeiten. Sobald die Schwerpunkte stehen, bekomme ich sie zugeschickt und leite sie an alle fünf Kandidaten weiter. Somit kann sich jeder vorbereiten, ganz fair.“

Von Haig Latchinian

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