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Grimma Manfred Keller ist fassungslos
Region Grimma Manfred Keller ist fassungslos
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16:06 19.05.2015
Enormer logistischer Aufwand: Manfred Keller im Gespräch mit seiner Verkäuferin Mandy Merres im mobilen Verkaufsstand. Drei Essen sind täglich im Angebot. Quelle: Cornelia Braun

"Wir bauten es auf, damit unsere Kundschaft im Trockenen Essen kann", erklärte er. Denn die Flut zerstörte die Räume am Grimmaer Markt. Deshalb bedient er jetzt in einer mobilen Theke vor der Wurst- und Fleischverkaufsstelle. Als weitere Interimslösung nutzt er die ehemalige Fleischerei Nebel in Naundorf. Derzeit kocht er außerdem täglich 250 bis 300 Portionen im Krankenhaus Grimma "Ich habe 15 Beschäftigte, die ich nach der Flut auf Kurzarbeit schicken musste und für die ich Verantwortung trage", erzählte er. Keller: "Ich bin sehr froh, dass die Unternehmen mir Hilfe anboten". Denn bis November wird es dauern, bevor er sein Geschäft am Markt wieder öffnen kann. Seit 1940 ist die Fleischerei am Markt im Familienbesitz. "Ich übernahm sie 1979 von meinem Vater", erzählt er. Damals habe es noch 28 Fleischer im ehemaligen Kreis Grimma gegeben. Geblieben sind vier Fleischereien. "Aus Altersgründen hören immer mehr Fleischer auf, da es ein Knochenjob ist. Er geht meist von 4 bis 20 Uhr", sagte der Fleischermeister. Deshalb ist er froh, dass eine seiner drei Töchter das Unternehmen weiterführen will. Tochter Christin (29) hatte deshalb einen Meisterlehrgang besucht. Bis er in die Rente geht, will er seiner Tochter einen funk- tionsfähigen Betrieb übergeben. "Das werde ich wohl erst mit 62 geschafft haben", sagte der 58-Jährige aus den Erfahrungen der Flut 2002 heraus.

"Derzeit arbeiten elf Trockner, die täglich 200 Liter Wasser aus den feuchten Böden und Wänden ziehen", erzählte er. Im September starten die Bauleute. Keller: "Über 1000 Quadratmeter Fliesen müssen allein verlegt werden." In der Zwischenzeit versucht er, die Technik wieder zu bestellen, die die Flut unbrauchbar machte. "Das wäre alles kein Problem, wenn die Versicherungen zahlen würden. Ich muss Kredite beantragen. Doch dazu brauche ich die Versicherungsangaben", meinte er. Doch in der Zwischenzeit müsse das Geschäft laufen. "Allein am Wochenende haben wir vier Schulanfangsfeiern und eine Hochzeit zu beliefern", freute er sich. Alle seine Mitarbeiter wären im Einsatz. Keller: "Es ist deshalb bedauerlich, dass ich mich erneut um ein Zelt kümmern muss, obwohl ich derzeit alle Hände voll zu tun habe."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2013

Cornelia Braun

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