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Grimma Marmorweg und Schieferallee: Grünstadt in Naunhof bekommt Straßennamen
Region Grimma Marmorweg und Schieferallee: Grünstadt in Naunhof bekommt Straßennamen
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00:19 05.06.2017
Die Naunhofer Osttangente an der Einmündung in die Wurzener Straße. Wenn sie in Kürze eröffnet wird, soll sie „Straße des 9. November“ heißen. Quelle: Frank Pfeifer
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Naunhof

Nahezu einmütig entschied sich der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend, den Straßen im neuen Wohngebiet Grünstadt Namen zu verleihen, die in Bezug zum Geopark Porphyrland stehen. Umstritten ist jedoch die Entscheidung, die Osttangente, durch die das Areal erschlossen wird, „Straße des 9. November“ zu nennen. Ein Abgeordneter will den Beschluss anfechten.

Den Antrag, die 1,3 Kilometer lange Hauptachse zwischen Wurzener Straße und Autobahnzubringer dem Schicksalstag der deutschen Geschichte zu widmen, hatte die CDU-Fraktion bereits zur vergangenen Ratssitzung eingebracht. Deren Vorsitzender, Gerold Meyer, begründete ihn nun nochmals: „Der 9. November gehört zu den kollektiven Erinnerungen von uns Deutschen.“ Er sei einerseits eine Ehre, weil sich 1989 die Mauer öffnete, und andererseits eine Schande, da 1938 die Synagogen brannten.

Michael Eichhorn (Linke) sah jedoch ein Problem darin, ein negatives Ereignis kommentarlos auf einem Straßenschild zu verewigen. Sollte dies geschehen, müssten auch Straßennamen im neuen Wohngebiet einen historischen Bezug erhalten, also zum Beispiel nach Marie Mindel Naundorf benannt werden, für die am Montag ein Stolperstein verlegt worden war.

Hermann Kinne (CDU) hielt dagegen, es sei oft Usus, zusätzliche Hinweise an Straßenschildern anzubringen, die deren Inhalt erläutern. „Unser Anliegen ist es, zu erinnern und zu mahnen“, sagte er. Mehrheitlich ging der Antrag seiner Partei durch. Damit war auch ein Vorschlag Frank Schneiders (Unabhängige Wählervereinigung) vom Tisch, der für den Namen „Straße des 9. Oktober“, dem Tag der Leipziger Massendemonstration von 1989, plädiert hatte.

Mit Protest reagierte der fraktionslose Dieter Schenk auf das Votum. Er hatte sich in der Diskussion auch gemeldet, um den Namen „Zum alten Betonwerk“ für die Osttangente ins Spiel zu bringen. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) habe ihn aber nicht zu Wort kommen lassen. „Deshalb lasse ich prüfen, ob die Entscheidung rechtmäßig war“, drohte er an, was Zocher säuerlich quittierte: „Nehme ich zur Kenntnis.“

Auf einen von der CDU initiierten Aufruf hin waren aus der Bevölkerung 199 Vorschläge für Straßennamen in der künftigen Grünstadt im Rathaus eingegangen. Der Bürgermeister schlug vor, sich zunächst auf einen Themenbereich zu verständigen. Zur Auswahl standen unter anderem alte Flurnamen, Tiere und Pflanzen. Eine Mehrheit fand Mario Schaller (Bürgerinitiative Naunhof) mit seinen Überlegungen. „Wir sind Mitglied im Geopark Porphyrland, tun aber noch wenig in dieser Richtung“, sagte er. Deshalb seien Namen mit einem Bezug zu Gesteinen sinnvoll. Da aber nur sechs gebraucht werden und 14 Vorschläge eintrafen, muss die Verwaltung noch selektieren. Marmor-, Granit- und Schieferweg kommen unter anderem in Frage.

Von Frank Pfeifer

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