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Medical Senioren-Park Gruppe will einstiges

Technischer Ausschuss Grimma Medical Senioren-Park Gruppe will einstiges

Das ehemalige Behörden-Center in der Leipziger Straße 91 in Grimma will die Medical Senioren-Park Holding Essen zu einem Seniorenpflegeheim mit 104 Plätzen umbauen. Der Bauantrag wurde in der jüngsten Sitzung des technischen Ausschusses des Stadtrates Grimma diskutiert – ein Beschluss dazu aber auf die nächste Sitzung verschoben.

Das ehemalige Behördencenter in der Leipziger Straße: Die Medical Senioren-Park Holding will zwei der drei Gebäudeteile zu einem Seniorenpflegeheim umbauen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Das ehemalige Behörden-Center in der Leipziger Straße 91 in Grimma will die Medical Senioren-Park Holding Essen zu einem Seniorenpflegeheim umbauen. Der entsprechende Bauantrag wurde in der jüngsten Sitzung des technischen Ausschusses des Stadtrates Grimma diskutiert – ein Beschluss dazu aber auf die nächste Sitzung verschoben.

Das 1994 erbaute Objekt im Eck von Leipziger Straße und Gerichtsweg besteht aus drei U-förmig angeordneten Gebäudeteilen mit separaten Eingängen. Eine großzügige Parkfläche vor dem Gebäude sowie eine Tiefgarage mit insgesamt 140 Parkplätzen ergänzen den Komplex. Im November 2012 hatten die Essener das ehemalige Behörden-Center, dessen letzter großer Mieter die Polizei war und das seit 2009 weitgehend leer stand, bei einer Zwangsversteigerung für 2,3 Millionen Euro erworben und seitdem versucht, die Immobilie zu vermarkten. Ursprünglich sei geplant gewesen, sie als Büro-Center weiter zu betreiben, sagte der Geschäftsführer der Medical Senioren-Park Holding, Tadeusz Cymerman, auf Nachfrage der LVZ. Allerdings habe man für die angebotenen Flächen zwischen 250 und 5000 Quadratmetern „keine Klein-Klein-Vermietung“ haben wollen – auf der Website buero-center-grimma.de werden die Räume als geeignet für Büros, Praxen, Therapie- und Wellnessflächen, Seminar- und Schulung angepriesen –, denn die Aufteilung einer Etage auf mehrere Mieter sei nicht möglich. Inzwischen räumt er ein, dass er das Potenzial an Interessenten für größere Flächen offenbar „falsch eingeschätzt“ habe. Lediglich die Vermietung des der Leipziger Straße zugewandten südlichen Flügels ist gelungen. Hier hat das Grundbuchamt sein Domizil, ebenso ein Fortbildungsinstitut des Arbeitsamtes und eine Steuerberatungskanzlei. Wenn, wie geplant, noch ein Arzt und wahrscheinlich eine Apotheke einziehen „dann ist er voll vermietet“, sagt Cymerman. Für den mittleren und den nördlichen Gebäudeteil plant die Holding dagegen jetzt den Umbau zu einem Pflegeheim – und kommt damit zu ihrer Kernkompetenz zurück: Die Medical Senioren-Park Holding verfügt laut ihrer Website über eine mehr als 30jährige Erfahrung als Betreiber im Bereich von Sozialimmobilien.Sie betreibt Seniorenanlagen in Reiskirchen, Felsberg, Vellmar und Swisttal; in Pfuhl (Augsburg) baut die Gruppe gerade für 17 Millionen Euro eine neue Seniorenanlage.

Angedacht ist in Grimma ein Pflegeheim mit 104 Betten. Dafür soll der zentrale Baukörper, der weiterhin als Haupteingang dient, durch einen Verbindungsbau mit dem nördlichen Gebäudeteil über alle Geschosse verbunden werden. Der Zentralbau wird durch eine vorgestellte Fassade, hinter der sich das Foyer und Tages- beziehungsweise Gruppenräume mit angegliederten Balkonen in den darüber liegenden Geschossen befinden, erweitert. Die Trockenwände in dem Stahlbetonskelettbau werden weitestgehend entfernt und entsprechend der Planung durch neue ersetzt. Ein Bettenaufzug wird eingebaut, Außenfluchttreppen werden angebracht. In der Tiefgarage werden Küche sowie Personal-, Technik- und Lagerbereiche geschaffen. Die Garagendecke wird teilweise begrünt und so für die neuen Bewohner nutzbar gemacht. Die Kosten des Vorhabens bewegen sich in einer Größenordnung von circa vier Millionen Euro.

Cymerman geht davon aus, 2016 mit dem Umbau, den man „gern mit Unternehmen aus der Region“ bewerkstelligen wolle, beginnen zu können. „Das hängt nur noch von der Baugenehmigung ab.“ Dass der Ausschuss so zurückhaltend ist, verstehe er nicht. „Wir haben die Pläne schon vor einem Jahr der Stadt vorgelegt, und auch die Heimaufsicht hat uns bestärkt, sie umzusetzen.“

Auch Oberbürgermeister Matthias Berger begrüßte das Vorhaben in der Ausschusssitzung als „sinnvolle Nachnutzung“ des Objektes. Stadtrat Johannes Heine (Freie Wählervereinigung) hingegen äußerte Bedenken, „ob wir wirklich Bedarf für 104 Pflegeplätze haben“. Er sehe diesen vielmehr bei altersgerechtem Wohnen, erinnerte er an vorangegangene Diskussionen im Ausschuss. „Vielleicht sollten wir noch einmal mit Medical reden, ob sie die 104 Plätze nicht aufsplitten könnten“, regte er an. Die Stadt hat zwei Monate, das heißt noch bis Ende Dezember, Zeit, ihr gemeindliches Einvernehmen zu dem Vorhaben abzugeben.

Von Ines Alekowa

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