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Grimma „Mensch Luther“ – Klosterruine in Nimbschen wird zur Filmkulisse
Region Grimma „Mensch Luther“ – Klosterruine in Nimbschen wird zur Filmkulisse
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16:48 07.06.2016
Auf Spurensuche: Margot Käßmann (r.) wird im Film „Mensch Luther“ vor authentischer Kulisse in der Klosterruine von der Schauspielerin Annett Fleischer befragt. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Obgleich ihr Auftritt vor der Kamera in den Montagabendstunden stattfand und bis in die Nacht hinein andauerte, dürfte der Filmdreh alles andere als nur eine Nacht- und Nebelaktion gewesen sein. „Grimma hat sich ja schon lange vor der Lutherdekade mit der Reformationsgeschichte beschäftigt, da sie sehr eng mit der Stadt verbunden ist. Nun trägt diese Arbeit Früchte“, freut sich Stadtsprecher Sebastian Bachran über den hohen Besuch.

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Interviewerin Annett Fleischer und Theologin Margot Käßmann sprechen vor der Klosterruine über das Frauen- und Familienbild Luthers.

Welch gewichtige Rolle Grimma in diesem Film spielt, machte der Regisseur Tom Ockers anhand der verschiedenen Schauplätze deutlich. „Natürlich drehen wir in Wittenberg, aber auch in Lübeck, Hamburg und Berlin sowie in Dresden, ja sogar in Rom und nun auch hier in Grimma.“ Darüber zeigt sich Margot Käßmann besonders froh, obwohl sie das erste Mal in der Muldestadt ist. „Grimma als Stätte der Reformation war und ist mir bekannt. Deshalb freue ich mich, hier zu sein.

Die alten Mauern erzählen uns was. Zum Beispiel, dass hier die Wurzeln unserer Geschichte liegen, die uns bewusst machen, woher wir kommen. Denn wir erleben ja heute, was es bedeutet, wenn historische Stätten durch den IS unwiederbringlich zerstört werden“, weitet Margot Käßmann den Blick auf die Kriegsschauplätze in Vorderasien. „Aber mir ist im Zusammenhang mit diesem Film auch wichtig, einen Akzent auf Katharina von Bora zu setzen, und damit auf die Rolle der Frauen, die oft vergessen werden – denken wir da auch an die Elisabeth von Rochlitz. Leider haben wir nur ganz wenige Zeugnisse dieser Frauen, aber sie waren natürlich wichtig, um die Reformatoren zu unterstützen“ sagt die Theologin.

Für die nächtlichen Aufnahmen haben die Filmemacher zwar großformatige Bildnisse von Martin Luther und Katharina von Bora via Beamer im Inneren der ehrwürdigen Klostermauern an den Giebel projiziert. Doch in dem Streifen geht es nicht nur um den Reformator Luther.

„Der Film behandelt einen fiktiven Kriminalfall. Und immer, wenn die Ermittler nicht weiterkommen, schicken sie für Recherchen in der echten Welt eine Ermittlerin los. Und das Thema, zu dem sie recherchiert, ist der Mensch Luther. Am Ende kann sich unsere frei erfundene Geschichte nur auflösen, weil die Ermittlerin in der echten Welt recherchiert. Dafür wird Margot Käßmann vor der Kamera interviewt“, umreist der Regisseur die Rahmenhandlung.

Die Ermittlerin wird von der Schauspielerin Annett Fleischer gemimt, sie ist den ARD-Zuschauern als Sonja Wirth in der Vorabendserie „Hubert & Staller“ bekannt. Der konkrete Sendetermin in der ARD Anfang 2017 stehe aber noch nicht fest.

Von Frank Schmidt

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