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Mit Augustinermönch Philipus auf den Spuren der Reformation

Neue Führung in Grimma Mit Augustinermönch Philipus auf den Spuren der Reformation

Gästeführer Eckhard Zeugner schlüpft ab 25. März in die Rolle von Augustinermönch Philipus. Die neue Führung widmet sich der Reformation. Luther war nachweislich zehnmal in Grimma – es gibt also viel zu erzählen und zu sehen.

Gästeführer Eckhard Zeugner führt als Augustinermönch Philipus durch Grimma.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. 1521 – Luthers Worte verbreiteten sich in Windeseile. Der Augustinermönch Philipus protestiert gegen das triste Leben im Grimmaer Augustiner-Eremiten-Kloster. Am liebsten möchte er sofort gehen. Einfacher als gedacht. Denn in Grimma setzt sich die Reformation schnell, unaufgeregt und ohne Luthers Zutun durch. Nun ist Philipus, der Bettelordensmönch, ein freier Mann...

Den Anstoß zum berühmten Thesenanschlag soll Martin Luther in Grimma bekommen haben. Vor dem Grimmaer Bürgertum wetterte er erzürnt über den Ablasshandel. 500 Jahre später wirft sich Gästeführer Eckhard Zeugner die Kutte von Mönch Philipus noch einmal über und zeigt Interessierten die mittelalterlichen Schätze in der Muldestadt. Premiere hat die neue Stadtführung zum Reformationsjubiläum am Sonnabend, dem 25. März, teilt Rathaussprecher Sebastian Bachran mit. Gestartet wird um 13 Uhr an der Stadtinformation am Markt 23. „Beim heiteren Rundgang machen Gäste Bekanntschaft mit mediävalen Wohntürmen, bestens erhaltenen Portalen, den Resten der Nicolaikirche, der Elisabethkapelle und der Kapelle des Heiligen St. Jakob“, so Bachran.

Luther war nachweislich zehnmal in Grimma und predigte unter anderem in der Klosterkirche. Er bezeichnete das Gotteshaus als Brustbrecher. Teilnehmer an der Führung können sich von der Akustik der entkernten Kirche noch überzeugen. Ein Höhepunkt der Führung ist laut Bachran ein Blick in die erste Vogtei der Stadt mit den nachgestellten Arbeits- und Lebensräumen des Grimmaer Stadtvogtes. Das Gewölbe befindet sich am Markt in 2,25 Meter Tiefe, in Höhe des damaligen Straßenniveaus. Auch Grimmas ältester Gasthof von 1536 öffnet sich im Rahmen des Rundganges durch die Geschichte. Gehen doch Ortskundige davon aus, dass Luther hier Gast war. Darin zu sehen ist ein selten gezeigtes Ölgemälde von „Luthers Hochzeit in Wittenberg“.

Die zum Reformationsjubiläum ausgearbeitete Gästeführung ist über die Stadtinformation am Markt 23 buchbar. Auf Wunsch wird im Anschluss ein fünfgängiges Gastmahl serviert. Die Führung durch die Grimmaer Geschichte dauert etwa zweieinhalb Stunden.

„Aus der Zeit der Reformation lässt sich in Grimma noch viel entdecken“, so Bachran. Das florierende Handelszentrum ist mit seiner reichen Schul- und Verwaltungsgeschichte mehrfach Anlaufstelle Martin Luthers und einiger seiner Weggefährten gewesen. Sein treuer Freund, Philipp Melanchthon, empfahl Martin Luther die Grimmaer für den Professorennachwuchs. So schwärmte Melanchthon: „Es gibt in diesem ganzem Gefilde keine Stadt in der ich lieber leben wollte, als in Grimma“. Auch Luthers Lehrer und Beichtvater, Johann von Staupitz, ist eng mit dem Bürgertum verstrickt. Ganz in der Nähe, im heutigen Grimmaer Ortsteil Motterwitz, wuchs er auf. In die Geschichtsbücher ist die Muldestadt mit der berühmten „Nonnenflucht“ eingegangen: In der Osternacht 1523 flohen mehrere Nonnen aus dem Kloster Nimbschen, darunter die spätere „Lutherin“ Katharina von Bora. Das Augustinerkloster wurde nach der Reformation als eine der sächsischen Landesschulen genutzt. Die dazugehörige Bettelordenskirche blieb erhalten. Eine der geflohenen Nonnen, Magdalena von Staupitz, kam nach der Flucht nach Grimma zurück und eröffnete in der Stadt eine der ersten Mädchenschulen weit und breit.

Kontakt: Stadtinformation, Markt 23, Tel.: 03437/9858-285, E-Mail: stadtinformation@grimma.de. Die Buchung des Luther-Schmauses ist im Voraus reservieren.

Von Frank Prenzel

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