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Grimma Mit Federhalter und Schiefertafel
Region Grimma Mit Federhalter und Schiefertafel
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05:00 22.08.2011
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. Die Kinder tauchten in die Schulzeit der Groß- und Urgroßeltern ein – mit Schiefertafel und Rohrstock.

Gerade zum Schulanfang wurde das Angebot gern angenommen, tauchten auch die Erwachsenen in die Zeit der hölzernen Bänke, Federhalter und Zirkelkasten ab.

Bärbel Jahn ließ vor allem die Kinder in eine ihnen unbekannte Welt versinken. „Was glaubt ihr, wie die Schulkinder gekleidet waren?", fragte sie. Nur die wenigsten wussten, dass es keine Kleider oder Jeans waren, sondern eine Schuluniform.

Und genau so eine führte Bärbel Jahn zur Anschauung vor. Nur die kleine Nele Urban bewies Mut und schlüpfte kurzerhand in die blaue, weiß abgesetzte Uniform hinein. Da sie sich noch in die hölzerne Schulbank mit dem aufklappbaren Tisch quetschte, war das Bild einer Schülerin aus der Zeit der Ur-Großeltern perfekt. Lisa und Enni zogen sich zwar keine Uniform über, zeigten aber allen Gästen eine Schiefertafel und einen sehr alten ledernen Schulranzen.

„Mit dem Griffel schrieben damals die Kinder auf solche Tafeln", sagte Bärbel Jahn. Der daran hängende Schwamm diente dazu, das Aufgezeichnete wieder abzuwischen. Beim Packen des Schulranzens war also Vorsicht geboten, damit alles erhalten blieb. Wer nicht aufpasste und darüber wischte, konnte ganz schnell seine Aufzeichnungen verlieren.

Beim Recherchieren fand Bärbel Jahn, „dass Schule in alter Zeit" es bereits in einer Sonderaustellung im Sommer 1979 unter dem Titel „Schule anno dunnemal, ein historischer Streifzug durch Schulutensilien unserer Großeltern" im Göschenhaus gegeben hatte. Mittlerweile sind die Ausstellungsutensilien durch die Dauerleihgabe einer hölzernen Schulbank vervollkommnet worden.

Die Kinder und Erwachsene erfuhren bei dem Streifzug durch die Schulgeschichte, dass es die erste Zuckertüte 1810 in Sachen und Thüringen gab. Erst in den 1960er und 1970er Jahren sind sie bis heute zur Tradition geworden. Bärbel Jahn wußte auch, dass seinerzeit der beste Schüler vorne rechts und der schlechteste hinten links saß.

„Schulstrafen waren in früher Zeit üblich", sagte sie. Schläge gab es zum Beispiel mit dem Rohrstock. Manchmal mussten die zur Rechenschaft gezogenen Schüler sogar auf harten Erbsen knien.

Besucherin Erika Negeit kannte die Schiefertafel und den Rohrstock noch aus eigenem Erleben. „Wenn wir nicht parierten, sind wir damit bestraft worden", erinnerte sie sich. Für den Jugendlichen Marius Schmidt klang dies alles wie aus einer fremden Welt.

René Beuckert

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