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Grimma Mit Minky, Gerda und Peter zu neuem Schwung
Region Grimma Mit Minky, Gerda und Peter zu neuem Schwung
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05:00 27.08.2011
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." Das war damals – als sie mit ihrem Mann noch in Beiersdorf lebte. Erstens sei sie selbst eine Tierfreundin und dann kamen ja immer die Kinder: „,Tante Malz, hast du Katzen?" Das ist nun schon eine Weile her. Seit März wohnt die 72-Jährige im Naunhofer Altenpflegeheim „Charlotte Winkler".

 Dazwischen ist viel passiert, ihr Mann ist gestorben: „Ich habe ihn lange gepflegt". Dann wurde sie selbst so krank, dass sie Hilfe brauchte. „Hier haben sie mich wieder auf die Beine gebracht." Und trotzdem ist zu spüren: an das Leben in Beiersdorf, an ihren Garten, die Tiere, denkt sie noch immer schweren Herzens zurück. Ist Kater Peter ein kleiner Ersatz? Ein bisschen schon und er wird es täglich mehr. Lässt Edith Malz ihre Zimmertür auf, kommt er zu Besuch. Doch was heißt hier Besuch? Zimmer, Bett, Hocker, samt sonnigem Plätzchen, sind ja eigentlich sein Revier. Und überhaupt: Peter ist mit seinen 15,16 Jahren eine imposante Erscheinung und möchte gebührend bewundert werden. Das weiß natürlich Katzenkennerin Edith und rückt ihm schon mal ihren Polsterhocker zurecht.

Peter ist nur eine von drei hauseigenen Katzen in dem Altenpflegeheim in der Robert-Blum-Straße. Sein Revier ist die dritte Etage. Die zweite durchstreift Gerda – die erste Rassekatze Minky. „Mit ihr hat auch alles angefangen", berichtet Stefan Müller. „Natürlich wissen wir, dass Tiere den Senioren gut tun", sagt der Heim- und Pflegedienstleiter der diakonischen Einrichtung. „Schon die Gegenwart der Tiere kann für seelisches Gleichgewicht sorgen, kann das Herz ruhiger schlagen lassen und den Blutdruck senken. Vor allem wecken Katzen die Kontaktfreude der älteren Menschen, sie hören ihnen zu, können sie zum Lachen bringen und akzeptieren sie auch wenn sie alt und gebrechlich sind. Dennoch haben wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht: was ist, wenn unsere Bewohner die Tiere nicht mögen oder einer von ihnen eine Allergie hat." Doch das sei zum Glück nicht der Fall. Aber auch die Bereitschaft der Mitarbeiter musste vorhanden sein: „mit Tieren im Heim ist ja auch ein hoher Pflegeaufwand für die Schwestern verbunden, die sich um die Tiere kümmern." Als die Voraussetzungen geklärt waren, konnte die Mensch-Tier-Freundschaft beginnen. Katze Gerda stammt aus dem Tierheim Schkortitz. „Ich habe in der LVZ von ihrem Schicksal gelesen", sagt Stefan Müller. „Und sofort im Tierheim angerufen. Nun ist Gerda die neue Mitbewohnerin für die Senioren in der zweiten Etage. „Na, komm", lockt Elsa Jäger sie heran und streut ein paar Leckerlis auf den Fußboden. „Gerda hat wieder Vertrauen zu Menschen gewonnen und lässt sich gern streicheln", so die 88-Jährige. Eine Etage tiefer hält Rassekatze Minky Hof. Ohne Zweifel eine Schönheit mit ihrem weichen Fell und den verschieden farbigen Augen. Vor allem ist die Samtpfote die Ruhe in Person und damit genau die richtige Gesellschafterin für Heinz Bergmann. Früher führte der 80-Jährige ein HO-Geschäft – heute kann er sich nicht mehr so gut bewegen. Minky, Gerda, Peter – drei liebenswerte Tiere, die das Leben der älteren Menschen im Naunhofer Altenpflegeheim noch mehr bereichern.

Ingrid Hildebrandt

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