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Mit dem Schirm zur Bootstour

Mit dem Schirm zur Bootstour


Grimma/Wurzen. Naturgemäß Wasser von unten, aber heuer auch Wasser von oben – die Teilnehmer der 13. Mulderegatta waren voll in ihrem Element.

. Nachdem die Veranstalter im Vorfeld circa 350 Wasserwanderer mit etwa 80 Booten registrierten, schlossen sich trotz miesem Wetter noch erstaunlich viele Nachzügler an. Am Ende hatte Elke Müller vom Organisationsteam 550 Teilnehmer mit 150 Booten auf der Starterliste zu stehen.

Statt Sonnenschutz und Sonnenbrille stiegen die meisten Wassersportfreunde mit Regenbekleidung in ihre Boote, manch einer hatte gar einen Regenschirm dabei. Dabei blinzelte die Sonne noch vor dem offiziellen Start scheinheilig hinter einer dicken Wolkenfront hervor. Vielleicht, weil die Firma Solar-Kirchner aus Großbardau mit einem solarbetriebenen Boot versuchte, die Sonne zu bauchmitzeln. Doch das erwies sich als hoffnungslos, der Regen dominierte. Also gab Raimund Töpfer vom Organisationsbüro des größten Wassersportereignisses in Ostdeutschland das Motto aus: „Bei Sonne kann jeder, bei Regen geht es auch."

Den Beweis trat dann auch Heiner Quandt an. Der Ehrenpräsident des Sächsischen Kanuverbandes startete im Führungsboot mit Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. Das Stadtoberhaupt sinnierte zur Eröffnung laut über eine neue sportliche Idee. Nämlich den Städtelauf und die Mulderegatta zu verbinden – also von Wurzen nach Grimma laufen, dann ins Boot und zurück nach Wurzen. „Keine schlechte Idee. Dann kämen nicht alle gleichzeitig in Grimma an und man könnte sofort ins Boot steigen", sagte Brigitte Hampe mit einem Seitenhieb auf die lange Wartezeit am Einstieg. „Sicherheit geht vor, deshalb werden die Boote alle einzeln ins Wasser gelassen", verteidigte Raimund Töpfer das Vorgehen. Außerdem gehe es nicht um Tempo, sondern um den Spaß auf der etwa 20 Kilometer langen Flussstraße. An dem fehlte es tatsächlich nicht: Zum Beispiel bei den Husaren, die statt hoch zu Ross mit einem Schlauchboot unterwegs waren. „Unsere Pferde stehen in Wurzen auf der Weide, mit denen geht es wieder nach Hause", scherzte Lutz Kunze.

Für Stefanie Horn und Lydia Winkler wäre das ein weiter Ritt geworden, sie kamen aus München und Rostock. Aber gibt es in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern kein Wasser, dass sie zum Paddeln ins Muldenland kommen müssen? „Doch, nur keine so tolle Regatta", lautete die Antwort. „Wir haben bei jedem Wetter Spaß", sagte Ramona Zyma auf halber Strecke. Kein Wunder, sie war mit Sportfreunden vom Colditzer Kanuverein unterwegs. Allesamt wussten sie die Mühen der Veranstalter zu schätzen: „Das ist gut organisiert und klappt prima – herzlichen Dank". Damit trieben sie im gleichen Fahrwasser wie die Organisatoren, die ihrerseits den über 120 Helfern an den vier Ein- und Ausstiegsstellen in Grimma, Nerchau, Trebsen und Wurzen sowie an den zwei Wehren in Golzern und Neichen dankten.

Frank Schmidt

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