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Grimma Mit dem Smartphone den Miniaturzug in Grimma auf Reisen schicken
Region Grimma Mit dem Smartphone den Miniaturzug in Grimma auf Reisen schicken
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00:25 16.12.2015
Zurücktreten von der Bahnsteigkante: Die Roßweiner Modelleisenbahner zogen in Grimma nicht nur die Blicke kleiner Besucher auf ihre HO-Modulanlage. Quelle: Foto: Roger Dietze
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Grimma

„Zurücktreten von der Bahnsteigkante!“ Wer an den beiden vergangenen Tagen im Grimmaer Rathaus genau hinhörte, der respektive die konnte auch diese Aufforderung vernehmen. Denn die Modelleisenbahnanlage in der Spurgröße HO, die die Mitglieder des Modelleisenbahnclubs Roßwein von der Mulde an die Mulde mitgebracht hatten, zeichnete sich durch jede Menge technische Raffinessen aus.

Gut acht Stunden lang hatten die mittelsächsischen Modelleisenbahner am Donnerstag und Freitag gewerkelt, um der Grimmaer Modelleisenbahn-Fangemeinde ihre so genannte Modulanlage zu präsentieren. Diese besteht aus rund 40 einzelnen Teilen, die vergleichsweise schnell demontiert und installiert werden können und die in der Weltgeschichte herumzufahren die Männer um den Vereins-Vize Andreas Hoffmann mittlerweile große Routine haben. „Nach unter anderem Torgau, Nossen, Mittweida und Hainichen waren wir im vergangenen Jahr erstmalig in der Vorweihnachtszeit in Grimma zu Gast, und weil hier die Resonanz so groß war, sind wir erneut eingeladen worden“, so der 52-Jährige. Dass die Roßweiner Miniatureisenbahner so beliebt in der Region sind, mag auch darin begründet liegen, dass sie nicht stur hinter ihrer Anlage stehen und von den Besuchern abgeschottet ihrem Hobby nachgehen, sondern vielmehr letztere mit aktiv einbeziehen und sogar Hand an die Steuerregler legen lassen. Dass diese Steuerung mittlerweile auch über das Smartphone möglich ist, ist laut Hoffmann eine Reaktion darauf, dass die junge Generation nur noch schwer für dieses Hobby zu begeistern ist. Auch Felix, 15-jähriger Besucher der Grimmaer Ausstellung, bestätigt, dass er sich mit der Modelleisenbahn bislang noch nicht beschäftigt habe und auch keiner seiner Mitschüler diesem Hobby fröne. „Aber ich finde die Sache nicht grundsätzlich uninteressant, eine Kombination mit dem Smartphone würde das Hobby für meine Generation sicherlich noch einmal attraktiver machen“, so der Bad Lausicker. In einer ganz anderen Zeit ist demgegenüber sein Vater Steffen Kluge aufgewachsen. „In meiner Kindheit war die Modelleisenbahn für uns Jungs noch das Nonplusultra. Ich erinnere mich noch genau daran, wie mein Vater an unserer HO-Anlage bis zum Heiligen Abend gebastelt und sie mit einem weißen Tuch abgedeckt hat, das erst zur Bescherung gelüftet wurde“, so der Kurstädter, der sich in diesem Jahr in punkto Modelleisenbahn selbst bescheren will. „Ich bin nach gut 40 Jahren wieder auf meine Anlage gestoßen, und nun benötige ich nur noch einen Trafo, um ihr wieder Leben einzuhauchen.“

Leben eingehaucht haben die Roßweiner Modelleisenbahner auch zwei nahezu unbekannten Spurweiten, nämlich der Z im Maßstab 1:220 sowie der S, deren Modelle 64-mal kleiner als das Original nachgebaut sind. „Die S-Spur wurde in den 60er-Jahren in Stadtilm gefertigt, sie hat sich aber nicht gegen HO und TT behaupten können, mittlerweile jedoch wird sie wieder in Kleinserien gefertigt“, berichtet Andreas Hoffmann.

Von Roger Dietze

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