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Mit der Winterzeit steigt Zahl der Wildunfälle im Muldental

Mit der Winterzeit steigt Zahl der Wildunfälle im Muldental

Es war eine Polizeimeldung von vielen dieser Art: Auf der Staatsstraße 38 zwischen Mutzschen und Pöhsig stieß ein Transporter mit einem Reh zusammen. Das Tier verstarb noch an der Unfallstelle, am Fahrzeug entstand ein Schaden von 5000 Euro.

Muldental. Der Fahrer hatte Glück, blieb unverletzt. Es ist die Zeit der Wildunfälle.

Nicht nur die Polizei in Grimma warnt immer wieder zu besonderer Vorsicht. Auch die Kommunikationsinitiative Natürlich Jagd nahm sich jetzt dieses Themas an. Und sie weist auf einen Faktor hin, der die Gefahrensituation nach ihrer Einschätzung noch verschärft hat: "Mit der Zeitumstellung steigt auch die Zahl der Wildunfälle." Denn seit der Rückkehr zur Winterzeit hätten sich Morgen- und Abenddämmerung verschoben. Es werde zwar morgens früher hell, aber nachmittags auch früher dunkel, erklärt Natürlich Jagd. "Somit fällt der abendliche Berufsverkehr mit der Hauptaktivität der Wildtiere zusammen. Viele Menschen treten den Heimweg nun bereits in der Dunkelheit an, zu einer Zeit, in der besonders viele Hirsche, Füchse und Wildschweine auf Nahrungssuche sind." Dabei würden sie häufig auch Straßen kreuzen.

"Sollte ein Wildtier vor Ihnen die Straße überqueren, bleiben Sie bremsbereit. Häufig folgen weitere Tiere", rät Marc Henrichmann, Geschäftsführer der Jägerstiftung Natur + Mensch. Wenn plötzlich ein Hirsch oder Wildschwein auf der Straße stehe, empfiehlt Henrichmann: "Gehen Sie auf jeden Fall vom Gas herunter. Durch Hupen können Sie versuchen, das Wild zu verscheuchen. Blenden Sie auf keinen Fall mit Fernlicht auf, denn manche Tiere verfallen im Lichtkegel der Scheinwerfer in eine körperliche Schreckstarre." Autofahrer sollten nicht versuchen auszuweichen, da dies zu einer erhöhten Unfallgefahr führe, erklärt die Initiative Natürlich Jagd. "Sollte man das Wild zu spät entdecken oder bleibt es weiterhin auf der Straße stehen, gibt es nur noch eine Möglichkeit: Stark bremsen und dabei das Lenkrad ordentlich festhalten."

Nach dem Aufprall sei es wichtig, als erstes die Unfallstelle mit Warnblinker und Warndreieck zu sichern. "Sollte das Tier noch leben, fassen Sie es nicht an, da es sich im verletzten Zustand wehren kann. Falls das Tier tot ist, ziehen Sie es von der Fahrbahn", erklärt Marc Henrichmann. Er empfiehlt, dabei Handschuhe zu tragen. Außerdem müsse die Polizei verständigt werden, die dann wiederum den jeweiligen Jagdpächter informiert. Und am nächsten Tag wieder eine Pressemitteilung schickt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.11.2014
Lillie, Heinrich

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