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Grimma Mitgas gibt Mietern in der Bad Lausicker Straße eine Gnadenfrist
Region Grimma Mitgas gibt Mietern in der Bad Lausicker Straße eine Gnadenfrist
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17:17 28.02.2018
Der betagten Seniorin Christine Schilde droht nun auch noch die Sperrung der Erdgasversorgung, womit die Heizung kalt bleiben würde. Quelle: Foto: Thomas Kube
Grimma

In der Lausicker Straße 12 in Grimma hing in dieser Woche ein Aushang im Haus: Am 6. März wird die Erdgasversorgung eingestellt, da der Mieter nicht an den Versorger Mitgas gezahlt hat. „Meine 85-jährige Mutter, Christine Schilde, hat das hart getroffen. Sie versteht die Welt nicht mehr“, sagt ihre Tochter Kathrin Weber.

Es sollen wohl 1800 Euro offen stehen, sagt Erika Wirth (61), eine andere Mieterin im Haus. Erika Wirth ist beim Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) schon als Ansprechpartnerin der Mieternotgemeinschaft für die Lausicker Straße 12 tätig. Es ist nicht der erste Ärger im Haus. Wie die LVZ bereits berichtete, sollte das Wasser in den letzten Jahren schon mehrfach abgedreht werden. Nachdem der vormalige Besitzer vor etwa sechs Jahren die Immobilie an die Saks Invest GmbH verkaufte, begannen die Probleme. Weil das Unternehmen beim VVGG Rechnungen nicht beglich, mussten die Mieter schon Ende 2015 und 2016 eine Zeit lang ohne Wasser auskommen – bis das Geld endlich floss und damit auch das lebenswichtige Nass. Erst nach mehrfacher Mahnung kam der Vermieter seinen Verpflichtungen nach, bis er die Zahlung vollständig einstellte und nun auch nicht mehr erreichbar ist. „Meine Mutter schrieb mehrere Briefe. Doch sie erhielt keine Antwort“, sagt die Tochter.

Auf eine Anfrage der LVZ erklärte die Mitgas-Pressesprecherin Cornelia Sommerfeld, dass mit Blick auf die Situation der Mieter die geplante Sperrung zunächst ausgesetzt ist. Der Vertrag zwischen Mitgas und dem Hauseigentümer der Lausicker Straße 12 in Grimma bestehe laut Mitgas seit März 2016. „Der letzte Zahlungseingang bei Mitgas erfolgte im September 2016. Die bisher ausstehenden Abschläge wurden mehrmals angemahnt, ohne dass der Hauseigentümer reagierte. Daher hat Mitgas eine Sperrung der Anlage angezeigt, die für den 6. März vorgenommen werden sollte“, führte die Pressesprecherin weiter aus. Mitgas biete den vier Mietparteien an, sich zu einer Mieternotgemeinschaft zusammenzuschließen. In diesem Fall könnten die Mieter mit Mitgas direkt einen Vertrag abschließen. Dafür müssten jedoch folgende Voraussetzungen geschaffen sein: Alle Mieter müssen mit der Mieternotgemeinschaft einverstanden sein. Die Mieter vereinbaren untereinander selbst die Höhe der Abschlagszahlungen pro Mietpartei. Der gesamte Abschlag muss jedoch bei Mitgas eingehen. Mitgas benötigt die Angabe des aktuellen Zählerstandes. Für die offenen Altforderungen beim Vermieter behält sich Mitgas den Rechtsweg vor.

„Es ist eine Schande, meine Mutter wohnt am 1. April nun schon 45 Jahre in dieser Wohnung, aber so etwas hat es noch niemals gegeben“, so Kathrin Weber. Es könne nicht sein, dass der Vermieter sich nicht zuckt und die Mieter nun ständig mit Abstellungen zu kämpfen haben. Als nächstes kommen dann noch der Energieversorger, der Schornsteinfeger, und andere dazu. „Bei den anderen Mietern ist es vielleicht nicht ganz so schlimm, weil sie bestimmt Geld vom Amt bekommen. Aber meine 85-jährige Mutter muss für die gesamten Ausgaben ganz alleine gerade stehen“, erklärt Kathrin Weber.

Von Cornelia Braun

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