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Mittelalterliches an der Klosterruine Nimbschen

Mittelalterliches an der Klosterruine Nimbschen

Grimma blätterte Ostern im Buch seiner Geschichte ganze 487 Jahre zurück. Und da fanden sich die Namen der Katharina von Bora und von Martin Luther. Zwei bedeutende Namen, mit denen die Muldestadt als eine Stätte der Lutherdekade wuchert.

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Der Bettelmönch und die Nonnen gehörten zum Mittelalterfest an der Klosterruine Nimbschen.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Zu Ostern wurde die diesjährige Saison an der Klosterruine Nimbschen eröffnet.

Stehe dieses vierte Themenjahr ganz im Zeichen von Philipp Melanchthon als ein Jahr der Reformation und Bildung, wie Sabine Krahnert als stellvertretene Oberbürgermeisterin von Grimma dazu einlud, gelte das extra dafür inszenierte mittelalterliche Fest rund um die Klosterruine sowie die Waldmusik zum Osterfest an der Hängebrücke auch als Start in die neue touristische Saison für Grimma, betonte Bettina Holfter vom Kulturamt.

„Ich erwarte ein ganz besonderes Spektakel, was mit diesen heiligen Mauern hier in Nimbschen zu tun hat“, sagte indes Susanne Jurich. Ihr Gatte Rudolf spielte sofort auf Katharina von Bora als Nonne an. Sie lebte 13 Jahre in diesem Kloster, floh Ostern 1523 mit acht weiteren Gefährtinnen und heiratete später Luther. Gästeführerin Heike Raubold hob die Rolle der Katharina von Bora als Frau hervor. „Obwohl sie Luthers Gemahlin war, die die ganze Familie versorgte und somit großen Anteil daran hatte, dass der Reformator seiner Arbeit nachgehen konnte, fand sie damals kaum Beachtung. Ihre Bedeutung erkannte man erst später.“ Als Nonne im Kloster fand sie allenfalls Erwähnung in den Verpflegungsbüchern. Aber man weiß, so fügte Heike Raubold an, dass Katharina von Bora in den Klostermauern alles erlernt habe, was sie als Wirtschaftlerin für ihr späteres Leben brauchte.

Gleichwohl der Reformator Martin Luther in Gestalt von Fred Urban präsent war, stand heuer mehr die Nonne Katharina von Bora im Rampenlicht. Zu verdanken war das auch Schülern des Gymnasiums St. Augustin und ihrer Lehrerin Mona Trauer. Gemeinsam proben sie im Rahmen ihres künstlerischen Profils für ein Theaterstück mit dem Titel „Aufbruch – Die Flucht der Nonnen von Nimbschen“, das allerdings erst im Juni 2011 komplett zur Uraufführung komme. Noch lange Zeit hin. Die Recherchen für das Stück sind immens, meinte Mona Trauer. Dennoch reif genug für eine erste Aufführung, die das Leben der Frauen im Kloster nur kurze Zeit vor ihrer spektakulären Flucht beschreibt.

Dass dabei ein Bettelmönch in ihr Leben trat, den nur Ecki Zeugner vom Kräutergewölbe mimen konnte, ist ebenso frei erfunden wie originell in Szene gesetzt. Und nur er, der Bettelmönch, wusste, was er tatsächlich unter seine Kutte trug. Seinen Worten nach, die vom Weh und Ach über die Kälte ebenso getragen waren wie es die Gänsehaut auf seinen nackten Beinen manifestierte, kann es nicht viel gewesen sein. Dafür konnte sich Ecki an den „netten Nonnen“, sprich den Gymnasiastinnen, erwärmen. Und wer das Unikum Ecki in seinem wahren Leben kennt, weiß sehr wohl, er ist kein Kind von Traurigkeit. Nicht umsonst bekamen die Schülerinnen von ihrer Lehrerin mit einem Augenzwinkern eine extra Textzeile ins Manuskript geschrieben: „Versündigt Euch nicht.“

Frank Schmidt

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