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Grimma Mitzi unter Beschuss
Region Grimma Mitzi unter Beschuss
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21:40 18.06.2015
Beweisstück: Bernd Köhler zeigt die Röntgenaufnahme vom Kopf seiner Katze, auf der die Diabolo-Geschosse deutlich erkennbar sind. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

Zunächst war Köhler von einer bakteriellen Entzündung ausgegangen, als das Auge der achtjährigen Katze vor reichlich drei Wochen stark anschwoll. Zumindest hatte ein Tierarzt diese Diagnose so gestellt, war dann aber selbst skeptisch geworden, nachdem eine entsprechende Behandlung ohne Erfolg blieb. "Deshalb hat mir der Veterinär angeraten", schildert der 56-jährige Tierfreund das weitere Prozedere, "doch einen Fachtierarzt zu konsultieren. Und der hat den Kopf der Katze geröntgt. Dabei wurden zwei Diabolo-Geschosse hinter dem linken Auge festgestellt und auch die Einschusslöcher", sagt Köhler und legt zum Beweis eine Röntgenaufnahme vor. Der Tiermediziner sei sich sicher, dass die Schüsse aus nächster Nähe abgegeben worden sein müssen. Und diese Diagnose brachte bei dem sonst ruhigen und besonnenen Köhler das Blut in Wallung. "Wer macht nur so etwas? Das kann nur ein Kranker sein, der das mit purer Absicht getan hat", ist Köhler wütend und grenzt den Tatzeitraum auf Ende Mai, Anfang Juni ein. "Wenn jemand Katzen oder andere Tiere nicht leiden kann, soll er sie wenigstens in Ruhe lassen oder einfach nur wegjagen. Aber auf sie zielen und schießen - das geht zu weit", rechtfertigt der Tierfreund seine Anzeige im Rathaus der Stadt Trebsen. Zu Recht, wie auch Frank Erfurth im städtischen Ordnungsamt bestätigt, dass damit der Tatbestand einer Straftat erfüllt sei, weshalb nun von der Polizei wegen Tierquälerei ermittelt wird.

Für Köhler ist es selbstverständlich, seiner Mitzi jede medizinische Hilfe zuteilwerden zu lassen. Und dafür greift er tief in seine Geldbörse. "Bisher hatte ich Arztkosten von bis zu 200 Euro. Und um ein Erblinden zu verhindern, müssen die Geschosse entfernt werden. Dann schwellen die Kosten bestimmt auf gut 500 Euro an, bedenkt man auch die notwendigen Nachbehandlungen." Das Geld sei nicht unbedingt das Problem, sagt Köhler. "Mir ist es wichtig nach außen zu tragen, dass es offenbar einen Irren in unserer Region gibt, vor dem andere Tierbesitzer gewarnt werden müssen." Zudem hofft er auf Hinweise aus der Bevölkerung sowie auf Ermittlungserfolge der Polizei, die bereits erste Zeugenbefragungen vor Ort durchgeführt hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2015
Frank Schmidt

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