Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Mulde in Flammen
Region Grimma Mulde in Flammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:30 13.09.2010
Anzeige

.

„Musik macht mobil" – diesem Leitmotiv folgen die Macher des Kaditzsch-Höfgener Musikfestivals „Was hören wir?" um ihren Spiritus Rector Uwe Andrich seit mittlerweile 14 Jahren. In diesem Jahr machte die Musik beim zweiten Teil des von der Bundeskulturstiftung geförderten Klangkunstzyklus‘ 2009-2011 in einer Art und Weise mobil, dass jene, die sie sich dennoch zu Gehör bringen wollten, nicht mehr wie noch im vorigen Jahr beim „Hörspaziergang" allein auf die Kraft ihrer Füße setzen konnten, sondern sich des Fortbewegungsmittels Fahrrad auf dem rund 13 Kilometer langen „musikalisierten Radweges" bedienen mussten. Auf diesem gelangten die Teilnehmer von Höfgen über Kaditzsch, Schkorditz und Naundorf schließlich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Unterwegs erleichterte ihnen eine Gruppe Brandiser Gymnasiasten namens Atonor, die mittels Ergometern Musik erzeugten, das langsam Losfahren, konnten sie beim Vorbeifahren einen Blick auf Günter Heinz‘ „Uferfiltratbrunnen" werfen und wurden auf einer Etappe im Juttapark zum Absteigen und langsam Schieben gezwungen, um bei einem Geh-Hör-Gang „Hörachsen und Sichtweisen" akustisch und optisch wahr nehmen zu können.

Musikalisches Leitmotiv bildete dabei wie schon bei den fünf voran gegangenen „Was hören wir?"-Festivals ein Choral, in diesem Jahr das von Bach zu einem solchen verarbeitete alte Kirchenlied „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig", das vom Kantor der Grimmaer Frauenkirche am Beginn des musikalisierten Radweges an der Orgel der Höfgener Kirche gespielt wurde. Laut Kristina Bahr von der Denkmalschmiede Höfgen wirkten rund 100 Musiker und Performance-Künstler an der außergewöhnlichen Fahrrad-Tour mit. Dabei, so Bahr, habe man auf einige erprobte Akteure voran gegangener Festivals zurück greifen können, zu denen noch zahlreiche bislang unbekannte Akteure dazu gestoßen seien. „Abgesehen davon, dass es ein kompliziertes Unterfangen ist, jedem der Mitwirkenden unsere künstlerischen Vorstellung im Detail zu vermitteln, lebt die ganze Sache von der Improvisation."

Bis ins Detail vorbereitet präsentierte sich am Sonnabendabend zu vorgerückter Stunde Teil zwei von „Musica Mobile", der auf der Mulde und dem Höfgener Ufer unter dem Motto „Mulda Mysteria" zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne ging. Denn während das Rundfunkblasorchester Leipzig auf einer solchen Stücke von Georg Friedrich Händel (Wassermusik) und Edvard Grieg (Peer Gynt-Suite) aufführte und somit für den musikalischen Part des Abends verantwortlich zeichnete, sorgten Wolfgang Heisig (Dramaturgie) und Günter Ries für die optische Inszenierung der Mulde-Flusslandschaft mittels Musik, Feuer und Licht. „Wichtig war uns dabei, das Thema Licht im weitesten Sinne mit Scheinwerfern und Pyrotechnik, aber auch dem bewussten Einsatz der Dunkelheit darzustellen", so Kristina Bahr, die sich erfreut darüber zeigte, dass man mit Sven-Åke Johansson, der im Anschluss das Mulde-Publikum mit seinem Cool-Quartett mit Swing und Jazz unterhielt, eine Leitfigur der internationalen Jazz- und Performance-Szene einmal mehr für das Festival habe gewinnen können.

Roger Dietze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Brandis. In Brandis brennt’s: Rauchschwaden sind am Himmel kilometerweit sichtbar. Indessen ziehen Staubwolken über den Schützenplatz.

13.09.2010

[image:php182bdc5861201009101629.jpg]
Grimma. Sie koordiniert 70 000 Einsätze im Jahr, steuert die Arbeit von 16 Rettungswachen mit 18 Rettungswagen, sieben Notarztfahreugen und 18 Krankentransportwagen: Wenn es zwischen Pegau und Mochau auf der Straße kracht oder zwischen Thallwitz und Rosswein brennt, ist die Rettungsleitstelle in Grimma gefordert.

11.09.2010

Naunhof. Das Industriegelände in der Parthenstraße, das einst eine Adresse des ehemaligen Drehmaschinenwerkes Leipzig war, mausert sich weiter zum Gewerbepark.

11.09.2010
Anzeige