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Muldebett in Colditz soll stadtauswärts verbreitert werden

Hochwasserschutz Muldebett in Colditz soll stadtauswärts verbreitert werden

Aufweiten will die Landestalsperrenverwaltung das Bett der Zwickauer Mulde stadtauswärts, um die Hochwassergefahr für Colditz zu minimieren. Die Stadt, die um eine Stellungnahme zum Projekt gebeten wurde, begrüßt das grundsätzlich. Sie stellt aber auch fünf Bedingungen.

Die Anliegerstraße wurde in diesem Jahr saniert. Wird das Ufer der Mulde zurückverlegt, muss das abgetragene Erdreich über die neue Asphaltdecke transportiert werden.

Quelle: Thomas Kube

Colditz. Aufweiten will die Landestalsperrenverwaltung das Bett der Zwickauer Mulde stadtauswärts, um die Hochwassergefahr für Colditz zu minimieren. Die Stadt, die um eine Stellungnahme zum Projekt gebeten wurde, begrüßt das grundsätzlich. Sie stellt aber auch fünf Bedingungen.

Im Bereich der letzten Gebäude der Straße Am Ufer möchte die Landestalsperrenverwaltung (LTV) das Flussbett verbreitern. Vorgesehen ist, auf einer Länge von 210 Metern das Ufer um maximal zwei bis sechs Meter landeinwärts zurückzuverlegen. 6620 Kubikmeter Boden müssten dafür abgetragen werden, von denen 6100 Kubikmeter abgefahren würden. Der Rest soll für den Wiedereinbau verwendet werden.

Die LTV beabsichtigt, das Gelände der neuen Böschung zu profilieren. Der Plan sieht vor, einen geotextilen Filter einzubauen, bevor der Abschnitt mit Wasserbausteinen vor starken Strömungen gesichert wird. Die Begrünung soll auf natürliche Weise von selbst erfolgen.

Mit der Bettaufweitung, das ergab eine hydraulische Modellierung, ließe sich der Wasserspiegel im Bereich Am Ufer um bis zu acht Zentimeter absenken. Flussaufwärts im Innenstadtgebiet läge der Pegel bis zu fünf Zentimeter unter dem jetzigen Wert. Zusammen mit der 2015 erfolgten Sedimentberäumung ebenfalls Am Ufer ergibt sich aus den Berechnungen, dass bei einer alle 100 Jahre zu erwartenden Flut der Wasserstand in der Innenstand 44 Zentimeter niedriger liegt als vor den Arbeiten. Eine deutliche Entlastung also für Colditz.

Doch aus Sicht der Stadt nicht genug. Schon lange kämpft sie für eine Hochwasserschutzmauer im Zentrum, die ihr aber verwehrt bleibt. Wenn die Bagger jetzt wieder anrollen, will sie wenigstens, dass ein Heger beseitigt wird, der sich beim Hochwasser von 2013 gebildet hatte und im Zuge der im Jahr danach erfolgten Uferrückverlegung an Hergts Wiese nicht angetastet wurde.

Die LTV meint, es sei sinnlos diese Insel aus Kies und Steinen zu entfernen, da sie sich aufgrund der Geschiebesituation wieder von allein auftun würde. Für die Stadt hingegen stellt sie ein Abflusshindernis dar, das bei Hochwasser zum Anstau von Schwemmgut und damit zum Rückstau führen könnte. Deshalb stellt sie Bedingung Nummer eins für eine Zustimmung zur Gewässeraufweitung: Die LTV muss die Beseitigung der Schotterbank prüfen.

Im Stadtrat, der am Donnerstagabend tagte, regte Gottfried Schröpfer (SPD) eine zweite Auflage an, für die sich das Parlament auch aussprach. Nach seinen Worten prallt die Mulde in ihrem Linksknick zu stark auf die Mauer an der Haingasse, so dass diese sichtbar unterspült werde. Deshalb solle dort mit Wasserbausteinen eine Böschung geschüttet werden, um den Druck zu minimieren. Auf der gegenüberliegenden Seite, wo der Fluss verlande, müsse das Bett ebenfalls ausgebaggert werden. „Es ist wichtig, diese Kurve zu brechen“, so Schröpfer.

Im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung wurde in diesem Jahr die Straße am Ufer saniert. Über sie wird laut LTV der Abtransport des ausgehobenen Materials erfolgen. „Mir wird bange, wenn ich daran danke, dass dort wieder 40-Tonner langfahren“, erklärte Ulrich Scheller (FDP) im Stadtrat. Und Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) kommentierte: „Ja, das ist traurig.“ Deshalb stellt die Stadt ihre dritte Forderung: Vor Beginn und nach Abschluss der Baumaßnahme muss eine Beweissicherungsdokumentation für die kommunalen Straßen und Nebenanlagen erfolgen. Auftretende Schäden hat die LTV zu beseitigen.

Außerdem soll die Behörde die Ersatzpflanzungen für die 18 Bäume, die sie im Zuge der Uferrückverlegung fällen muss, möglichst auf einem Grundstück des Freistaates an der Haingasse vornehmen und nur zweitrangig auf den dort angrenzenden kommunalen Flächen. Und die LTV, so die fünfte Auflage, wird gebeten, ihr Projekt zeitlich mit den anderen Straßenbauvorhaben der Stadt und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr abzustimmen. In nächster Zeit sollen beispielsweise die Bahnhofstraße, die Furtwegbrücke und die Kreuzung B 107/Hole/Furtweg saniert werden.

„Ich hoffe, dass unsere Auflagen Gehör finden“, sagte Bürgermeister Schmiedel. Der Stadtrat verabschiedete die Stellungnahme einstimmig.

Von Frank Pfeifer

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